Angela Merkel wird für ihr Vorgehen während der Coronakrise vielfach gelobt. Das führt nach dem Eindruck von Innenminister Horst Seehofer im politischen Berlin zu Diskussionen über eine fünfte Amtszeit der Bundeskanzlerin.

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Bundesinnenminister Horst Seehofer hat seine öffentliche Zurückhaltung in der Coronakrise gerechtfertigt. "Ich nutze ein Fernsehstudio nicht als mein Wohnzimmer. Ich trete nur dann auf, wenn ich was zu sagen habe", sagte der CSU-Politiker der "Bild am Sonntag".

Vertreter von FDP und Grünen hatten zuletzt erklärten, sie vermissten öffentliche Stellungnahmen Seehofers. Der 70-Jährige hat sich in der Coronakrise von Anfang an vorsichtig verhalten. So verzichtete er bereits auf den Handschlag zur Begrüßung, als andere Politiker noch sorgloser agierten.

Seehofer: "Merkel führt Deutschland sehr stark durch die Krise"

Seehofer lobte zugleich das Krisenmanagement von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). "Angela Merkel führt Deutschland gerade sehr stark durch die Krise", sagte Seehofer der Zeitung.

Er erlebe sowohl im Kabinett als auch im Zusammenspiel mit den Ministerpräsidenten eine "hervorragende Teamarbeit" und führe das auf die "strategische Führung" Merkels zurück. "Wir können froh sein, dass wir in dieser Situation eine solche Kanzlerin an der Spitze unseres Landes haben."

Seehofer zufolge wird demnach hinter den Kulissen sogar über eine mögliche fünfte Amtszeit der Kanzlerin diskutiert: "Ich kann nicht bestreiten, dass ich den Gedanken in letzter Zeit öfter gehört habe."

Die 65-jährige Merkel hatte zusammen mit ihrem Rückzug vom CDU-Vorsitz bereits im Oktober 2018 angekündigt, dass sie nicht für eine weitere Amtszeit im Kanzleramt zur Verfügung steht. (dpa/mbo)

Angela Merkels Impfstoff-Plan: Acht Milliarden Euro fehlen

Die Bundeskanzlerin kündigte am Samstag in ihrem Video-Podcast einen "deutlichen" Beitrag von Deutschland für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus an. "Heute fehlen für die Entwicklung eines Impfstoffes noch geschätzt etwa acht Milliarden Euro", sagte Merkel. Fotocredit: Michael Kappeler/dpa-Pool/dpa