In Folge sieben müssen Chris Broy, Mike Heiter und Neuankömmling Luigi Birofio die Sala in Thailand verlassen. Das gehört zum Alltag eines Realitystars. Was sonst noch zu einem Realitystar gehört? Auf jeden Fall mehr als "essen, trinken und verdauen" – wenn es nach Claudia Obert geht. Und ein Streit, wenn es nach Andrej Mangold und Kader Loth geht.

Christian Vock.
Eine Kritik
von Christian Vock
Diese Kritik stellt die Sicht des Autors dar. Hier finden Sie Informationen dazu, wie wir mit Meinungen in Texten umgehen.

Irgendwann in den 1990er Jahren fanden sich genügend Menschen, die bereit waren, ihre Intimsphäre ans und im Fernsehen zu verhökern. Seitdem hat sich ein selbsterhaltender Kreislauf gebildet, in dem immer wieder neue "Realitystars" geboren werden, die dann in Realityshows ihre Karriere festigen, um irgendwann nicht mehr die Frage "Und, woher könnte man dich kennen?" beantworten zu müssen.

Von echten Stars sind Realitystars aber fein säuberlich zu trennen – sofern man davon ausgeht, dass ein Star ein Star ist, weil er es in irgendetwas zu einer gewissen Virtuosität gebracht und deshalb eine überdurchschnittliche Berühmtheit erlangt hat.

Ein Realitystar hingegen braucht lediglich einen überdurchschnittlich hohen Geltungsdrang und eine unterdurchschnittliche Hemmschwelle, Privates preiszugeben. Kurzum: Ein Realitystar braucht nur sich selbst.

Aber was macht eigentlich ein Realitystar? Wenn das jemand wissen sollte, dann ja wohl Realitystars, die bei "Kampf der Realitystars" mitmachen, also bereits mindestens die erste Karrierestufe als Realitystar durchlaufen haben. Hier treffen nun Berufsanfängerinnen wie Alessia Herren, die quasi den elterlichen Betrieb übernommen hat, auf Realitystar-Veteraninnen wie Kader Loth, Silvia Wollny und Claudia Obert.

Claudia Obert: "Essen, trinken und verdauen reicht nicht"

Und diese illustre Damenrunde erklärt nun am Mittwochabend die Grundzüge ihres Berufsstandes. "Ein richtig guter Realitystar versucht nicht, permanent, was Besonderes zu sein – er ist was Besonderes", behauptet zum Beispiel Claudia Obert und legt eine Mindestanforderung fest: "Essen, trinken und verdauen reicht nicht."

"Man versucht ganz einfach so zu sein, wie man ist", hält es Silvia Wollny da schon schlichter. Und Frau Loth ist der Meinung, ein Realitystar solle "einfach das Gesamtpackage mitbringen, ohne sich zu verstellen".

Das sind nun keine unüberwindbaren Hürden und so kann man in Folge sieben mal sehen, wer vor diesem Hindernis trotzdem verweigert und wer im gestreckten Galopp hinüber springt.

Die erste Gelegenheit dazu haben die Realitystars bei der "Wand der Wahrheit", wo sie diesmal einschätzen müssen, was das Publikum über sie in puncto Starallüren denkt. "Deutschland hat entschieden und hier sind die Ergebnisse", will Claudia Obert auflösen, unterschlägt dabei aber, dass "Deutschland" die Allüren dieser Möchtegernstars sehr wahrscheinlich herzlich egal sind.

Die Plätze eins bis drei gehen trotzdem an Kader Loth, Claudia Obert und Silvia Wollny. Das ist fast schon interessant, interessanter ist nur noch, dass die Truppe hier schon von ihren neuen Mitbewohnern erfährt, die dann auch kurze Zeit später schon aufschlagen.

Hier stellt sich Aminata Sanogo (war irgendwann mal bei "Germany’s next Topmodel") mit Sätzen wie diesem vor: "Ich bin Frauenpower ohne Ende." Und mit einem "Männer nerven eigentlich nur" verrät sie, dass sie offenbar noch nie "Kampf der Realitystars" gesehen hat.

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Evakuierung bei "Kampf der Realitystars"

Auch der zweite Neuzugang Luigi Birofio darf sich selbst vorstellen: "Man nennt mich Gigi", weiß Gigi über sich selbst und der "Ex on the Beach"-Teilnehmer verrät dann noch seine geheime Superkraft: "Ich war ein Fuckboy." Nun ja, jeder wie er kann. Immerhin weiß der Dating-Show-Experte noch etwas Anderes: "Die Menschen, die sagen: 'Ich geh’ ins Fernsehen, um Liebe zu finden' – Geschwätz! Du gehst Fernsehen, um fame zu werden." Wir dachten uns so was schon.

Oberts Essen-trinken-verdauen-Hürde nehmen die beiden Neuankömmlinge jedenfalls mühelos. Eine ganz andere Grenze will hingegen Jenefer Riili nicht überschreiten. Als ein Gewitter über die Realitystar-Hütte zieht, ist sich das Realitystarlet sicher: "Ich habe mir selber ein Limit gesetzt: Wenn das Meer die Sala erreicht hat, dann bin ich da oben und schlaf bei den Toiletten." Ja, schon blöd, wenn Realitystars auf die Reality treffen. Also auf die echte.

Zur WC-Übernachtung kommt es nicht, denn die Produktionsfirma packt die Truppe zusammen und lässt sie im Hotel übernachten. Nach ihrer Rückkehr versuchen die Realitystars, ein bisschen in puncto Besonderheit zu punkten. Beim Spiel "Gerüchteküche" soll sich die Reality-Bande erst gegenseitig im Geheimen einschätzen. Danach liest jeder ein Gerücht vor und klatscht dem Kollegen eine Torte ins Gesicht, von dem er glaubt, dass das Gerücht auf ihn zutrifft.

Schock-Moment in der Sala: Chris muss gehen

Nun gibt es wahrscheinlich nichts Unoriginelleres, als im Jahr 2021 noch auf Tortenwerfen als Unterhaltungselement zu setzen, dennoch ist es nicht schön mitanzusehen, was Silvia Wollny unter "ins Gesicht klatschen" versteht. Es ist mehr so ein langsames Pressen und zähes Drücken. Aber die Sache mit den Torten ist ohnehin nur dafür da, ein bisschen die Antipathien zu schüren. Aber das schaffen die Realitystars auch ganz ohne Spiel.

Die Neuen müssen nämlich aus dem Stand jemanden rausschmeißen und als sich Aminata und Gigi aus taktischen Gründen für Chris Broy entscheiden, ist die Stimmung im Eimer. Zumindest bei Chris.

"Du bist der tollste Mensch hier", versucht Gigi zu beschwichtigen, was Chris eine eher unlogische Begründung findet: "Dann schmeißt man doch nicht den tollsten Menschen raus!" Das denkt auch Kader Loth und verrät dem Zuschauer noch, was sie über Chris herausgefunden hat: "Chris ist ein waschechter Mensch."

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Streit zwischen Kader Loth und Andrej Mangold

Was Andrej Mangold für ein Mensch ist, darüber hatte sich Kader Loth ebenfalls Gedanken gemacht und bekommt bei "der Stunde der Wahrheit" die Gelegenheit, sie zu veröffentlichen. Während dort Gigi und Mike Heiter rausgewählt werden, erklärt ihr Mangold nämlich, warum er lieber sie hinaus haben will, was Loth zu dem Schluss führt: "Gib dem Andrej Mangold die Macht und er zeigt sein wahres Gesicht."

Mangold hingegen kommt nach einem kurzen, heftigen Wortgefecht zu einem ganz anderen Fazit und glaubt, das Obert’sche Besonderheitskriterium bei Loth gefunden zu haben: "Kader Loth, du hast keinen Anstand!"