Der FC Bayern München holt den historischen vierten Meistertitel in Folge. Dieser Coup hat ein bisschen Gesang und Tanz zur Folge. Richtige Partystimmung will beim Rekordmeister aber nicht aufkommen.

Der deutsche Rekordmeister hat mal wieder zugeschlagen. Durch den 2:1-Erfolg im Oberbayern-Derby gegen Ingolstadt krönt sich der FC Bayern zum 26. Mal zur besten deutschen Fußballmannschaft des Jahres.

Nach dem Spiel jubelt die Mannschaft auf dem Platz, ein bisschen Humba mit den Fans ist auch dabei. Von Weißbierduschen und Ekstase ist trotz der Meisterschaft nichts zu sehen.

In der Kabine geht es klassisch mit den inzwischen routinemäßigen "Campeones, Campeones"-Gesängen weiter. Warum sich dieser Schlachtruf bei Mannschaften auf der ganzen Welt unabhängig von der Anzahl der vertretenen Spanier etabliert hat, bleibt ein Rätsel.

Nachdem diese Pflicht erledigt war, drehte zumindest Samba-Brasilianer Rafinha ein wenig auf. Seine kleinen Tänzchen kommen immer gut an. Auch David Alaba ist begeistert.

Apropos begeisterter Alaba: Der Österreicher schmettert auf der kurzen Busfahrt zurück an die Säbener Straße die Bayern-Hymne schlechthin. Viel Begeisterung über den "Stern des Südens" kommt bei den meisten Spielern, die um ihn herum sitzen, aber nicht auf. Zumindest einer, der die Social-Media-Fahne des FCB hochhält.

Einen netten Gruß an den frischgebackenen Meister schickten die Basketballer des FCB an ihre kickenden Kollegen. Deren Gesangskünste können mit denen Alabas aber nicht annähernd mithalten. Aber bilden Sie sich ihre eigene Meinung.

Die Bayern haben also gefeiert, wenn auch nur auf Sparflamme. Und wer will es dem FCB nach einer kräftezehrenden Saison und dem bitteren Ausscheiden aus der Champions League gegen Atlético Madrid vier Tage zuvor verdenken?

Karl-Heinz Rummenigge brachte die Gemütslage des FCB wohl am besten auf den Punkt: "Der Titel wird uns ein bisschen die Wunden schließen lassen, die es am Dienstag ohne Frage gegeben hat."