Alle Spiele, alle Tore! Jahrelang warb der Pay-TV-Anbieter Sky mit diesem Slogan für die Fußballübertragungen. Doch das ist Vergangenheit. Die Zeiten, in denen der Fan lediglich ein Sky-Abo brauchte und damit alle Partien der 1. und 2. Bundesliga sehen konnte, sind vorüber. Wir erklären, welche Abos der Zuschauer braucht und was der ganze Spaß kostet.

Warum ist das eigentlich so kompliziert?

Situation in deutschen Stadien droht zu eskalieren. Das sind die Gründe.

Den Fernseh-Wirrwarr haben wir hauptsächlich unserem Bundeskartellamt zu verdanken. Die deutsche Wettbewerbsbehörde hat untersagt, dass weiterhin ein Anbieter die Rechte aller Live-Übertragungen hält. Der Spielplan musste auf mindestens zwei Sender verteilt werden.

Eigentlich soll das den Verbrauchern zugute kommen: Das Kartellamt wollte verhindern, dass Sky weiterhin ein Monopol auf die Bundesliga-Live-Übertragung hält.

Durch den Wettbewerb zweier Anbieter sollen die Fernsehsender dazu gebracht werden, ihre Produkte weiterzuentwickeln und den Verbrauchern gute Angebote zu unterbreiten - soweit die Theorie.

In Wahrheit aber profitiert nur die Deutsche Fußball Liga davon, die für die Übertragungsrechte mehr Geld kassiert als je zuvor. Für den Verbraucher hingegen wird alles teurer und komplizierter.

Die Bundesliga stellt allerdings keine Ausnahme dar. Viele große Profiligen (zum Beispiel die englische Premier League oder die American Football Liga NFL) verteilen die Live-Rechte auf mehrere Anbieter.

Und welche Spiele laufen nun auf welchem Sender?

Sky überträgt in der kommenden Saison insgesamt 572 Spiele der Bundesliga und der 2. Bundesliga live. Die Partien der 2. Liga werden komplett übertragen – sowohl einzeln wie auch in der Konferenz.

Wenn das Herz also für einen Zweitligisten wie den 1. FC Nürnberg oder den FC St. Pauli schlägt, ist ein Sky-Abo weiterhin ausreichend.

In der Bundesliga überträgt Sky alle am Samstag stattfindenden Bundesligaspiele einzeln und in der Konferenz. Hinzu kommen die Sonntagsspiele, die um 15:30 Uhr und um 18 Uhr angepfiffen werden.

Auch die Partien der „englischen Wochen“ mit den Dienstag- und Mittwochsspielen werden live übertragen.

Weitere 45 Spiele sind lediglich beim Pay-TV-Anbieter Eurosport zu sehen. Darunter fallen 30 Freitagabendspiele, sowie die jeweils fünf Partien am Sonntag um 13:30 Uhr und am Montagabend.

Hinzu kommen die insgesamt vier Relegationsspiele nach Saisonende sowie der jährlich stattfindende Supercup.

Was kostet das Abo bei Sky?

Ein Sky-Abo setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen. Die günstigste Option ist das Sky-Starter-Paket in Verbindung mit dem Fußball-Bundesliga-Paket. Die monatlichen Kosten dafür betragen im ersten Jahr 19,99 Euro, im zweiten Jahr 37,49 Euro. Die Übertragung in HD kostet etwa 10 Euro extra. Unabhängig davon kommt eine einmalige Aktivierungsgebühr und Logistikpauschale von 31,90 Euro hinzu.

Wer auch die Partien im DFB-Pokal und in der Champions-League verfolgen möchte, muss das Sport-Paket hinzubuchen. Aber Achtung: Nur in der bevorstehenden Saison hat Sky noch die Rechte für komplett alle Champions-League-Spiele. Ab der Saison 2018/2019 beginnt auch dort der Fernseh-Wirrwarr, weil Sky und der Streamingdienst DAZN sich die TV-Rechte teilen.

Ein kleiner Tipp: Wer das Abo bei Sky zum Ende des zweiten Jahres gekündigt hat, erhält oftmals günstigere Angebote für eine Vertragsverlängerung. Geduld zahlt sich hierbei aus.

Das beste Angebot wird meist wenige Tage vor Ende der Vertragslaufzeit verschickt.

Was kostet das Abo bei Eurosport?

Bis zum 31. August kostet der Jahrespass beim Eurosport Player 29,99 Euro. Problem ist nur: Die Bilder landen dadurch nicht unbedingt auf dem großen Fernseher. Stattdessen können die Spiele am Computer, Tablet oder Smartphone (iOS oder Android) verfolgt werden.

Aktuell kann der Eurosport Player weder über die Smart Dienste der modernen Fernseher noch über Geräte wie dem Fire TV abgerufen werden. Lediglich der Apple TV ab der vierten Generation ist dazu in der Lage.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Übertragungen per Chromecast Stick oder Computer und HDMI-Kabel auf den TV zu übertragen.

Auch über die Satelliten-Plattform HD+ können die Spiele auf dem Fernseher verfolgt werden. Allerdings ist das nicht flächendeckend in Deutschland möglich. Zudem sind die Kosten höher: Nach einer Testphase bis zum 4. September kostet das Eurosport-Paket für HD+-Kunden 5 Euro im Monat oder 55 Euro für ein komplettes Jahr.

Auch für Amazon-Kunden wird das Pay-TV-Paket von Eurosport zugänglich sein. Das kündigte der Sender zwei Tage vor Bundesligastart an. Kunden von "Amazon Prime" können dann in den Streaming-Kanälen den "Eurosport Player" dazu buchen. Nach einer siebentägigen Testphase schlägt das Abo mit 4,99 Euro im Monat zu Buche - zusätzlich zu dem normalen Preis für "Amazon Prime".

Weitere Verbreitungswege sind geplant.

Und was läuft noch im Free-TV?

Leider nicht mehr viel. Das Eröffnungsspiel am 18. August zwischen dem FC Bayern München und Bayer 04 Leverkusen wird beim ZDF ebenso zu sehen sein wie ein Spiel am letzten Spieltag der Hinrunde und der Rückrundenauftakt.

Auch die Relegationsspiele um den Aufstieg in die 2. Liga werden übertragen. Das Montagabendspiel der 2. Bundesliga auf Sport 1 fällt weg.

Immerhin: Die Bundesliga-Highlights werden weiterhin bei der ARD-Sportschau und dem ZDF Sportstudio ausgestrahlt. Neu dabei ist der Sender RTL-Nitro, der am Montagabend auf den Spieltag zurückblickt.