Bastian Schweinsteiger zählt zu den besten deutschen Fußballern aller Zeiten, doch auf dem Weg dorthin erlebte er auch zahlreiche Rückschläge. Nach dem Rücktritt des Mittelfeldspielers im Jahr 2019 hat Schauspieler und Filmproduzent Til Schweiger eine Dokumentation über Schweinsteigers Karriere mit dem Titel "Schweinsteiger: Memories - Von Anfang bis Legende" produziert, die ab 5. Juni exklusiv auf Amazon abrufbar ist. Wir haben vorab einen Blick auf die Produktion werfen können.

Eine Kritik
von Markus Bosch

"Es geht um Erinnerungen!" Einer der ersten Sätze, die Bastian Schweinsteiger in einem etwas dunkel geratenen Interview-Set im Rahmen der Produktion spricht, gibt die Marschrichtung für die kommenden knapp zwei Stunden vor. Es wird Schweinsteigers Weg vom Bub aus Oberaudorf zum Weltmeister und zur Fußball-Legende erzählt.

Videoaufnahmen zeigen Bastian Schweinsteiger als Kind

Neben dem früheren Bayern-Profi kommen auch viele seiner Weggefährten zu Wort. Zudem wurde fleißig im Archiv gestöbert, um die größten Triumphe und die schmerzvollsten Niederlagen wieder aufleben zu lassen. Highlights sind die Videoaufnahmen von Schweinsteigers Vater, Fred, die seinen Sohn beim Skifahren oder beim Fußballspielen als Knirps zeigen.

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Neben den sportlichen Meilensteinen gewährt Schweinsteiger auch einige Einblicke in sein Privatleben mit seiner Ehefrau, der früheren Tennisspielerin Ana Ivanovic. So gibt es Bilder von der Hochzeit des Paares im Jahr 2016 in Venedig zu sehen, die so bisher noch nicht zu sehen waren.

Chronologisch endet die Dokumentation mit Schweinsteigers letztem Spiel im Oktober 2019. Allerdings hält sich die Dokumentation nicht strikt an die zeitliche Abfolge, sondern springt munter zwischen einzelnen Ereignissen hin und her.

Schweinsteigers größte Momente neu erzählt

Die Dokumentation bringt einige Fakten ans Licht, die so bis dato noch nicht bekannt waren. Gerade bei der WM 2014 hätte schnell auch alles ganz anders kommen können, wie Schweinsteiger verrät.

Auch das tragische Champions-League-Finale von 2012 wird ausführlich behandelt - eine für jeden Bayern-Fan noch immer nicht ganz verheilte Narbe. Die Erfolge und Höhepunkte hingegen lassen auch noch nach Jahren Gänsehaut spüren.

Hier kommt die größte Stärke des Schweiger-Werks zum Tragen: Durch die Erzählungen von Schweinsteiger und seinen Wegbegleitern fühlt man sich noch einmal zurückversetzt in jene Momente und kann den WM-Triumph 2014 oder das Triple 2013 mit dem FC Bayern noch einmal nachempfinden. Doch auch Schweinsteigers schwere Stunden, als er sich drei Jahre lang mit lädiertem Sprunggelenk über den Rasen schleppen musste, werden gezeigt.

Schweinsteigers Versprechen vom Anfang wird eingehalten

Die Dokumentation arbeitet noch einmal heraus, warum Schweinsteiger auch außerhalb des Bayern-Kosmos so viele Fans hatte. So zählte er zwar immer zu den besten Spielern Deutschlands, doch zahlreiche Rückschläge machten ihn stets auch ein Stück weit menschlich. Anders als sein ehemaliger Bayern-Teamkollege Philipp Lahm, der überraschenderweise kein Teil der Dokumentation ist, stand Schweinsteiger auch immer für eine gewisse Lässigkeit. Dies kommt in vielen privaten Szenen der Dokumentation besonders zur Geltung.

Alles in allem ist "Schweinsteiger – von Anfang bis Legende" ein gelungenes Werk, ohne jedoch am Fließband neue Erkenntnisse über die ehemalige Nummer "31" des FC Bayern zu liefern. Die Dokumentation lässt viele Schweinsteiger-Momente wieder aufleben und ist daher vor allem für die Fans des gebürtigen Oberaudorfers Pflichtprogramm. Der Film bietet unterhaltsame zwei Stunden mit unvergesslichen Momenten aus der Karriere des Deutschen. Schweinsteigers Versprechen vom Anfang wird gehalten.