• In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" spricht VfB Stuttgarts Vorstandsvorsitzender Thomas Hitzlsperger über die Debatte über die Vereinsausgliederung in eine Fußball-AG.
  • Auch auf den Machtkampf mit Vereinspräsident Claus Vogt, der in einer Schlammschlacht endete, kommt er zu sprechen.
  • Dabei gab er zu, sich getäuscht zu haben.

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Bei der Zusammenarbeit zwischen VfB-Vorstandschef Thomas Hitzlsperger und dem Vereinspräsidenten Claus Vogt knirschte es bisher noch gewaltig. Der 38 Jahre alte ehemalige Nationalspieler befindet sich in einem Machtkampf mit Präsident Vogt und steht deswegen seit Wochen in der Kritik.

Zu den genauen Gründen für den offenen Brief, mit dem er das schlechte Verhältnis der beiden Führungsfiguren im Dezember öffentlich machte und Vogt frontal angriff, hat sich Hitzlsperger bisher nicht geäußert.

In einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" (Freitag, Artikel hinter Bezahlschranke) gab er allerdings an, dass er sich zugetraut habe, ein guter Präsident zu sein. "Meine Überlegung war, dass die Fans, wenn sie mich wählen, dann in der AG gut repräsentiert sind. Ich muss aber feststellen: Da habe ich mich getäuscht", sagte Hitzlsperger.

Hitzlsperger: "Die Diskussion hätte man damals führen müssen"

Von einer Debatte um die Rechtmäßigkeit der Abstimmung zur Ausgliederung einer Fußball-AG vom Verein VfB Stuttgart hält Hitzlsperger nichts: "Ich will nicht die Vergangenheit verteidigen, aber die Diskussion hätte man damals führen müssen", sagte der Vorstandsvorsitzende der VfB Stuttgart 1893 AG in dem SZ-Interview.

"Die Entscheidung ist gefallen, und wenn wir hier weiter einen attraktiven Fußball sehen wollen und ein attraktiver Standort für Spieler sein wollen, kann meine Aufgabe jetzt nur sein, nach vorne zu schauen und aufzupassen, dass sich Dinge nicht wiederholen."

Das Thema war und ist bei dem Fußball-Bundesligisten emotional. 2017 gab es eine außerordentliche Mitgliederversammlung, bei der über die Entscheidung für oder gegen die Ausgliederung abgestimmt wurde.

Mehr als 14.000 Mitglieder waren anwesend, mehr als 12.000 davon waren stimmberechtigt. Nur 9.099 Personen beteiligten sich aber an der wohl wichtigsten Abstimmung der Vereinsgeschichte. Seither gab es immer wieder Menschen, die behaupteten, ihr Stimmgerät habe nicht funktioniert. Zuletzt wurde die Debatte durch einen Bericht des "Spiegel" angeheizt.

Hitzlsperger: "Kämpfen mit den Nachwehen der Ausgliederung"

Er könne zu den Vorgängen damals im Detail nichts sagen, "ich war da noch nicht dabei", sagte Hitzlsperger. "Mir wurde die Erklärung gegeben, dass während so einer Veranstaltung Leute auch kommen und gehen." Hitzlsperger war 2016 in einer Funktion als Berater zum VfB zurückgekehrt. Hitzlsperger gab aber zu: "Wir kämpfen, wie viele andere Vereine auch, mit den Nachwehen der Ausgliederung der Profiabteilung. Seit Dezember 2019 gibt es nun erstmalig einen ehrenamtlichen Präsidenten im Verein und einen hauptamtlichen Vorstandsvorsitzenden in der AG. Wir sind ein Traditionsklub, der nun eine professionelle Struktur benötigt, um in der Bundesliga konkurrenzfähig zu sein." (lh/dpa)

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