Spektakulärer hätte sein Comeback mit dem "Neo Magazin Royale" nicht ausfallen können: Jan Böhmermann schmuggelt einen Kandidaten bei "Schwiegertochter gesucht" ein und stellt die Methoden von RTL bloß. Nun hat der Kölner Sender auf #verafake reagiert.

Fake-Kandidat bei "Schwiegertochter gesucht" eingeschleust.

Tom Sänger, der Unterhaltungschef von RTL, gibt Fehler des Senders zu: "Bei der Produktion einer Folge von 'Schwiegertochter gesucht' sind Fehler im Bereich der redaktionellen Sorgfaltspflicht gemacht worden. Dazu stehen wir gemeinsam mit der Produktionsfirma Warner.

Die Produktion der aktuellen Staffel wird daher von einem neuen Team realisiert. Gemeinsam mit dem Produzenten sorgen wir dafür, dass sich die Fehler nicht wiederholen."

Auch René Jamm, Geschäftsführer von Warner Bros. ITVP Deutschland GmbH, äußert sich: "Respekt an Herrn Böhmermann. Wir sind ihm komplett auf den Leim gegangen, denn er hat uns einen sympathischen Schwiegersohn präsentiert.

Wir haben uns in ihn 'verliebt' und in diesem Fall gleichzeitig unsere redaktionelle Aufsichtspflicht missachtet. Wir werden dafür die Verantwortung übernehmen und inhaltlich sowie personell umstrukturieren."

Zu den Vorwürfen, die im Zuge der Sendung "Neo Magazin Royale" gegen die Methoden der Produktion von "Schwiegertochter gesucht" erhoben wurden, äußert sich RTL wie folgt:

  • Bezahlung: Die Protagonisten erhalten 150,-€ netto an Aufwandsentschädigung für die Dreharbeiten. Jedem Arbeitslosen - in diesem Fall haben die beiden Schauspieler angegeben, arbeitslos zu sein - würden bei einer höheren Summe die Bezüge wie das Arbeitslosengeld gestrichen. Die Aufwandsentschädigung ist nicht die Motivation der Protagonisten, die im Rahmen einer TV-Sendung einen Partner suchen.
  • Gesundheitserklärung: TV-Produktionen wie diese sind gegen sogenannten Personenausfall versichert. Versicherungen fordern daher entsprechend verpflichtende Angaben der einzelnen Protagonisten ein, etwa zu Krankheiten und aktuellen medizinischen Behandlungen, Behinderung oder auch Alkoholkonsum. Diesen Fragebogen hat die Produktionsmitarbeiterin beim Dreh abgefragt. Der entsprechende Eintrag zum Alkoholkonsum in dem Fragebogen war falsch und somit eindeutig ein Fehler.
  • Vertrag: Im "Neo Magazin Royale" wird bemängelt, dass der Vertrag bewusst erst knapp zwei Monate später zugesandt wurde. Richtig ist: Der bereits deutlich früher durch die Produktion postalisch verschickte Vertrag kam immer wieder zurück, da die beiden Schauspieler in der von ihnen angemieteten Wohnung nach dem Dreh nicht gemeldet und somit auch nicht erreichbar waren.
  • Schildkröten & Puzzle: Wer gern Schildkröten sammelt, bekommt diese oft auch geschenkt. Ob Schildkröten oder Puzzle, es handelt sich um Gastgeschenke, nicht um gezielte Manipulation oder Verdrehung von Tatsachen.
  • Vorsagen: Dem Protagonisten wurde ein konkreter Textvorschlag gemacht, um seine Liebe zu Schildkröten zu dokumentieren. Das war genau genommen falsch.
  • Vorlage Ausweis: Es war ein Fehler, nicht auf Vorlage des Ausweises zu bestehen. Andere Dokumente wie Mietvertrag oder eidesstattliche Erklärung lagen in gefälschter Ausführung vor.