Mitten im Wahlkampf für den Urnen-Gang an diesem Sonntag in Hessen sorgt ein Zitat von Kanzlerin Angela Merkel im "Hessischen Rundfunk" für Spekulationen und befeuert die Debatte um ihre mögliche Nachfolge.

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Nicht wenige politische Beobachter sehen in der kommenden Landtagswahl in Hessen auch eine Schicksalswahl für Angela Merkel.

Die Kanzlerin gilt schließlich nicht erst seit dem Wahl-Debakel der CSU in Bayern als angezählt.

Auch der spektakuläre Wechsel an der Spitze der Bundestagsfraktion Ende September, als Ralph Brinkhaus überraschend gegen Merkel-Intimus Volker Kauder gewann, war Beleg für den schwindenden Einfluss der Kanzlerin innerhalb der Union.

Merkel will sich in Nachfolge-Suche nicht einmischen

Doch auch wenn es im Zuge dieser Entwicklungen immer wieder Spekulationen über ihre mögliche Nachfolge gab, hielt sich Merkel bislang selbst in dieser Sache demonstrativ bedeckt.

Im Interview mit dem "Hessischen Rundfunk" äußert sich die Kanzlerin nun erstmals zur Personaldiskussion - ohne diese aber selbst lenken zu wollen.

"Alle Versuche, dass diejenigen, die heute oder in der Vergangenheit tätig waren, ihre Nachfolge bestimmen wollen, sind immer total schiefgegangen. Und das ist auch richtig so", erklärt Merkel und deutet an, sich nicht aktiv und schon gar nicht öffentlich in die Nachfolge-Suche einmischen zu wollen.

In Hessen könnte Thorsten Schäfer-Gümbel Abwärtstrend der SPD stoppen.

Merkel hatte zuletzt durchblicken lassen, beim CDU-Parteitag im Dezember erneut als Vorsitzende antreten zu wollen. Ein Vorhaben, das angesichts desaströser Wahlschlappen parteiintern keine Begeisterungsstürme ausgelöst hatte.

Zwar haben sich bislang für den Parteivorsitz mit Matthias Herdegen, Jan-Philipp Knoop und Andreas Ritzenhoff drei Gegenkandidaten positioniert. Wirkliche Chancen werden ihnen aber nicht eingeräumt.

Spannend könnte es unterdessen werden, wenn sich nach einer ernüchternden Hessen-Wahl die aussichtsreichen Herausforderer aus der Deckung wagen und Ambitionen anmelden.

Möglicher Dreikampf im Rennen um Parteivorsitz

Genannt werden hier in erster Linie Gesundheitsminister Jens Spahn und CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer. Sollte es im Vorfeld des Parteitages im Dezember konkreter werden, könnte aus diesem Duo aber schnell auch ein Trio werden.

Mit Armin Laschet dürfte dann wohl auch der Chef des größten Landesverbandes ins Rennen um den Parteivorsitz einsteigen.

Mit Blick auf die Nachfolge-Debatte und mögliche Kandidaten, erklärte Merkel im "Hessischen Rundfunk", ihr sei "gar nicht bange". Die CDU habe "ein tolles Angebot". Ihr selbst mache die Arbeit an der Spitze der Regierung und der Partei aber durchaus noch Freude.

Eine Freude, die sich im scharfen Gegenwind nach der hessischen Landtagswahl und vor dem Bundesparteitag auch eintrüben kann.

Verwendete Quellen:

  • Interview mit Angela Merkel im Hessischen Rundfunk