Comeback im Davis-Cup-Team: Die deutsche Nummer eins im Tennis, Philipp Kohlschreiber, will nach der Entlassung des Teamchefs Carsten Arriens wieder für Deutschland auflaufen. Unterstützen wird ihn dabei ein Mentalcoach, der auch schon am Dschungelcamp teilnahm.

Aus dem Dschungel auf den Tennisplatz. Gut, die Teilnahme von Carlo Thränhardt bei der RTL-Show "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" ist schon rund elf Jahre her. Nun aber hat er einen neuen Job. Der frühere Hochspringer ist neuer Mentalcoach des deutschen Tennisprofis Philipp Kohlschreiber. "Er ist absolut bereichernd, absolut lustig. Carlo ist ein sehr lebensfreudiger Mensch. Die Energie, die man von ihm bekommt, ist sicherlich sehr, sehr gut für den Sport", sagte "Kohli" am Donnerstag bei einem Pressegespräch im Vorfeld der BMW Open in München (25. April bis 3. Mai).

Tennis-Routinier Haas ist 36 - plant aber dennoch sein Comeback.

Thränhardt glaubt, er könne bei Kohlschreiber lediglich "Grundvoraussetzungen schaffen", ihn einen Tick "schneller und schnellkräftiger" machen. Alles andere müsse sein Schützling selbst erledigen. "Er ist schon ein unglaublich guter Tennisspieler", urteilt Thränhardt über die Nummer 22 der Weltrangliste.

Philipp Kohlschreiber sieht sich nicht als "Buhmann"

Das Tennisjahr 2015 verlief für Kohlschreiber bisher enttäuschend. In den vergangenen Turnieren schied er relativ früh aus. Er sorgte eher durch einen Zoff mit dem früheren Davis-Cup-Teamchef Carsten Arriens für Aufsehen. Der 45-Jährige wollte "Kohli" zuletzt nicht mehr für das deutsche Team nominieren. Eine geplante Aussprache mit der deutschen Nummer eins am Rande der "Australian Open" im Januar ließ Arriens jedoch ohne Angabe von Gründen platzen. Danach entließ der "Deutsche Tennis Bund" (DTB) den Davis-Cup-Teamchef.

Kohlschreiber weist jede Schuld an der Entlassung von sich: "Ich habe gewartet und habe mich auch gewundert, dass er nicht gekommen ist. Daraufhin wurden Entscheidungen getroffen, mit denen ich nichts zu tun hatte." Er sehe sich auch nicht in der Rolle als "Stolperfalle, Buhmann oder Auslöser".

Die deutsche Nummer eins wolle die Differenzen nun erst einmal ruhen lassen und "nicht gleich wieder darauf losgehen": Sollten sich die beiden aber in näherer Zukunft wieder begegnen, werde es so sein wie vorher, sagte Kohlschreiber: "Sich nett Hallo sagen und fragen, wie es einem geht." Mehr aber auch nicht.

Arriens' Nachfolger nominiert Philipp Kohlschreiber fürs Davis-Cup-Team

Als Arriens Nachfolger wurde vor wenigen Tagen der frühere Tennisprofi Michael Kohlmann vorgestellt. Zu dem 41-Jährigen pflegt Kohlschreiber ein freundschaftliches Verhältnis. Sie haben in der Vergangenheit öfter miteinander trainiert. Die beiden haben inzwischen über ein Comeback der deutschen Nummer eins im Davis-Cup-Team telefoniert und ein "nettes Gespräch" gehabt. "Ich habe gesagt, wenn du mich nominierst: Ich will spielen", sagte Kohlschreiber und fügte hinzu: "Dann hat er mich nominiert."