Die Vorwahlen auf lokaler Ebene sind der Startschuss der US-Präsidentschaftswahl und ein wichtiges Signal für den anstehenden Wahlkampf. Ihr Format ist dabei mitunter kurios: Die Parteimitglieder treffen sich in Sporthallen und stimmen öffentlich für ihre Favoriten.

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In diesem Jahr wählen die Bürger der USA ihr neues Staatsoberhaupt: Die Wahlen sind für den 3. November angesetzt, dann entscheiden sie, ob Donald Trump sein Amt als Präsident behalten darf oder es an einen Konkurrenten oder, zum ersten Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten,­ an eine Konkurrentin abgeben muss.

Zehn Monate scheinen eine lange Zeit zu sein, doch in der Nacht von Montag auf Dienstag fällt bereits der Startschuss der ersten Phase des Wahlkampfs. In dem US-Bundesstaat Iowa finden die sogenannten Caucuses statt, also die parteiinterne Vorentscheidung für die Nominierungen der Präsidentschaftskandidaten.

Ausgang bei Demokraten völlig offen

Während es sich bei den Republikanern dabei um eine rein formelle Bestätigung der Kandidatur von Donald Trump handelt, ist der Ausgang bei den Demokraten völlig offen - und ein harter Wettbewerb wird erwartet.

Die Versammlungen der beiden Parteien finden in jedem der 1.680 Wahlbezirke des Bundesstaates zum gleichen Zeitpunkt statt. Sie werden an öffentlichen Orten wie Gemeindesälen, Klassenzimmern und Sporthallen abgehalten. In ihrem Rahmen diskutieren die Parteimitglieder über die möglichen Kandidaten ihrer Partei für den Präsidentschaftswahlkampf und wählen ihre Favoriten.

Dadurch, dass die Caucuses in Iowa traditionell die ersten parteiinternen Vorwahlen im ganzen Land sind, haben sie als erstes Stimmungsbarometer des Wahljahres eine besondere Relevanz und erhalten sehr viel Aufmerksamkeit. Denn wer in Iowa gewinnt, hat große Chancen, auch beim nationalen Parteitag zum Spitzenkandidaten gewählt zu werden. So wurde seit 1972 in 9 von 12 Fällen der Kandidat der Demokraten, den Iowa nominierte, anschließend wirklich zum Spitzenkandidaten der Partei.

Angeregte Diskussion auf lokaler Ebene

Die Caucuses zeichnen sich außerdem durch ihr diskursives Format auf lokaler Ebene aus: Bei den Treffen diskutieren die Parteimitglieder über die Kandidaten und versuchen dabei Familienmitglieder, Nachbarn und Kollegen von ihrem Favoriten zu überzeugen. Auf diese Art werden die Politiker und ihre Programme auch einem ersten Glaubwürdigkeitstest unterworfen.

Im Anschluss an die Diskussion stimmen die Anwesenden über die Kandidaten ab. Dabei kommen verschiedene Methoden zum Einsatz: teils wird schriftlich abgestimmt – in Iowa nutzen die Republikaner diese Methode –, teils wie die Demokraten, indem die Wählenden sich im Raum an vorab festgelegten Orten versammeln, um so die Präferenz für einen Kandidaten auszudrücken.

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Nur Kandidaten, die auf mindestens 15 Prozent der Stimmen kommen, werden im Endergebnis berücksichtigt, das im Anschluss an das Hauptquartier der Partei übermittelt wird. Dann werden Delegierte für jeden Kandidaten gewählt, deren Anzahl in Proportion zu dessen Abstimmungsergebnis steht. Diese Delegierten werden am Parteitag des Bundesstaats teilnehmen, bei über den favorisierten Kanidaten des Staates abgestimmt wird.

Primaries sind das üblichere Vorwahlverfahren

Die Demokraten Iowas bewerben die Vorwahlen auf ihrer Website als "gelebte Demokratie", bei denen "viel Bewegung und ein lebendiger Dialog zwischen den Teilnehmern" erwartet werde. Die Republikaner bezeichnen die Caucuses etwas herablassend als "Ausgangspunkt für Graswurzel-Aktivismus".

Nachdem die Caucuses in Iowa abgeschlossen sind, werden sie noch in den fünf Staaten Hawaii, Kentucky, Nevada, North Dakota und Wyoming von mindestens einer Partei durchgeführt. Die weitaus geläufigere Methode die Spitzenkandidaten zu nominieren, sind die sogenannten Primaries, bei denen mittels einer geheimen, schriftlichen Abstimmung gewählt wird.

Die Parteien entscheiden selbst, in welcher Form sie die Nominierungen durchführen wollen, daher gibt es Staaten wie North Dakota, in denen die Demokraten Primaries und die Republikaner Caucuses veranstalten oder Nevada, wo die Demokraten per Caucus abstimmen und die Republikaner gar keine Vorwahlen abhalten.

Unabhängig vom Wahlverfahren wird diese Phase am 2. Juni in allen Staaten abgeschlossen sein. Anschließend versammeln sich beide Parteien bei ihrem jeweiligen landesweiten Parteitag und treffen die finale Entscheidung über ihren Spitzenkandidaten auf der Basis der Vorwahlen, um dann in die heiße Phase des Wahlkampfes einzutreten.

Verwendete Quellen:

  • thecaucuses.org: Iowa Caucuses FAQ (Democrats)
  • iowagop.org: Caucus FAQ (Republicans)
  • USA.gov: Presidential Election Process
  • National Conference of State Legislatures: State Primary Election Types

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