Als Deutschland bei der Handball-EM gegen Außenseiter Niederlande auf dem Weg zu einem sicheren Sieg ist, unterläuft Bundestrainer Christian Prokop vor Millionen von Fernsehzuschauern ein Fauxpas.

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Handball-Trainer haben gegenüber vielen ihrer Kollegen aus anderen Sportarten den Vorteil, das Spiel unterbrechen zu können. Auszeit nennt sich dieses Mittel. Drei pro Spiel und Mannschaft gestattet das Regelwerk. Dann versammeln sich die Spieler für jeweils eine Minute um ihren Coach und lauschen dessen Anweisungen.

Auszeit für Christian Prokops Namensgedächtnis

Christian Prokop, verantwortlich für die Geschicke der deutschen Nationalmannschaft, sorgte im Rahmen einer solchen Auszeit zum EM-Start gegen die Niederlande für einen kuriosen Moment.

Prokop formuliert gerade die geplanten taktischen Varianten, als er stockt: "Und zweite Möglichkeit ist, dass man vielleicht, äh, äh … wie heißte?" Timo Kastenings Vorname fällt dem Bundestrainer nicht mehr ein. Kastening nimmt es locker und antwortet grinsend: "Timo!"

Nach dem 34:23-Erfolg musste Prokop über die Szene, die dank Kameras und Mikrofonen auch die TV-Zuschauer live mitverfolgen konnten, selbst schmunzeln.

Prokop: "Wollte lockeren Spruch machen"

"Das war ein bisschen trantütig", gab der 41-Jährige zu, um sich dann in eine Erklärung zu retten, die eher wie eine Ausrede wirkte: "Ich wollte einen lockeren Spruch machen, einfach ein bisschen Auflockerung reinbringen. Ist doch ganz klar, dass es ein Spaß war."

Fraglos lockerte Prokop in jenem Moment die Stimmung auf und entspannte die Mannschaft. Deren Erfolg fiel nach nur zwei Toren Vorsprung zur Halbzeit (15:13) mit elf Toren Differenz am Ende noch standesgemäß aus.

Timo Kastening kennt das schon

Kastening, der noch kein Jahr Nationalspieler und erstmals bei einer EM dabei ist, nahm es mit Humor. "Das war witzig. Vielleicht bin ich ein bisschen zu klein, sodass er mich nicht sieht", bemerkte der Rechtsaußen: "In der Regel kennt Christian meinen Namen."

In Hannover, wo er Bundesliga-Handball spielt, habe er einen spanischen Trainer (Antonio Carlos Ortega, Anmerk. d. Red.), fügte der 24-Jährige an. "Der sucht auch häufig meinen Namen. Das bin ich gewohnt." (hau/dpa/AFP)

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