Donald Trump und seine Frau Melania haben sich laut eigener Aussage mit dem Coronavirus infiziert. Ansteckt haben sie sich offenbar bei einer von Trumps engsten Beraterinnen: Hope Hicks. Wer ist die Frau, die nach einer Unterbrechung erst seit Februar wieder im Weißen Haus arbeitet und doch das größte Vertrauen des Präsidenten genießt?

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Hope Hicks sei für ihn eine "weitere Tochter", hat Donald Trump einmal gesagt. Das Vertrauen des US-Präsidenten in die 31-Jährige ist riesig. Die beiden verbringen sehr viel Zeit miteinander.

Sie begleitete den Präsidenten auch auf seiner Reise nach Cleveland zum TV-Duell mit Joe Biden, flog mit ihm und seiner Frau und 20 bis 30 weiteren Menschen in der Air Force One. Ohne Maske, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Auch mit Jared Kushner, Trumps Schwiegersohn, soll sie in den vergangenen Tagen in engem Kontakt gestanden haben.

Hat Hope Hicks Trump mit Corona angesteckt?

Nun wurde bekannt, dass Hope Hicks mit dem Coronavirus infiziert ist und wohl auch den US-Präsidenten und dessen Frau angesteckt hat. Über Hicks' Gesundheitszustand ist bislang nichts bekannt. Melania Trump hat auf Twitter mitgeteilt, dass sie und ihr Mann sich gut fühlen würden.

Hicks selbst gilt, neben Trumps Tochter Ivanka, als die wohl engste Vertraute des Präsidenten im Weißen Haus. Sie begleitet den US-Präsidenten schon lange. Seit 2012 arbeitete sie als Model und PR-Beraterin für Ivanka Trumps Modelinie. Dabei lernte sie auch den Rest der Trump-Familie kennen.

Später übernahm sie mit gerade mal Mitte 20 die Öffentlichkeitsarbeit für Trumps Wahlkampfteam 2016 und arbeitete nach seinem Wahlsieg mehrere Monate als seine Kommunikationsdirektorin. Im Frühling 2018 erklärte sie überraschend ihren Rücktritt. Dass diese Entscheidung mit ihrer Aussage vor dem Geheimdienstausschuss zur Russland-Affäre zu tun haben könnte, wurde vom Weißen Haus stets dementiert.

Auch ob ihre Affäre mit Trump-Mitarbeiter Rob Porter eine Rolle bei ihrer Kündigung gespielt hat, ist unklar. Zwei Ex-Frauen hatten Porter häusliche Gewalt vorgeworfen. Er erhielt daraufhin keine Sicherheitsfreigabe für das Weiße Haus und wurde entlassen.

Offiziell wollte sich Hicks einfach in einem anderen Berufsfeld ausprobieren.

Ein harter Schlag für Trump

Für Trump, der sich damals gerade mitten in der Russland-Affäre befand und Mitarbeiter um Mitarbeiter gehen lassen musste, ein harter Schlag.

"Ich werde sie an meiner Seite vermissen, aber als sie mich bezüglich anderer Berufsaussichten kontaktierte, habe ich das völlig verstanden", ließ er damals verlauten.

Dennoch: Mit ihrem Rücktritt verlor er eine Mitarbeiterin, die ihm unter allen Umständen den Rücken freihielt und ihm wohl nur sehr selten widersprach. Hicks selbst hatte einmal gesagt, sie habe ein "totales Verständnis" für den Präsidenten entwickelt.

Zwar hatte sie damals "so viel Erfahrung wie eine Kaffeetasse" (Trump laut Ex-Wahlkampfmanager Corey Lewandowski über Hicks), doch gerade ihre Unbedarftheit angesichts des politischen Haifischbeckens im Weißen Haus dürfte Trump gefallen. Schließlich sieht auch er sich immer noch als Außenseiter gegenüber den Politprofis. Und wenn es sein musste, bügelte Hicks auch seine Anzüge auf.

Das Magazin "Politico" schrieb damals: "Der einsamste Mann in Washington ist noch einsamer geworden." Doch Trump war sich schon 2018 sicher: "Wir werden in Zukunft wieder zusammenarbeiten."

Im Februar 2020 kehrt Hicks zurück

Er sollte Recht behalten: Zwei Jahre lang arbeitete Hope Hicks für das Medienunternehmen 21st Century Fox, bevor sie im Februar 2020 wieder ins Weiße Haus zurückkehrte. Dieses Mal nicht in der Kommunikationsabteilung, sondern gleich als Beraterin des Präsidenten.

Es steht zu vermuten, dass Hicks Trump auch in Sachen Coronakrise beraten hat. Sie selbst scheint jedenfalls, ähnlich ihrem Chef, nicht die größte Freundin von Mund- und Nasenschutz zu sein. Auf Fotos vom Mittwoch sieht man Hicks neben Kushner auf dem Militärflugplatz Joint Base Andrews - ohne Abstand, ohne Maske.

Mit Material der dpa.

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