2014 gewann Conchita Wurst den Eurovision Song Contest. Nun will eine neue Kunstfigur als Vertreterin für Österreich zum ESC reisen. Der Name klingt vertraut und falsch zugleich: Hyäne Fischer.

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Österreich hat einen neuen Internet-Star: Hyäne Fischer. 120.000 Klicks hat ihr Musikvideo "Im Rausch der Zeit" innerhalb von eineinhalb Wochen erreicht.

Hyäne Fischer mit "Im Rausch der Zeit"

Die Kunstfigur will Österreich beim ESC 2019 vertreten. © YouTube

Fischer will 2019 für Österreich beim Eurovision Song Contest (ESC) in Israel an den Start gehen.

Die Bewerbung sei eingegangen, teilte der Österreichische Rundfunk (ORF) mit. "Wir schauen uns das genau an, wie alle anderen Bewerbungen auch", hieß es.

Wer hinter der Kunstfigur steckt, ist nicht ganz klar

Dabei ist nicht ganz klar, um wen es sich bei der jungen Frau handelt, deren Name sich an den von Schlagerstar Helene Fischer anlehnt.

Laut dem Wiener Stadtmagazin "Falter" ist Hyäne eine Kunstfigur aus dem feministischen Umfeld. Vermutlich steckt die "Burschenschaft Hysteria" dahinter. Gegründet wurde diese als satirischer Gegenentwurf zu den Männer-Burschenschaften.

Autorin Stefanie Sargnagel, die zu den Mitbegründerinnen der Burschenschaft gehört, ist etwa eine von Hyänes Fans.

Verkörpert werde Fischer von einer eher weniger bekannten Wiener Schauspielerin, schreibt der "Falter". Ihre Stimme erinnert an die Sängerin Eva Jantschitsch, die 2004 mit "Rettet die Wale" unter dem Künstlernamen Gustav einen Hit feierte.

Medien rätseln über 30er-Jahre-Look

Die "Süddeutsche Zeitung" meint, der Look der 1930er-Jahre und manche Szenen erinnerten an die Hitler-Geliebte Eva Braun. " 2019 wird der Song Contest pikanterweise im israelischen Tel Aviv ausgetragen.

Die Botschaft des Videos ist aus Sicht des "Falter"-Experten Matthias Dusini alles andere als eindeutig. "Sie legen viele Fährten, aber letztlich bleibt man etwas ratlos."

"Standard"-Autor Christian Schachinger sieht vielmehr, dass Fischer "mittels scheinbaren Einverstandenseins und Kokettierens mit einer totalitären Ästhetik rechte gesellschaftliche Befindlichkeiten unterwandert".

Die Wiener Anti-Burschenschaft Hysteria fordert unter anderem eine Einschränkung des Männer-Wahlrechts.

Chancen auf ESC-Teilnahme wohl eher gering

Die Chancen von Hyäne Fischer auf eine ESC-Teilnahme dürften allerdings überschaubar sein. In den vergangenen Jahren hat der ORF mit seinem monatelangen Sichtungsprozess und einer Auswahl ohne Publikumsbeteiligung durchaus gute Erfahrungen gemacht.

2017 landete Nathan Trent immerhin auf Platz 16. In diesem Jahr belegte Cesár Sampson gar Platz drei. Ein goldenes Händchen hatte der ORF bei der Auswahl von Conchita Wurst bewiesen: Tom Neuwirths Alter Ego gewann den Contest 2014. (ank/dpa)

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