• "Ich will nicht absichern, korrekt", meinte Janos Pigerl kurz vor dem Absturz zu Günther Jauch.
  • Ein Dortmunder wiederum verspielte 64.000 Euro, weil er dem Kandidaten-Joker vertraute.
  • Der Abend wurde für RTL wohl zu einem der billigsten in der "Wer wird Millionär?"-Historie.

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Da war sie wieder, die große Risiko-Sause namens Zocker-Special bei "Wer wird Millionär?". Und bei diesem Risiko-Event gibt’s eigene Regeln: Jeder Kandidat spielt um zwei Millionen Euro. Bis inklusive der neunten Frage gilt es, den Einsatz eines Jokers tunlichst zu vermeiden, da sonst die restlichen abrupt verfallen.

Wer es hingegen meistert, bis zur zehnten Frage ohne Hilfe auszukommen, darf bei den restlichen "Attacken" von Günther Jauch auf alle vier Joker-Varianten zurückgreifen. Auf der Tribüne saßen erneut Ex-Kandidaten, die als Publikums- und Zusatzjoker zur Verfügung standen.

"Wer wird Millionär?": Souveräner Janos Pigerl, enttäuschter Günther Jauch

Den Zockerreigen eröffnete der junge Janos Pigerl, Angestellter im Onlinehandel und Student der Psychologie. Er trat von Start weg ungemein souverän auf und brauste nur so durch Themenbereiche, was Jauch missfiel. "Bisher noch nicht mal der Anflug eines Jokers", sagte der enttäuschte Moderator. Den ersten Joker zog Pigerl dann bei dieser 64.000-Euro-Frage:

Astat wird häufig gemeinsam aufgezählt mit …?

A: BP, Esso, Shell & Aral

B: Rom, Paris, Baku & Doha

C: Fluor, Chlor, Brom & Jod

D: Mumps, Polio, Karies & Gicht


"Mir sagt’s erstmal gar nichts", erklärte der leidenschaftliche Klapphandy-User und Smartphone-Verweigerer, der auf die Expertise der Ex-Kandidaten auf der Tribüne als Publikumsjoker hoffte. Diese sprachen sich deutlich für Antwort C aus, was den Kölner, dessen Oma die Grundschullehrerin des "Tote Hosen"-Sängers Campino war, in die nächste Runde hievte. Astat gehört im Periodensystem zur Gruppe der Halogene.

Klapphandy-User, aber sonst voll auf Zack

Dass man als User eines antiken Klapphandys in Sachen Kommunikationstechnologie durchaus auf dem Laufenden sein kann, wurde den Zuschauern am Montagabend ebenso demonstriert. Pigerl war nämlich bekannt, dass es ein Mobilfunknetz auf dem Mond ist, das bis 2022 von Nokia fertiggestellt werden soll. Jauch hätte den Grenzzaum um Bayern genommen. "Wegen der Schweinepest", sagte der Moderator. "Hat ein Klapphandy von Nokia und erklärt uns, wer das nächste Mobilfunknetz auf dem Mond baut", meinte Jauch dann noch über den Kandidaten, der jetzt mit dieser Frage für 750.000-Euro konfrontiert wurde:

In welcher Sportart konnten deutsche Athleten bei Olympischen Spielen bisher am häufigsten Gold für ihr Land gewinnen?

A: Pferdesport

B: Schwimmen

C: Leichtathletik

D: Rudern

"Schwimmen und Leichtathletik kann ich ziemlich sicher ausschließen", freute sich Pigerl, der jetzt zum 50:50-Joker griff und damit die Antworten C und D freilegte. "Ich nehm' Antwort D. Da gibt’s auch viele Disziplinen. Zudem sind die Deutschen hier seit Jahrzehnten sehr gut", sagte der Kandidat mit einer gewaltigen Coolness.

Vor dem Hintergrund der enormen Summe erinnerte ihn Jauch an die noch vorhandenen zwei Joker. "Sie wollen nicht absichern?", fragte der Moderator überrascht. "Ich will nicht absichern, korrekt", antwortete Pigerl.

Der tiefe Fall von 750.000 auf 1.000 Euro

Jauch wurde ganz still, ehe er mit leiser und etwas bedrückter Stimme für Aufklärung sorgte: "Die richtige Antwort ist die Leichtathletik", sagte der Moderator, der ein "Am Ende doch verzockt" nachlegte.

"Ich war wohl ein bisschen zu gierig", antwortete Pigerl, der sich auch die Enttäuschung kaum anmerken ließ. "Sie waren einer der besten und souveränsten Kandidaten, die wir je hatten", gab Jauch dem Kölner, der mit 1.000 Euro nach Hause gehen musste, noch ein wertvolles Kompliment mit auf die Heimreise.

Auch Niklas Bayer fackelte nicht lange

Danach nahm Niklas Bayer - genannt Eynck - auf dem Stuhl gegenüber jenem von Günther Jauch Platz. Genannt Eynck? "Das 'genannt' kommt aus dem Münsterland und ist dort gar nicht so selten", erklärte der Kandidat, der tatsächlich so heißt, aber häufig mit Bayer-Eynck unterschreibt, um es einfacher zu machen.

Auch Bayer trat bei der Beantwortung der Fragen das Gaspedal durch und meisterte rasch die 16.000-Euro-Hürde, ohne einen einzigen Joker verbraten zu haben. Dass Kim Kardashian im Oktober ihren 40. Geburtstag auf einer extra angemieteten Privatinsel in der Südsee zelebrierte, hatte er zufällig ein paar Tage vorher gelesen. Unmittelbar danach stand diese 64.000-Euro-Frage auf seinem Bildschirm:

Bei der Ernte welcher Früchte ist es üblich, die Felder mit Wasser zu fluten?

A: Mangos

B: Cranberrys

C: Litschis

D: Paranüsse

Bayer wusste es nicht. Der Dortmunder ließ daher die Nummer seines Telefonjokers wählen, "weil der ist recht gut belesen und kennt sich in Natursachen recht gut aus", verriet er. Da ihm dieser dann doch nicht weiterhelfen konnte, mussten auch noch die Ex-Kandidaten auf der Tribüne als Publikumsjoker bemüht werden. Dass diese zu 50 Prozent für die Cranberrys und zu 50 Prozent für die Litschis votierten, half nur ein bisschen, weshalb auch noch der 50:50-Joker hermusste. Der ließ B und D stehen, was Bayer umgehend die Cranberrys und somit die korrekte Antwort einloggen ließ.

Dann ging’s auch schon um 125.000 Euro.

Wer ist im bekannten Volkslied "Die Vogelhochzeit" der Bräutigam?

A: Amsel

B: Drossel

C: Fink

D: Star

"Ich hab' ehrlich gesagt keine Ahnung", gestand der sympathische Dortmunder, der nun eine einstige Kandidatin als Zusatzjoker befragte. "Die Amsel war der Bräutigam, die Drossel war die Braut", zitierte diese zunächst selbstbewusst aus dem Lied. "Ich hoffe, ich setz mich nicht voll in die Nesseln", wurde sie dann noch ein wenig unsicher.

"Ich trau der guten Dame, weil ich glaube, dass man so Lieder im Kopf gespeichert hat und das Bauchgefühl da erstmal nicht falsch liegt", ließ sich Bayer vom plötzlichen Zweifel der Kandidatin nicht beirren. Er ging ins Risiko und setzte auf die Amsel.

Zusatzjoker rät zur falschen Antwort

Jauch ging die Zeilen einzeln durch und stoppte vor der alles entscheidenden Textpassage kurz. "Die Drossel war der Bräutigam, die Amsel war die Braute", sang Jauch jetzt vor sich hin, was Bayer nahezu vom Stuhl fallen ließ. Schock pur! Auch der Höhenflug des Dortmunders endete mit einem Crash auf 1.000 Euro.

"Es tut mir so wahnsinnig leid", sagte die Ex-Kandidatin auf der Tribüne, die den Tränen nahe war. Jauch konnte hier nicht wirklich trösten. Niklas Bayer war die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.

Kurz vor dem Ende eines außergewöhnlichen, unterhaltsamen, aber auch traurigen und für RTL äußerst billigen Abends kam noch die Augsburgerin Stefanie Hetzer, ebenso Psychologin, an die Reihe. Sie steht derzeit bei 8.000 Euro und darf kommenden Freitag weiterzocken.

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