"Gigaleak" - so beschreiben Fans von "Zelda", "Super Mario" und Co. das aktuelle Lüften alter Nintendo-Geheimnisse. Nintendo selbst dürfte es eher als Super-GAU empfinden - denn ein Leak mit Quellcodes und Entwicklungs-Dokumenten aus der Spiele-Historie des Unternehmens stellt einen der größten anzunehmenden Unfälle dar.

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Die Datenlecks, welche die Ära des NES (Nintendo Entertainment System) und Nintendo 64 betreffen, geben inoffizielle Einblicke in die Hintergründe von Klassikern wie "Super Mario 64", "Super Mario Kart", "Yoshi´s Island", "The Legend of Zelda: A Link to the Past" und den "Pokémon"-Diamant- und Perl-Editionen. Veröffentlicht wurden die Leaks über das Forum "4chan".

Marios treuer und niedlicher Gefährte Yoshi in böse? Kann man sich kaum vorstellen, war aber offenbar mal ein Plan bei Schöpfer Nintendo.

Offenbar konnte Nintendo dem Treiben noch nicht Einhalt gebieten, denn in den letzten Tagen tauchten immer wieder neue Code-Enthüllungen und Dokumente auf. Dabei handelt es sich um einen wiederkehrenden Albtraum, denn bereits im Mai wurden Dokumente zu Soft- und Hardware des Entertainment-Riesen geleakt. Schon damals diente "4chan" als Verbreitungskanal.

Von dort aus gingen die Inhalte auch auf YouTube, Twitter und anderen Netzwerken viral. Dass der Täter auch damals schon anonym blieb, versteht sich von selbst. Nintendo schwieg damals eisern zu den Vorkommnissen. Der aktuelle Fall scheint zu beweisen, dass das Unternehmen noch immer keine heiße Spur hat.

Unmoralisch, aber spannend

Moralisch mögen die Veröffentlichungen mehr als fragwürdig sein, für Gaming-Nostalgiker stellen sie dennoch eine Schatztruhe dar: verwegene Prototypen, innovative Artworks, verworfene Geistesblitze und eingestampfte Fails.

So offenbart das Gigaleak viele Grafikideen, die es nie in das finale Produkt geschafft haben. Beispielsweise zurückgewiesene Designs für Pokémon oder verworfene Charaktermodelle von Helden wie Link und Mario. Auch ein fieser Yoshi war zu sehen, der wenig mit dem niedlichen Helden zu tun hat, der später bekannt wurde.

Auf Twitter zeigt beispielsweise der User Starxxon ein minimalistisches 3D-Model und schreibt dazu, es handele sich vermutlich um eines der ersten 3D-Modelle von Link. Ein Experiment mit dem Super FX Chip aus dem Juli 1994.

Ebenfalls aufgetaucht: nie zuvor gesehene Inhalte zu "Yoshi´s Island", ein spielbarer Prototyp namens "Super Donkey" und Videos zu frühen Entwicklungsstadien von "Super Mario Kart". Sogar Daten, welche die Entwicklung eines Gameboy-Emulators für die Wii dokumentieren, tauchten auf. Nur einige von unzähligen Beispielen aus dem Kuriositäten-Kabinett.

Insgesamt umfassen die Leaks bisher einen Datenschatz von über zwei Terabyte. Einen guten Überblick über die Inhalte liefert "videogameschronicle.com". Wer neugierig ist, sollte sich beeilen, denn Nintendo will vermutlich nicht, dass die Inhalte lange für jedermann sichtbar bleiben. Außer natürlich man glaubt der Verschwörungstheorie, dass der Entertainment-Gigant selbst die Veröffentlichung initiierte.

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