Sie war Amerikas tollkühnste Pilotin und ein Idol für junge Frauen weltweit: Amelia Earhart. 1937 hob sie ab, um als Erste die Welt am Äquator zu umfliegen. Fast hatte sie es geschafft, doch dann verschwand ihr Flugzeug vom Radar. Vielleicht hat sie aber ihre Bruchlandung in den Pazifik überlebt: An mehreren Spuren könnte etwas dran sein.

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Einmal die ganze Welt entlang des Äquators per Flugzeug umrunden: So lautete 1937 die nächste Mission von Amelia Earhart, Amerikas tollkühnster Pilotin. Geschafft hatte das bisher noch niemand.

Doch daraus entwickelte sich einer der rätselhaftesten Vermisstenfälle aller Zeiten.

Obwohl Amelia Earhart ihr letztes großes Abenteuer nicht zu Ende bringen konnte, hat sie es in die Geschichtsbücher geschafft – als Frau, die Dinge wagte, die bis dahin nur Männer versuchten.

Zwischen 1922 und 1937 stellte sie als Pilotin zahlreiche Rekorde auf. Der wohl bedeutendste ist der erste Alleinflug einer Frau über den Atlantik im Jahr 1932.

Deshalb gilt Teotihuacán als einer der mysteriösesten Orte der Welt.

Der letzte Streckenabschnitt des Rekordflugs

Fünf Jahre später hatte Sie noch größeres vor. Ihr erster Versuch für die Weltumrundung am Äquator endete allerdings mit einem Unfall. Der ging glimpflich aus – und schreckte die 39-Jährige nicht ab.

Nur zwei Monate später wagte sie mit ihrem Navigator Fred Noonan einen zweiten Versuch.

Am 21. Mai 1937 starteten sie in Miami mit ihrer silbernen Lockheed Electra, um die Reise in mehreren Etappen zurückzulegen.

Alles klappte wie geplant und so brachen sie am 2. Juli von Guinea in Afrika auf, um das letzte Viertel der Weltumrundung zu absolvieren. Schließlich wollten sie zum Nationalfeiertag am 4. Juli wieder auf US-Boden landen und als Helden gefeiert werden.

Doch dieser Flug war Earharts letzter. Die Pilotin und ihr Kollege verpassten den nächsten Zwischenstopp im Pazifik und wurden als vermisst gemeldet. Aber was ist eigentlich passiert?

Darüber rätselt die Menschheit seit über 80 Jahren. Denn auch wenn weder Leichen noch Flugzeugwrack gefunden wurden, gibt es einige mysteriöse Spuren.

Bruchlandung auf einer anderen Insel?

Die erste führt auf die Nikumaroro-Insel, die eigentlich keine Rolle hätte spielen sollen. Denn Earhart und Noonan wollten sie nicht anfliegen.

Eigentlich sollten sie nach 19 Flugstunden auf der Howland-Insel landen. Doch ein Schiff der US-Küstenwache wartete vergeblich auf sie.

Das Flugzeug war womöglich durch starke Winde vom Kurs abgekommen. Durch die dichten Wolken entdeckten die Flugpioniere das unscheinbare Eiland nicht.

Zudem stellte sich später heraus, dass die Koordinaten der Insel falsch auf den Karten angegeben waren. Zwar sendete Earhart erfolgreich Funksprüche an die Besatzung auf See, doch umgekehrt kamen in der Luft keine Nachrichten vom Schiff an.

Heute vor 40 Jahren starb der "King". Angeblich. Denn manche zweifeln.

Das weibliche Skelett und der Damenschuh

Da der Sprit irgendwann aufgebraucht war, kam nur eine Notwasserung in Frage und zwar vor der 640 Kilometer südlich gelegenen Insel Nikumaroro.

Der Meinung ist jedenfalls die "International Group for Historic Aircraft Recovery", kurz TIGHAR. Sie untersuchte die Tragödie später. Zunächst leitete der letzte Funkspruch Earharts jedoch eine große Suchaktion ein.

Die Truppen waren voller Hoffnung, denn auch nach der Bruchlandung trafen angeblich noch 57 weitere Nachrichten von Earthart ein. Trotzdem beendete die USA die vier Millionen Dollar teure Suche erfolglos nach 17 Tagen.

TIGHAR glaubt, dass Earhart und Noonan auf Nikumaroro strandeten und dass zumindest Earhart ein paar Monate um ihr Überleben kämpfte.

Zwar fand eine britische Expedition im Herbst 1937 keine Spuren. Aber 1940 tauchten dort auf: ein unvollständiges weibliches Skelett, ein Damenschuh und eine Kiste, wie sie Navigatoren besitzen.

Das Skelett verschwand auf dem Weg zu den Fidschi-Inseln spurlos, wo es hätte untersucht werden sollen. Im Lauf der Jahre fanden Forscher noch weitere Gegenstände, die sie Earhart und Noonan zuordneten, zum Beispiel Make-up und Flaschen.

Beweisen konnten sie ihre Theorie dennoch nicht. Auch nach dem Wrack suchten sie vergeblich. 2012 investierte TIGHAR zwei Millionen Dollar, um auf dem Meeresboden vor der Insel danach zu suchen.

Als Spione in Gefangenschaft bei den Japanern?

Oder gerieten Earhart und Noonan in japanische Gefangenschaft und starben hinter Gittern? Das legt eine weitere Hypothese um Earharts letzten Flug nahe.

Populär gemacht wurde sie dieses Jahr von den Machern der US-Sendung "History" und einem Ex-FBI-Mitarbeiter. Der beschäftigte sich jahrelang mit dem Fall und fand nun ein spektakuläres Foto.

Unscheinbar? Von wegen. Sie gelten als spektakuläres Mysterium.

Angeblich zeigt es Earhart und Noonan nach ihrem Crash auf dem Jaluit Atoll der Marshallinseln. Im Hintergrund sollen die Überreste des Fliegers zu sehen sein, die von einem Schiff abgeschleppt werden.

Die Amerikaner seien nach ihrem Absturz von Japanern gerettet, für Spione gehalten und festgenommen worden, heißt es. Was dann passierte, bleibt auch bei dieser Theorie offen. Weder die USA noch Japan wollen Informationen zu ihrem Verbleib besitzen.

Für Einwohner auf benachbarten Inseln ist die Theorie der US-Fernsehmacher nicht neu: Einige wollen Absturz und Rettung selbst gesehen haben. Auf den Marshallinseln bedruckte man in den 1980ern sogar Briefmarken mit diesem spektakulären Ereignis.

Gegen diese Legende sprechen vor allem zwei Dinge: Die Frau auf dem Foto hat erstens deutlich längere Haare als Earhart auf ihrer jüngsten Aufnahme kurz vor ihrem letzten Flug.

Zweitens fand ein japanischer Blogger dasselbe Foto in einem Reisebericht über die Marshallinseln. Es soll allerdings bereits 1935 entstanden sein, zwei Jahre bevor die Amerikaner vom Radar verschwanden.

Tauchte Earhart auf einer Insel oder in den USA unter?

Vielleicht versteckte sich Earhart auch auf einer der vielen unbewohnten Inseln in der Gegend? Das glauben ebenfalls einige Verschwörungstheoretiker.

Andere sind sicher, dass sie unter neuer Identität in den USA untertauchten. Angeblich lebte sie unter dem Namen Irene Craigmile Bolam in New Jersey. Vier Bücher wurden dazu veröffentlicht.

Doch Bolam bestritt zeit ihres Lebens, dass sie eigentlich die Flugpionierin war – und zog deswegen sogar vor Gericht. Das hält Anhänger der Theorie nicht davon ab, es trotzdem zu glauben.

Immerhin gab Bolam zu, dass sie Earhart kannte. Und sie arbeitete in den 1930er Jahren kurzzeitig in einem damals ungewöhnlichen Beruf für Frauen – ausgerechnet als Pilotin.

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So sieht die Zukunft der Flugreisen aus

Die Technik entwickelt sich rasant - auch beim Fliegen. Zukünftig werden wir im Flugzeug vielleicht unter einem Glasdach sitzen, ein Rennspiel spielen und die Flugzeugfenster per Knopfdruck dimmen.