Auf die drastische Kritik an seiner Spielweise hat Bayern-Torjäger Robert Lewandowski nach dem Pokal-Achtelfinale in Berlin mit einem ebenso drastischen Konter reagiert: Sky-Experte Dietmar Hamann, als Spieler neun Jahre lang in Diensten des FC Bayern, warf Lewandowski Lustlosigkeit vor und empfahl dem Rekordmeister, den 30-Jährigen zu verkaufen. Das lässt sich Lewandowski nicht gefallen.

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Der frühere Nationalspieler Dietmar Hamann kommentiert seit Jahren als TV-Experte den nationalen und internationalen Fußball. Mit einem über zweiminütigen Kommentar über Robert Lewandowski zog sich der Analyst des Bezahl-Senders Sky den Zorn des polnischen Torjägers des FC Bayern München zu.

Hamann: Lustloser Lewandowski in Leverkusen

Hamann hatte nach dem 1:3 der Bayern im Bundesligaspiel in Leverkusen zum Rundumschlag gegen Lewandowski ausgeholt, diesem Lustlosigkeit und fehlende Einstellung unterstellt.

"Ich glaube, dass Lewandowski zum Problem für Bayern München wird. Seine Theatralik, sein Abwinken, sein zum Teil lustloses Verhalten auf dem Platz. Ich glaube, es ist offensichtlich, dass er ein Einzelgänger ist", hatte Hamann im Rahmen der Diskussionsrunde "Sky90" angemerkt.

Hammann erinnerte an Lewandowskis Beschwerde nach dem letzten Bundesligaspiel der Saison 2016/17. Damals besiegten die Bayern am 34. Spieltag den SC Freiburg daheim mit 4:1.

Lewandowski erzielte keinen der vier Treffer und musste deshalb die Torjägerkrone mit 30:31 Treffern zähneknirschend seinem ehemaligen Dortmunder Kollegen Pierre-Emerick Aubameyang überlassen. Schmollend hatte sich Lewandowski anschließend über die mangelnde Unterstützung seiner Teamkollegen beschwert.

Hamann fordert Bayern zum Verkauf Lewandowskis auf

Hamanns Ausführungen gipfelten in der Empfehlung an Lewandowskis Arbeitgeber FC Bayern, sich im Sommer nach einem neuen Mittelstürmer umzusehen und Lewandowski zu verkaufen: "Der Klub soll sich im Sommer ernsthaft überlegen, einen ersten und keinen zweiten Stürmer zu holen. Das würde natürlich heißen, dass du ihn abgibst."

Bayern-Coach Niko Kovac aber hat Lewandowski in der zurückliegenden Winterpause erst zum dritten Kapitän befördert und damit in der Mannschafts-Hierarchie mit mehr Verantwortung versehen. Zuvor hatte der in der Vergangenheit oft und offen wechselwillige Lewandowski sich zum Verein bekannt und betont, er könne sich ein Karriereende beim FC Bayern vorstellen.

Lewandowski: Hamann redet "Blödsinn" und hat keine Ahnung

Insofern "interessiert (es) mich nicht, was jemand über mich sagt. Ganz besonders nicht, wenn das nur totaler Blödsinn ist", antwortete Lewandowski nach dem 3:2 nach Verlängerung im DFB-Pokal in Berlin auf die drei Tage zurückliegende Kritik Hamanns.

Lewandowski aber ging nicht direkt auf das ein, was Hamann aufgegriffen hatte. Hamann war es um Lewandowskis Einstellung gegangen. Der aber konterte: "Ich denke nicht, dass er viel von Taktik versteht."

Gegen die Hamann-Kritik hatte sich zuvor auch schon Lewandowskis Berater Maik Barthel zur Wehr gesetzt. Auch er unterstellte Hamann, keine Ahnung von Taktik zu haben: "Dass er die Ursache hauptsächlich bei Robert sieht, spricht für mich für sein taktisches Verständnis", sagte Barthel der "Bild". (hau/AFP)

Niko Kovac stellt sich vor Bayern Münchens Unglücksraben Mats Hummels

Mats Hummels' kapitaler Kopfballfehler brachte den FC Bayern im Achtelfinale des Pokals in Berlin unnötig in Bedrängnis. Letzten Endes aber reichte es für die Gäste bei Hertha BSC zu einem 3:2 nach Verlängerung. Bayern-Trainer Niko Kovac warnt die Journalisten nach den 120 Minuten davor, ihre Häme über Hummels auszukübeln. © DAZN