Jetzt schnapp dir den Titel, Sabine! Unsere deutsche Tennis-Hoffnung Sabine Lisicki steht nach ihrem Drei-Satz-Krimi gegen Agnieszka Radwanska im Finale von Wimbledon. Am Samstag trifft die Berlinerin auf dem "heiligen Rasen" auf Marion Bartoli. Dabei leidet Lisicki seit Jahren an einer Rasen-Allergie. Wir haben fünf Fakten über die 23-Jährige gesammelt.

1. Die Briten lieben "Boom-Boom-Bine"

Normalerweise freut sich die britische Presse, wenn Deutsche – egal in welcher Sportart – scheitern. Vor allem Boulevard-Zeitungen überschütten unser Land dann mit Spott und Häme. Deswegen klingt es vielleicht ein wenig seltsam, aber die Briten lieben Sabine Lisicki. Sie lieben es, wie die 23-Jährige kämpft, jubelt und nach ihren Erfolgen weint.

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Damit tritt Lisicki in die Fußstapfen von Boris Becker. Er wurde ebenfalls von den Briten gefeiert, wenn er in Wimbledon auf dem Platz stand. Die deutsche Tennis-Legende bezeichnete den Center Court deswegen auch als sein "Wohnzimmer". Die britische Presse gibt Lisicki in Anlehnung an Boris Becker Kosenamen wie "Doris Becker" oder "Boom-Boom-Bine" (Becker wurde "Boom-Boom-Becker" genannt).

2. Lisicki hat eine lange Krankenakte

Die Krankenakte von Sabine Lisicki ist trotz ihres jungen Alters von 23 Jahren schon recht lang. 2010 zog sie sich eine komplizierte Knöchel- und Bänderverletzung zu und saß zeitweise sogar im Rollstuhl. "Ich musste wieder lernen, zu laufen", sagt Lisicki. Außerdem wäre sie 2011 wegen einer Lebensmittelvergiftung beinahe gestorben. Sie hatte in Peking verdorbenes Fleisch gegessen. "Die Ärzte haben Panik bekommen, als ich im Krankenhaus gelandet bin", sagte Lisicki damals zur "Bild".

Außerdem leidet die 23-Jährige auch an Allergien. Sie darf unter anderem wegen einer Gluten-Allergie keine Getreideprodukte wie Nudeln essen. Auch Pizza ist verboten. Eine andere Allergie klingt allerdings ziemlich kurios: Die 23-Jährige reagiert allergisch auf Rasen. In Wimbledon scheint ihr die Allergie aber nichts auszumachen. Nach ihren Siegen in Wimbledon gegen Serena Williams und Agnieszka Radwanska sank sie zu Boden und lag erst einmal ein paar Sekunden auf dem "heiligen Rasen".

3. Inoffizieller Aufschlagrekord mit 210 km/h

Sabine Lisicki hat in der Frauenkonkurrenz den inoffiziell schnellsten Aufschlag auf dem Planeten. Die Deutsche knallte den Ball beim Commonwealth Cup 2009 auf Bali mit 210 km/h auf die andere Seite – eigentlich Weltrekord! Aber leider zählt der Rekord nicht aufgrund eines technischen Fehlers bei der Messung.

Den offiziellen Rekord für den schnellsten Aufschlag der Welt halten Venus Williams und Brenda Schultz-McCarthy mit 209 km/h. Vielleicht knackt Lisicki diese Marke aber noch - offiziell.

4. Tennis-Schülerin beim Drill-Trainer Nick Bollettieri

Ab dem zarten Alter von 14 Jahren trainierte Lisicki in der berühmtesten Tennis-Talentschmiede der Welt: der Nick Bollettieri Tennis Academy. Die Schule ist bekannt für ihre harten Trainingsmethoden unter dem ehemaligen US-Army-Soldaten Nick Bollettieri. Der US-Amerikaner formte Spieler wie Andre Agassi, Monica Seles, Maria Scharapowa und auch Tommy Haas zu Weltklasse-Profis.

Bollettieri lobt seine frühere Schülerin Lisicki heute noch: "Sie war schon eine Besonderheit, fiel auf unter all den Schülerinnen in der Akademie", sagt er am Rande eines Pressegesprächs in Wimbledon. Bollettieri traut Lisicki auch zu, dass sie bald ihren ersten Grand-Slam-Titel holt. "Sie hat eindeutig das Potenzial, um Wimbledon zu gewinnen", sagt er.

5. Positive Bilanz gegen Final-Gegnerin

Die Statistik spricht für einen Wimbledon-Sieg von Sabine Lisicki im Finale gegen Marion Bartoli. Die Deutsche und die Französin trafen bisher viermal aufeinander, dreimal ging Lisicki als Siegerin vom Platz. Zwei der vier Partien fanden in Wimbledon statt. 2008 gewann Bartoli in der ersten Runde glatt in zwei Sätzen, 2011 Lisicki mit 6:4, 6:7 und 6:1 im Viertelfinale.

Im Gegensatz zu ihrer deutschen Gegnerin erreichte Bartoli bereits einmal das Wimbledon-Finale. Sie verlor es aber 2007 gegen Venus Williams. Wie man eine Williams bezwingt, hat Lisicki bereits im diesjährigen Viertelfinale in Wimbledon bewiesen. Nun muss die Deutsche nur noch zeigen, dass sie Bartoli zum vierten Mal besiegen kann. Einen idealeren Zeitpunkt als am Samstag in Wimbledon gibt es wohl kaum.