• Hertha BSC steht am sportlichen Abgrund. Nach nur gut neun Monaten muss Trainer Bruno Labbadia beim Berliner Fußball-Bundesligisten wieder gehen.
  • Auch die Ära von Michael Preetz ist vorbei. Dem Manager wurde dauerhaftes Mittelmaß zum Verhängnis.

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Hertha BSC reagiert mit drastischen Konsequenzen auf die Fortsetzung der Talfahrt in der Fußball-Bundesliga. Einen Tag nach dem 1:4 gegen Werder Bremen trennt sich der Berliner Fußball-Bundesligist von Trainer Bruno Labbadia (54) und Langzeit-Manager Michael Preetz (53).

Die Entscheidung soll nach dpa-Informationen noch am Sonntag verkündet werden. Zuvor hatten mehrere Berliner Medien über das Aus des Führungsduos berichtet.

Labbadia hatte nach seiner erfolgreichen Rettungsmission in der Vorsaison die hohen Erwartungen bei Hertha in dieser Spielzeit nicht erfüllen können. Preetz muss nach 25 Jahren im Verein und fast elf Jahren als Manager die Verantwortung für die andauernde sportliche Misere übernehmen.

Pal Dardai könnte erneut übernehmen

Als Favorit für die vorläufige Labbadia-Nachfolge gilt Pal Dardai, der die Hertha bereits von 2015 bis 2019 trainierte und zuletzt als Jugendcoach beschäftigt war.

Mit 17 Punkten rangiert der von Investor Lars Windhorst zum "Big City Club" ernannte Traditionsverein auch nach dem Auftakt der Rückrunde nur auf dem 14. Platz ganz knapp vor dem Relegationsrang.

Nach dem 3:0 gegen Schalke 04 zu Jahresbeginn hatte es keine weiteren Signale zum Aufbruch gegeben. Gegen Arminia Bielefeld (0:1), den 1. FC Köln (0:0), die TSG Hoffenheim (0:3) und Werder Bremen (1:4) gelang nur ein Tor, aber kein Sieg.

Dabei hatte der neue Geschäftsführer Carsten Schmidt den Januar zum Monat des Aufschwungs erklärt. Von den perspektivisch angestrebten Champions-League-Rängen ist man meilenweit entfernt. Nach der Pleite gegen Bremen hatten Labbadia und Preetz bereits gesagt, dass man "keine Argumente" habe.

Auch Michael Preetz weg: Ende einer Ära

Mit dem Aus von Preetz endet eine Berliner Fußball-Ära. Ein Vierteljahrhundert ist der gebürtige Düsseldorfer im Verein.

Nach seiner Zeit als Spieler war er zunächst Assistent von Dieter Hoeneß. 2009 übernahm er dessen Posten als Manager. Über Mittelmaß kam die Hertha unter seiner Führung dauerhaft nie hinaus.

Labbadia muss nach nur gut neun Monaten sein Engagement in der Hauptstadt beenden. Mitten im Bundesliga-Lockdown wegen der Corona-Pandemie hatte der einstige Bundesliga-Stürmer den Posten im April 2020 von Alexander Nouri übernommen.

Dem einstigen Assistenten von Jürgen Klinsmann hatten die Hertha-Verantwortlichen damals im Abstiegskampf kein Vertrauen mehr geschenkt.

Labbadia legte als vierter Hertha-Coach in der laufenden Saison nach Ende der Spielpause im Mai einen sehr guten Start hin und führte die Berliner ins Tabellen-Mittelfeld. Den Aufwärtstrend konnte er in dieser Spielzeit nicht mehr bestätigen.

Keine Struktur und Hierarchie im Team

Wie bei seinen vorherigen Stationen als Bundesliga-Coach in Leverkusen, Hamburg, Stuttgart und Wolfsburg konnte Labbadia keine Konstanz vorweisen.

Erste Unstimmigkeiten mit Preetz resultierten aus der zögerlichen Einkaufspolitik im Spätsommer 2020. Trotz der insgesamt bereits gezahlten 274 Millionen Euro und noch weiteren ausstehenden 100 Millionen Euro von Geldgeber Windhorst hielt sich die Hertha auf dem Transfermarkt mit großen Investitionen nach dem Kaufrausch im Winter 2020 zurück.

Mattéo Guendouzi als Leihspieler vom FC Arsenal war der prominenteste Name. Mario Götze wurde gehandelt, kam aber nicht.

Immer wieder betonte Labbadia, dass sich die Mannschaft nach den Abgängen von Führungsspielern wie Vedad Ibisevic oder Per Skjelbred finden müsse. Dem Team fehlte es an Struktur und Hierarchie. Der Wandlungsprozess zum Erfolgsteam dauerte den Klub-Chefs zu lange. Im nun anstehenden Abstiegskampf ist Labbadia nicht mehr gefragt. (dpa/fte)

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