Die Asiatische Hornisse verbreitet sich seit ihrer Einschleppung vor rund 16 Jahren in ganz Europa. In Deutschland war bisher nur der Südwesten betroffen. Nun wurden Hornissen dieser Art auch in Hamburg gefunden. Die invasive Art stellt vor allem eine Bedrohung für die heimischen Honigbienen dar.

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Im Jahr 2004 wurde zum ersten Mal eine Asiatische Hornisse in Südwestfrankreich gefunden. Sie war womöglich mit Waren aus Ostchina nach Europa gekommen. Seitdem verbreitet sich das Insekt in Europa. Nachbarländer wie Italien, Spanien oder Belgien haben bereits mit der invasiven Art zu kämpfen. In Deutschland war sie bisher nur in Baden-Württemberg und Hessen gesichtet worden.

Viele offene Fragen zum Hornissenfund in Hamburg

Nun allerdings melden Wissenschaftler des Centrums für Naturkunde der Universität Hamburg, dass auch in der norddeutschen Stadt eine Asiatische Hornisse gesichtet wurde. Das Insekt ist etwa 2,2 Zentimeter lang. In ihrer Heimat - Südchina, Ostindien und Indonesien - können die Hornissen bis zu drei Zentimeter groß werden.

"Tatsächlich kann die Ausbreitung von Arten aufgrund anthropogener Faktoren, also dem zufälligen Transport durch den Menschen, erheblich beschleunigt werden", erklärt Dr. Martin Husemann, Insektenkundler am Centrum für Naturkunde (CeNak) laut Universität Hamburg.

Die Asiatische Hornisse ernährt sich vorwiegend von Bienen.

Ob es sich bei dem gefundenen Tier um einen Einzelfund handelt oder ob sich schon eine Population im Norden Deutschlands angesiedelt hat, war anfangs noch unklar. Kurze Zeit später wurden allerdings schon 80 weitere Exemplare gezählt.

Auch wie sie nach Hamburg gelangt ist, müssen die Wissenschaftler noch herausfinden. "Angesichts der schnellen Invasionsgeschwindigkeit der Art und ihrer relativ hohen Klimatoleranz ist es jedoch durchaus möglich, dass die Art eigenständig nach Hamburg gelangt ist und sich dort jetzt vermehrt", meint Husemann.

Asiatische Hornissen nicht gefährlich für den Menschen

"Wir müssen den Hamburger Fund ernst nehmen und die Ausbreitung der Art beobachten", führt der Wissenschaftler weiter aus. Die Asiatischen Hornissen ernähren sich hauptsächlich von Bienen und stellen so für diese Insekten eine große Gefahr dar.

Auch Imker arbeiten bereits an Strategien, um die Honigbienen vor den Asiatischen Hornissen zu schützen. In Frankreich fand bereits eine Fangaktion statt. Die Asiatische Hornisse hat in Europa laut NABU außerdem wenige Fressfeinde und kann sich demnach gut verbreiten.

Für den Menschen ist die Asiatische Hornisse nicht gefährlich. Genau wie die hier heimischen Hornissen sticht sie nur, wenn sie sich akut bedroht fühlt.

Verwendete Quellen:

  • NABU: "Asiatische Hornisse jetzt auch in Europa"
  • Universität Hamburg: "Studie zeigt: Asiatische Hornisse erreicht Hamburg"

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