Mit einer außergewöhnlichen Fotoaktion unterstützen zahlreiche deutsche Künstler die Arbeit der Seenotrettungsorganisation SOS Méditerranée. Mit dabei sind unter anderem Herbert Grönemeyer, Max Herre oder Marteria. Ihr Ziel: mehr Solidarität und Spenden.

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Die aktuelle Debatte um die private Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer beschäftigt auch Deutschlands Promis. Über 20 deutsche Künstler setzen jetzt ein Statement und haben sich dafür in Rettungswesten fotografieren lassen. Auf den Fotos halten sie Schilder mit Hashtags wie #TogetherForRescue oder #SpendeMenschlichkeit in die Kamera.

Herbert Grönemeyer, Heike Makatsch, Max Herre, Joy Denalane, Marteria oder Die Beginner: Sie alle plädieren für mehr Menschlichkeit in Europa. Durch ihre Teilnahme an der Fotoaktion, die zusammen mit der Organisation SOS Méditerranée durchgeführt wurde, möchten die Musiker Aufmerksamkeit für die zivile Seenotrettung schaffen und dabei ein Zeichen für mehr Humanität setzen.

Gleichzeitig sollen Spenden für SOS Méditerranée gesammelt werden. Die Seenotrettungsorganisation ist seit Anfang 2016 mit ihrem Schiff "Aquarius" im Mittelmeerraum im Einsatz. In den vergangenen Wochen stand sie immer wieder im Mittelpunkt der Diskussion über die Rettung von Flüchtlingen in Seenot.

Künstler haben klare Meinung

"Die Debatte, ob man überhaupt Flüchtlinge aus dem Mittelmeer retten soll, ist absurd. Mitmenschlichkeit und Menschlichkeit ist Pflicht", sagte Herbert Grönemeyer im Rahmen der Aktion.

Max Herre macht mit, "weil es nach wie vor erschreckend ist, wie viele Menschen im Mittelmeer ertrinken. Weil das Thema der Geflüchteten, die über das Mittelmeer nach Europa kommen, nicht gelöst ist. Weil sich die europäischen Regierungen verschließen, sich entsolidarisieren, sich die Probleme hin und her schieben. Und weil ich es wichtig finde, dass man ein Zeichen setzt, aufmerksam macht und ganz konkret auch Hilfe leistet."

Die Bedingungen zur Rettung von Menschen in internationalen Gewässern seien so komplex wie noch nie, teilte SOS Méditerranée im Rahmen der Fotoaktion mit. Laut Seerechtsexperten liege dies unter anderem auch daran, dass die rechtlichen Regeln zur Seenotrettung nicht mehr zu aktuellen Gesamtsituation passe.

Parallel dazu veröffentlichte die Organisation einen offenen Brief in der Print-Ausgabe der "Süddeutschen Zeitung". In diesem erklären insgesamt mehrere hundert Persönlichkeiten aus Deutschland – unter anderem Udo Lindenberg, Konstantin Wecker oder Jany Delay – und anderen europäischen Ländern ihre Solidarität mit der "Aquarius".

Das Rettungsschiff ist am Mittwoch erneut in Richtung internationale Gewässer vor der libyschen Küste ausgelaufen.

Verwendete Quellen:

Seenotretter bringen fast täglich neue Flüchtlinge an die spanische Costa de la Luz. Die Regierung versichert, dass sie die Situation im Griff habe, doch Beobachter sprechen von einem "Kollaps". Ein Migrationsforscher bringt ein Aufnahmezentrum in Spanien ins Spiel - deutsche Politiker sprechen sich dagegen aus.