Rasante Partie mit Starbesetzung

Ein etwas ungewöhnlicher Anblick bietet sich den Zuschauern am 25.4.2006 im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark in Berlin: Menschengroße Plüschtiere bilden ein buntes Durcheinander auf dem Rasen, vom Krokodil bis zum Zebra ist alles geboten.

Grund für das außergewöhnliche Spektakel ist das Allstar-Game der Bundesliga-Maskottchen beim Coca-Cola Ticket Kick. "Fritzles Kicker Allstars" treten an gegen "Herthino & Friends".

In 30 Minuten Spielzeit bietet sich ausreichend Gelegenheit zu unkonventionellen Manövern. So bemüht sich "Emma", die Biene von Borussia Dortmund, um einen Vorteil und versucht kurzerhand, das gegnerische Tor vom Feld zu tragen. Grund zum Verzweifeln hat das schwarz-gelbe Maskottchen dann letztendlich nicht: Mit glorreichen 5:2 kann ihr Team den Sieg davontragen.

Nicht erst seit dem "Allstar-Game" und der "Ersten Offiziellen TV total Maskottchen Weltmeisterschaft", die am 1.6.2006 stattfand, erfreuen sich die Plüschriesen besonderer Beliebtheit. Autogrammkarten, Fernsehauftritte und Freundschaftsspiele sind längst keine Seltenheit mehr. Auf den nächsten Seiten erfahren Sie mehr über die Maskottchen der Bundesliga und ihre Eigenheiten.

Brasilianischer Hauptstadtbär Herthinho

"Herthinho" leistet seit 1999 vollen Einsatz: Mit dem Fallschirm springen, ein Skirennen fahren oder von einem Kran am Seil ins Stadion schweben - Das Maskottchen von Hertha BSC ist für jeden Spaß zu haben.

Doch der zottelige Braunbär hat nicht immer Glück. Bei einer U-Bahn-Fahrt mit feiernden Herthafans zum Berliner Olympiastadion rutschte er auf einer leeren Bierflasche aus und verlor dabei die Kontrolle. Aus eigener Kraft konnte das Maskottchen sich nicht mehr aufrichten.

Währenddessen bemerkte Andres "Zecke" Neuendorf, Spieler bei Hertha BSC, Herthinhos Abwesenheit. Die Spieler standen im Mittelkreis schon zum Anstoss bereit. Andres deutete dem Schiedsrichter zu warten, rannte los und kam rechtzeitig zum Spiel mit dem deutsch-brasilianischen Bär ins Stadion zurück.

Der Plüschriese steht Andres Neuendorf in Sachen Hilfsbereitschaft jedoch in nichts nach: Bei der ersten offiziellen Maskottchen-Weltmeisterschaft von TV total half er dem HSV-Dino "Hermann" über die letzten Hürden des Parcours. Herthinhos Motto: Alle für Einen - Einer für Alle.

VfB-Maskottchen "Fritzle"

Das Stuttgarter Krokodil "Fritzle" ist zum Fürchten: Als beim Allstar-Game der Bundesliga-Maskottchen das dritte Tor der gegnerischen Mannschaft fiel, wollte "Fritzle" kurzerhand den Schiedsrichter fressen, um auf diese Weise das Spiel gewinnen.

Aber der Plan misslang: Das Krokodil wurde mit einer roten Karte vom Platz verwiesen. Selbst die eigenen Fans akzeptierten den Plüschriesen zu Beginn seiner Karriere kaum.

Mehr Grund zum Jubeln hatte das Maskottchen dann aber im Mai 2007, als Stuttgart den Meistertitel holte. "Fritzle" bewies, dass er trotz seines hohen Maskottchenalters - mit 15 Jahren gehört das Krokodil schon zu den alten Hasen unter den Maskottchen - noch jung genug zum Feiern ist.

Nach dem erfolgreichen Finale sprang er mitten in die Traube der Spieler, die sich über ihren Sieg freuten. Seit diesem Erfolg kann sich auch "Fritzle" inzwischen großer Beliebtheit erfreuen.

Duisburg-Zebra "Ennatz"

Seinen Namen verdankt das schwarz-weiß gestreifte Maskottchen dem MSV-Spieler Bernard "Ennatz" Dietz, dem bis heute zweitbesten Bundesliga-Torschützen der Duisburger.

Bei der 1. offiziellen Maskottchen-WM von TV total konnte das Zebra dem Namensgeber alle Ehre machen: Nur knapp verpasste "Ennatz" die Medaillenränge, ließ 42 andere Teilnehmer hinter sich und stürmte auf den vierten Platz.

Von etwa 230 Artikeln, die der Fanshop des MSV anbietet, drehen sich nicht weniger als 40 Produkte nur um Maskottchen „Ennatz“. Auch an die Jüngsten wird gedacht: Es gibt sogar eine Ennatz-Babyflasche.

Steinadler Attila

Seit 2005 ist Adler Attila das lebende Maskottchen von Eintracht Frankfurt. Mit einer Flügelspanne von 190 Zentimetern kann er sich großer Beliebtheit erfreuen.

Die eigene Autogrammkarte, original unterschrieben mit dem Abdruck des Adlergreifs und ein Auftritt mit Stürmerstar Francisco Copado im ZDF-Sportstudio lassen Starallüren des gefiederten Glücksbringers vermuten. Neben den üblichen Auftritten bei allen Bundesliga- und Heimspielen von Eintracht Frankfurt in der Commerzbank-Arena, hat das Maskottchen sogar eine eigene Tour namens "Attila on Tour".

Doch der Adler scheint auf dem Boden geblieben zu sein, in seinem Steckbrief gibt er sich bescheiden: Als Schlagzeile wünscht sich der 3,5 Kilo schwere Raubvogel den Meistertitel für die Eintracht, er betont seinen umweltfreundlichen Charakter - immerhin fliegt er ohne Treibstoff - und verrät sogar die Marke seines Lieblings-Duschgels. Nach eigenen Angaben ist der berühmte Steinadler übrigens noch Single.

Dino "Hermann"

Maskottchen "Hermann" kann sich bei seiner Namensgebung auf zwei Gründe berufen: Für den HSV, der als einziger Verein von Anfang an in der Bundesliga dabei ist, kommt als Maskottchen natürlich nur ein Dino in Frage.

Seinen Namen verdankt das blaue Plüschtier dem Kult-Masseur Hermann Rieger, der 27 Jahre lang für den HSV arbeitete.

2004 hat das Maskottchen zusammen mit mehreren Kindern ein eigenes Lied aufgenommen. "Hermann unser Dino" heißt das Lied, das bei einem Heimspiel gegen Borussia Dortmund seine Premiere feierte.

"Hermann" steht sogar schon im Guiness-Buch der Rekorde: Ein Sammler präsentierte im März 2007 seine weltrekordwürdige Sammlung von mehr als 200 Sportmaskottchen aus aller Welt, unter ihnen auch der HSV-Dino.