• Hans-Georg Maaßen hat das Direktmandat für die CDU im Wahlkreis 196 deutlich verpasst.
  • Der Ex-Verfassungsschutzchef landete hinter dem früheren Biathlon-Olympiasieger und heutigen SPD-Politiker Frank Ullrich auf Rang zwei.
  • Maaßen war im Wahlkampf aufgrund seiner rechten Positionen auch aus der CDU kritisiert worden.
Eine Analyse

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Zuletzt hat Hans-Georg Maaßen noch einmal mit Macht versucht, konservative Wähler zu mobilisieren. Man dürfe Deutschland nicht "wieder politischen Fanatikern - Klimafanatikern - überlassen", sagte er zum Thema Umweltpolitik. Und die AfD? Die ist in Maaßens Augen längst nicht so extrem, wie es der Bundesverfassungschutz sieht - die Behörde, der Maaßen einst vorstand. Es sei nicht richtig, "dass politische Parteien wie zum Beispiel die AfD" vom Verfassungschutz beobachtet würden.

Nach der Wahl steht nun fest: Geholfen hat Maaßen all das nicht. Im Wahlkreis 196 in Südthüringen hat er für die CDU das Direktmandat deutlich verpasst. Beim Triumph des früheren Biathlon-Olympiasiegers und heutigen SPD-Politikers Frank Ullrich (33,6 Prozent der Erststimmen) landete Maaßen mit gut 22 Prozent sogar nur knapp vor dem AfD-Bewerber Jürgen Treutler auf Rang zwei.

Dabei hatten selbst Teile der hiesigen AfD Wahlwerbung für Maaßen gemacht. Der sei ein "Beamter, der sich nicht für Parteipolitik missbrauchen" lasse, hieß es in einer Mitteilung der Stadtfraktion der rechtspopulistischen Partei in Suhl, der größten Stadt im Wahlkreis. Angesichts der "besonderen Situation" rufe man dazu auf, mit der Erststimme "einen Kandidaten mit Rückgrat und politischer Erfahrung" zu wählen.

Bei den Anhängern hat dieser Aufruf offenbar längst nicht so sehr verfangen, wie das bei der politischen Konkurrenz der Fall war. Die Grünen hatten bereits vor Wochen ihre potenziellen Wähler dazu aufgerufen, SPD-Mann Ullrich zu wählen, um den Einzug Maaßens in den Bundestag zu verhindern. Der Grünen-Direktkandidat kam in der Folge auch nur auf rund zwei Prozent Zustimmung.

Prien: Frage mich, "was Herr Maaßen eigentlich in der CDU sucht"

Für die CDU endet damit ein bundesweit ebenso viel beachtetes wie viel kritisiertes Experiment mit Ex-Verfassungsschutzchef Maaßen. Der hatte die Kandidatur in Wahlkreis 196 nur deshalb übernommen, weil der eigentlich vorgesehene Kandidat Mark Hauptmann im Zuge der sogenannten "Maskenaffäre" sein Bundestagsmandat niederlegen und aus der Partei austreten musste. Hauptmann soll durch Geschäfte mit Schutzmasken während der COVID-19-Pandemie fast eine Million Euro verdient haben.

Maaßen sollte es also richten. Dessen teils deutlich rechts von der Parteilinie verortete Positionen hatten jedoch zuletzt auch im Umfeld von Parteichef und Spitzenkandidat Armin Laschet für Kritik gesorgt. Karin Prien, Bildungsministerin in Schleswig-Holstein und Mitglied in Laschets "Zukunftsteam", sagte über Maaßens Kandidatur: Das müsse sie hinnehmen, auch wenn sie gar nicht davon begeistert sei und sich frage, "was Herr Maaßen eigentlich in der CDU sucht".

Maaßen wütete, Frauen wie Prien seien "für den Niedergang der Union verantwortlich" - eine Mehrheit der Wählerinnen und Wähler im Süden Thüringens hat der 58-Jährige damit nun aber nicht hinter sich versammeln können. Da er nicht zusätzlich auf der Landesliste der CDU kandidiert hat, wird Maaßen somit definitiv nicht Mitglied des neuen Bundestages werden.

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