Der Atlantik gilt als das Meer der verlorenen Inseln. Die legendäre Insel Antilia war einst angeblich ein christliches Paradies, doch sie ist mysteriöserweise von den Seekarten verschwunden. Wurden die sogenannten Phantominseln von den Meeren verschluckt?

Auf Google Maps sind sie nicht zu finden. Wer auf dem Meer nach ihnen sucht, wird sie ebenfalls nicht entdecken. Doch auf historischen Seekarten sind viele von ihnen eingezeichnet: Die sogenannten Phantominseln. Vor allem der Atlantik gilt als das Meer der verlorenen Inseln.

Schon antike Schriftsteller beschrieben geheimnisvolle Länder. Allen voran das berühmte Atlantis, von dem der griechische Philosoph Platon im vierten Jahrhundert vor Christus berichtete. Aber es gab noch viel mehr paradiesische Inselkulturen.

Liegen im Atlantik womöglich mehrere unter den Wellen begraben? Zahlreiche Expeditionen suchten nach angeblichen Inseln, Handelsgesellschaften witterten neue Geschäfte mit noch unbekannten Partnern.

Eine davon ist das sagenhafte Antilia. Aristoteles erwähnte das Eiland ebenfalls im vierten Jahrhundert vor Christus. 1.500 Jahre später stand Antilia im Zentrum der Aufmerksamkeit. Sogar Christoph Kolumbus soll es als Zwischenstopp angesteuert haben, als er auf dem Weg nach Amerika war.

Das Inselparadies Antilia

Spanien und Portugal waren im 15. Jahrhundert noch von den Mauren besetzt, die dem muslimischen Glauben anhingen. Da verbreitete sich in ganz Europa ein Gerücht: Westlich des Kontinents auf der Höhe von Spanien und Portugal lebe eine ideale christliche Gemeinschaft auf der geheimnisvollen Insel Antilia.

Kartographen und Seefahrer hatten daran keine Zweifel und übernahmen die Legende. Auf einer erstaunlich präzisen Karte von 1513, die ein türkischer Admiral einem Sultan schenkte, sind nicht nur Süd- und Nordamerika oder die Antarktis zu sehen, sondern auch Antilia. Auf weiteren Karten von 1424 und 1508 ist die Insel deutlich zu erkennen.

Aber wer wohnte dort? Dem Mythos zufolge flohen sieben Bischöfe im achten Jahrhundert mit Schiffen aus Portugal vor den Mauren. Sie besiedelten eine Insel im Westen mitten im Atlantik. Dort gründeten sie sieben Städte - für jeden der Geistlichen eine. Sie hießen angeblich Aira, Antuab, Ansalli, Ansesseli, Ansodi, Ansolli und Con.

In der Familie häufen sich Attentate, Flugzeugabstürze und Unfälle.

Deshalb war Antilia auch als "Insel der sieben Städte" bekannt. Anderen Legenden zufolge soll der Sand auf der Insel voll von Silber gewesen sein. Die Bischöfe hatten Männer und Frauen aus dem Volk dabei. Sie verbrannten ihre Schiffe, um jede Verbindung zu ihrem Heimatland zu kappen.

Aber was ist mit dem Eiland passiert, sofern es wirklich existierte? Beweise gibt es neben den Karten nicht. Dazu existieren verschiedene Theorien.

Hat das Meer Phantominseln verschluckt?

Antilia war das letzte Überbleibsel von Atlantis: Davon war Charles Berlitz, Autor des Bestsellers "Das Bermudadreieck", überzeugt. "Wenn wir uns das Plateau vergegenwärtigen, das die Azoren unter Wasser umgibt, finden wir ein versunkenes Land mit Halbinseln, Landengen, Buchten, Bergen und Tälern, das größer ist als Portugal. Es liegt in einer Tiefe von 120 und 270 Metern", heißt es bei ihm.

Vor 12.000 Jahren lag der Meeresspiegel in der Tat tiefer und es gibt weitere Indizien dafür, dass die Inselgruppe der Azoren vielleicht nur der Gipfel einer großen Landmasse ist – eben die der Berge von Antilia. Der mittelatlantische Rücken gehört zu den tektonisch unruhigsten Zonen weltweit.

Plötzliche Vulkanausbrüche und Erdbeben sorgen hier für Absenkungen des Meeresspiegels. Ungeheure Naturgewalten könnten diverse Geisterinseln in die Tiefe der Ozeane gespült haben.

1948 lieferten schwedische Meeresbiologen unweit der Azoren einen weiteren Beweis: In 3.600 Metern Tiefe stießen sie auf Süßwasseralgen, die einmal in einem See über dem Meeresspiegel gelebt haben müssen. Und nur knapp 100 Kilometer weiter nördlich davon machte in den 1970ern eine sowjetische Tiefsee-Expedition einen weiteren interessanten Fund: Gläserne Lava. Diese kann sich nur über Wasser bilden.

Im riesigen Archiv der Mormonen lagern Daten von Milliarden Verstorbenen.

Ob es tatsächlich möglich ist, dass das Land um drei bis fünf Kilometer gesunken ist oder das Meer einmal um so viele tausend Meter tiefer war, ist nicht klar.

Weitere Geisterinseln im Atlantik

Neben Antilia tauchten über die Jahrhunderte noch weitere mystische Inselwelten auf. Die "Isla Granda" zum Beispiel. 1675 soll die große Insel mit schönem Hafen 1.500 Kilometer südöstlich von Buenos Aires entdeckt worden sein. Aber bereits 100 Jahre später konnte sie niemand mehr finden.

Auf seinen Erkundungsfahrten im Atlantik entdeckte auch Kapitän G. Norris 1825 neues Eiland. Auf dem Weg zur südlichsten Atlantikinsel Bouvet landete er vorher nordöstlich auf zwei kleineren Inseln und nannte sie Thompson und Chimney. Sie verschwanden schnell wieder aus den Seefahrerbüchern.

Wie Phantominseln entstehen konnten

Im Rückblick auf die Geschichte wird klar, wie manche Phantominseln entstehen konnten. Zum einen bildeten sich Legenden und Mythen, die von geheimnisvollen Orten erzählten. Zum anderen wurden manche Eilande schlichtweg doppelt "entdeckt". Das passierte, weil Kompasse lange Zeit unzuverlässig waren und damit genaue Aufzeichnungen der geographischen Lage unmöglich waren.

Außerdem beförderten Meeresströmungen Seefahrer an andere Orte als ursprünglich von ihnen angenommen. Und wenn Erstentdecker keine Spuren auf einer Insel hinterließen, glaubten die Zweitentdecker natürlich, einen neuen Fund gemacht zu haben.

Zudem waren Kartographen damals übereifrig: Sie schnappten Gerüchte auf und verarbeiteten auch Informationen zu kleinen Riffen oder angeblichen Inseln. Sie wollten die Aufmerksamkeit der Seefahrer erhöhen und sie dadurch vor Zusammenstößen schützen.

Auch optische Täuschungen auf dem Wasser sorgten schon für die vermeintliche Entdeckung von Inseln: Tatsächlich lag hinter tiefliegenden Wolken oder driftenden Eisbergen gar kein Land.

In einem versteckten Kloster in Tibet hüten weise Mönche mit übersinnlichen Kräften die spirituellen Schätze der Menschheit. Von dort aus wollen sie die Welt zur rechten Zeit friedlich erneuern.