Was plant Jan Böhmermann heute Abend? Der Satiriker und Moderator teilt auf seinem Twitter-Profil einen Link zu einer ominösen Internetseite, auf der ein Countdown läuft, der am Mittwoch um 20:15 Uhr abgelaufen sein wird. Zudem enthält der Quellcode der Seite das Wort "Ibiza". Ein Hinweis auf neue Veröffentlichungen zu Heinz-Christian Strache? Das ZDF dementiert.

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Jan Böhmermann, Moderator des "Neo Magazin Royale", teilt am Montag auf seinem Twitter-Account einen Hinweis auf seine Sendung. Danach folgt folgende Ankündigung:

Im Anschluss darauf folgt ein weiterer Tweet mit einem Link zu einer ominösen Webseite:

Beim Öffnen der Adresse erscheint ein Countdownfeld. Ansonsten ist nichts auf der Seite zu sehen. Beim Blick in den Quellcode taucht allerdings das Wort "Ibiza" auf – ein Hinweis auf den österreichischen Polit-Skandal um den FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache. Seither wird in verschiedenen Medien spekuliert, ob der Satiriker heute Abend um 20:15 Uhr neues Material veröffentlichen will.

ZDF: "Neo Magazin Royale"-Special hat nichts mit Strache zu tun

Nach ZDF-Angaben wird das "Neo Magazin Royale" in der nächsten Ausgabe aber nicht die Regierungskrise in Österreich in den Mittelpunkt stellen. "Das 'Special' wird im Rahmen der Show sowie Online stattfinden und hat nichts mit Herrn Strache zu tun", teilte das ZDF auf dpa-Anfrage mit. Die 45-minütige Show ist am Donnerstag ab 22:15 Uhr auf ZDFneo zu sehen. Der Countdown zählt nach ZDF-Angaben die Zeit bis zu dem Zeitpunkt herunter, an dem es am Mittwochabend Informationen zum Thema der Sendung geben soll.

Böhmermann kannte das brisante Strache-Video bereits vor der Veröffentlichung durch "Spiegel" und "Süddeutsche", wie sein Manager Peter Burtz der dpa am Samstag bestätigte. Der Satiriker hatte bereits im April bei der Verleihung des österreichischen TV-Preises Romy in einer Video-Botschaft Andeutungen zu dem Fall gemacht.

Den Preis könne er nicht persönlich abholen, weil er "gerade ziemlich zugekokst und Red-Bull-betankt mit ein paar FPÖ-Geschäftsfreunden in einer russischen Oligarchen-Villa auf Ibiza rumhänge", hatte Böhmermann gesagt. Er verhandele gerade, wie er die "Kronen Zeitung" übernehmen könne, dürfe darüber aber nicht reden.

Eine ähnliche Anspielung machte er in der letzten "Neo Magazin Royale"-Ausgabe vor Bekanntwerden der belastenden Aufnahmen. Konkret verabschiedete sich Böhmermann mit den Worten "Kann sein, dass morgen Österreich brennt" aus der Sendung.

Wer steckt hinter dem Strache-Video?

Bislang ist unklar, wer hinter den heimlich gemachten Aufnahmen von Heinz-Christian Strache steckt. Strache selbst brachte Böhmermanns Namen bei seiner Rücktrittserklärung ins Spiel.

Das ZDF schloss gegenüber der "Bild"-Zeitung eine Beteiligung des Satirikers oder seiner Produktionsfirma an der Herstellung des Videos aus. Böhmermanns Manager bestätigte lediglich, dass sein Schützling vorab Kenntnis der Aufnahmen hatte, er aber nicht wisse, woher Böhmermann die Aufnahmen kannte.

Heimliche Aufnahmen stürzen Österreich in schwere Krise

Das heimlich aufgenommene Video zeigt, wie der FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache einer vermeintlichen russischen Oligarchin 2017 auf Ibiza öffentliche Aufträge in Aussicht stellte, wenn sie seiner Partei zum Wahlerfolg verhelfe. Die Aufnahmen lösten nach ihrer Veröffentlichung am Freitag ein politisches Erdbeben in Österreich aus.

Inzwischen musste Strache zwar seinen Hut nehmen, doch die konservative ÖVP-FPÖ-Koalition von Kanzler Sebastian Kurz ist an dem Skandal zerbrochen. Am Montag muss sich Kurz selbst einem Misstrauensantrag stellen. Im September sollen Neuwahlen stattfinden.

Mit Material der dpa
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