Der Formel 1 droht eine neue Dauer-Fehde. Beim Grand Prix in Ungarn entbrannte zwischen den Mercedes-Konkurrenten Nico Rosberg und Lewis Hamilton erneut ein Streit um eine Stallorder. Doch der Konflikt zwischen beiden Rennfahrern schwelt schon länger.

Das Rennen um den WM-Titel in der Formel 1 zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton führt zu einem erbitterten Konkurrenzkampf. Am Wochenende entzündete sich der Konflikt erneut an einer teaminternen Order. Beim Sieg des Red-Bull-Fahrers Daniel Ricciardo erhielt Hamilton in der 51. Runde aus der Box die Aufforderung den schnelleren Rosberg vorbeiziehen zu lassen. Doch der Engländer weigerte sich. "Ich lasse ihn nicht einfach vorbei. Wenn er nah genug rankommt, kann er mich überholen", teilte er über den Teamfunk mit. Rosberg gab sich nach dem Rennen zwar diplomatisch: "Das muss man sich jetzt mal anschauen und teamintern diskutieren." Der Ärger war dem WM-Führenden aber deutlich anzumerken.

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Der Feind in meinem Rennstall

Die Vorgänger von Hamilton und Rosberg: Legendäre Teamduelle der Formel-1-Geschichte.

Ein Streit zwischen alten Bekannten

Die Auseinandersetzung in Ungarn war jedoch nicht die erste ihrer Art. Bereits mehrfach gab es in dieser Saison Zoff zwischen den beiden Teamkollegen. Dabei kennen sich Rosberg und Hamilton schon seit ihrer Kindheit. Mit 14 Jahren traten sie auf den Kartbahnen dieser Welt gegeneinander an und wurden gute Freunde. Viele Jahre teilten sie sich bei Wettkämpfen sogar ein Hotelzimmer. Seit es jedoch in der Formel 1 um den Weltmeistertitel geht, ist die Freundschaft nicht mehr viel wert. Zwar betonen beide immer wieder ihr professionelles Verhältnis. Die Realität im Rennen verrät aber oftmals das Gegenteil.

Spanien-GP: Ärger trotz Doppelsieg

Beim Grand Prix von Barcelona krachte es in dieser Saison zum ersten Mal. Um sich den schnelleren Rosberg in der Schlussphase des Rennens vom Hals zu halten, rief Hamilton mehr Power aus der Energierückgewinnung ab, als abgesprochen. Rosberg hingegen hielt sich an die Anweisungen aus der Box und verzichtete auf ein unnötiges Risiko. Das Ergebnis: Hamilton holte den vierten Sieg in Folge. Rosberg wurde zum vierten Mal nur Zweiter. Nach außen blieb es daraufhin zwar relativ ruhig, doch intern musste sich Hamilton nach der Aktion beim wütenden Rosberg entschuldigen.

Beleidigungen in Monaco

In Monaco gelangte der Konflikt schließlich an die Öffentlichkeit. Schon vor dem Rennen kochten die Emotionen hoch. Hamilton stellte Rosberg in einem Interview als verwöhnten Schnösel dar: "Ich komme aus keiner besonders tollen Gegend bei London und habe auf einer Couch im Appartement meines Vaters gewohnt. Nico ist in Monaco mit Jets, Hotels und Yachten aufgewachsen – der Hunger ist ein anderer." Rosberg ging nicht auf die Aussage ein und gab seine Antwort auf der Strecke. Der 29-Jährige gewann das Stadtrennen. Hamilton wurde nur Zweiter. Bei der Siegerehrung ging das Psychospiel in die nächste Runde. Hamilton ignorierte den Deutschen komplett und verweigerte ihm sogar die übliche Gratulation zum Sieg.

Vorzeitiger Höhepunkt in Hockenheim

Vor dem Rennen auf dem Hockenheimring sorgte Lewis Hamilton erneut mit einer öffentlichen Aussage über Nico Rosberg für Schlagzeilen. Gegenüber der britischen Zeitung "The Guardian" versuchte er den Heimvorteil Rosbergs in Deutschland herunterzuspielen: "Um ehrlich zu sein, war Nico nie in Deutschland, also ist er kein Deutscher. Er ist deutsch-finnisch-monegassisch oder so etwas." Doch auch dieser Versuch misslang. Rosberg ignorierte die Provokation und gab die Antwort abermals auf der Strecke. Auch bei seinem Heim-Grand-Prix landete er auf dem ersten Platz.

Nico Rosbergs Ärger wächst

Nachdem sich Rosberg nach dem erneuten Konflikt in Ungarn nur noch schwer beherrschen konnte, dürfte eine öffentliche Reaktion nicht mehr lange auf sich warten lassen. Gut möglich, dass der Deutsche in Zukunft nicht nur auf der Strecke sondern auch in der Öffentlichkeit gegen Hamilton zurückschlägt.