Besser hätte eine starke WM für die deutschen Skispringer nicht enden können. Im Mixed holt das DSV-Quartett mit zwei Frauen und zwei Männern Gold. Garant für den Erfolg ist ein Springer, der sich 24 Stunden zuvor noch sehr ärgerte.

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Das deutsche Gold-Quartett sprang auf das Siegerpodest, brüllte seine Freude laut heraus und sang dann andächtig die Nationalhymne. Deutschland hat zum dritten Mal in Serie das Skisprung-Mixed bei der Nordischen Ski-WM gewonnen und dem Deutschen Skiverband (DSV) die sechste Goldmedaille bei den Titelkämpfen in Seefeld beschert. Katharina Althaus, Markus Eisenbichler, Juliane Seyfarth und Karl Geiger lagen am Ende etwa 13 Meter vor Silber-Gewinner Österreich. Bronze sicherte sich Norwegen um Top-Skispringerin Maren Lundby.

Nach Geigers letztem Sprung hatte es kein Halten mehr gegeben. Seyfarth, die zuvor mit Althaus und Eisenbichler in der Leadersbox gebangt hatte, war als Erste beim 26-Jährigen und hüpfte ihm in die Arme. Männer-Bundestrainer Werner Schuster stürzte fast, als er schwungvoll über eine Absperrung sprang, um Betreuer und Funktionäre zu umarmen. "Es war fantastisch", sagte Schuster nach dem krönenden Abschluss "grandioser" Weltmeisterschaften.

"Wir haben allen Grund jetzt zu feiern"

Neben Eisenbichler (dreimal Gold) nehmen auch Althaus und Geiger (je zweimal Gold und einmal Silber) sowie Seyfarth (zweimal Gold) mehrere Medaillen von Tirol auf den kurzen Weg mit nach Deutschland. Als wollten sie den Teamgedanken besonders unterstreichen, versammelten sich die Springerinnen und Springer mit Trainern und Betreuern am Podium in Auslauf der Toni-Seelos-Schanze zu einem großen Triumph-Foto. "Dass wir gemeinsam so einen Abschluss feiern dürfen, freut mich riesig", sagte Schuster. Althaus sagte lächelnd: "Wahnsinn, ich freue mich einfach riesig in so einem coolen Team zu springen. Wir haben allen Grund jetzt zu feiern. Es war eine mega coole WM."

Das erst 2013 in Val di Fiemme bei der WM eingeführte Mixed bleibt weiter eine Domäne der Deutschen. Nach Bronze vor sechs Jahren holte das DSV-Team 2015 in Falun und 2017 in Lahti bereits die Goldmedaille.

Es war aber kein deutscher Skispringer und keine Skispringerin bei allen drei Mixed-Titeln dabei: Althaus und Carina Vogt trugen genauso zweimal zu Gold bei wie der Bayer Eisenbichler, der mit seinem insgesamt vierten WM-Titel mit dem heutigen TV-Experten Martin Schmitt gleichzog. "Ich kann es noch gar nicht so richtig glauben", sagte er. "Ich habe einfach versucht, gut zu performen." Eisenbichler kündigte an, die Erfolge noch mit "zwei, drei Bier" zu feiern. Den Blumenstrauß von der Flower-Zeremonie versprach er grinsend seiner Freundin.

Garant für den Erfolg war vor allem Schlussmann Geiger, der Rivale Stefan Kraft im ersten Sprung schon ordentlich Punkte abnahm. "Es war ein extrem geiler Wettkampf, es ist genial heute", jubelte Geiger, der tags zuvor im Einzel auch wegen widriger Bedingungen eine Medaille verpasst und sich sehr geärgert hatte. Im zweiten Durchgang steigerte sich auch Einzel-Champion Eisenbichler. Frenetisch bejubelte er seinen 107-Meter-Flug, der Deutschland nach sechs von acht Sprüngen in Führung brachte. Seyfarth und Geiger brachten Platz eins dann ohne Probleme ins Ziel. Die Party konnte starten.  © dpa

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