Ach, du lieber Hamburger SV! Eigentlich konnte es nach dem äußerst knappen Klassenverbleib vergangene Saison nur noch bergauf gehen für den HSV. Der Bundesliga liebster Chaosverein belehrt die Fußballfans jedoch schon vor Beginn der neuen Saison eines Besseren. Fünf Beweise dafür, dass man den HSV nur noch mit sehr viel Wohlwollen ernst nehmen kann.

  • 1. Beweis: Sportlich geht's genau so weiter wie immer

Man kann in der ersten Runde des DFB-Pokals schon mal verlieren. Das ist schon den Besten passiert. Allerdings hat es der Hamburger SV geschafft, in diese eine 2:3-Niederlage bei Carl Zeiss Jena so viel Slapstick zu packen, dass sogar Stan Laurel und Oliver Hardy stolz gewesen wären. Allein der Freistoß zum Jenaer 1:0! Mauer? Nö, braucht der HSV nicht. Stattdessen bewegen sich alle Hamburger in bester Heiko-Westermann-Manier aus der Schusslinie des Balles und René Adler kann trotz der durch seine Teamkollegen ermöglichten freien Sicht den Schuss von Justin Gerlach nicht halten. Tja, blöd.

Dass der Ball vor dem 1:1-Ausgleich schwerstens im Aus war, darüber sehen wir großzügig hinweg - ungefähr genauso großzügig, wie die Abwehr des HSV gegen den Jena den Begriff Defensivarbeit ausgelegt hatte. Sehr großzügig also.

Sportlich scheint es also genau so weiter zu gehen wie in der vergangenen Saison. Chaotisch und erst dann kämpferisch, wenn der Käse eigentlich schon gegessen ist.

Dass die "Rothosen" weiterhin darauf bestehen, wichtige Tore erst in der Nachspielzeit zu schießen, finden außerdem allerhöchstens Anhänger schwarz-weißer Suspense-Filme gut. Zumal den Hanseaten inzwischen der nötige Dusel abzugehen scheint, um diese Spiele dann tatsächlich noch zu gewinnen.

Und damit wäre eigentlich auch alles gesagt:

  • 2. Beweis: Rucksackgate

Und immer wenn man denkt, ey, jetzt hat der HSV aber alles an Peinlichkeiten durchgenudelt, was durchzunudeln war, dann findet eine Frau einen Rucksack, mehrere Gehaltsabrechnungen namhafter Hamburg-Profis und weiteres höchst vertrauliches Material in einem Park verstreut. Kannste dir nich ausdenken ...

  • 3. Beweis: der verplante Herr Peter Knäbel

Schon bei seinem Kurzeinsatz als Trainer des HSV in der vergangenen Saison wusste Peter Knäbel nur seine engsten Freunde zu überzeugen. Das sagt jedoch eigentlich noch nichts über seine Eignung als Sportdirektor aus. Das macht er ja vielleicht ganz gut. In diese Interna wollen wir uns gar nicht einmischen. Aber dass ein Sportdirektor eine Woche lang nicht gemerkt haben will, dass sein Rucksack mit wichtigen vertraulichen Dokumenten (und dem eigenen Führerschein) geklaut wurde, dass ist dann doch zumindest bemerkenswert. Wir sind jedenfalls schon sehr gespannt, was Herr Knäbel im Laufe der Saison noch so verlieren wird. Vielleicht sollte die Mannschaft einfach regelmäßig Läufe in den wichtigsten Hamburger Stadtparks veranstalten und immer brav den Blick auf den Boden richten.

  • 4. Beweis: die Fans (nicht alle, aber ein paar doofe)

Eigentlich muss man vor Fans des Hamburger SV den allerhöchsten Respekt haben. In ihrer Leidensfähigkeit können sie sich nur mit Anhängern des TSV 1860 München messen. Dass in der vergangenen Saison trotz Beinah-Absturz durchschnittlich 53.252 Zuschauer den beschwerlichen Weg in die Imtech Arena auf sich genommen haben, ist wirklich aller Ehren wert.

Klar ist auch, dass man als HSV-Fan nach Spielen wie gegen Jena im DFB-Pokal nicht unbedingt gut gelaunt nach Hause geht. Aber auf das Feld laufen, mit Gegenständen werfen und Pyrotechnik abbrennen geht trotzdem nicht. Das gefährdet nicht nur andere Menschen, sondern nervt auch und wird den Verein eine gehörige Stange Geld kosten (falls Peter Knäbel den Bußgeldbescheid nicht verliert). Also bitte, bleibt zumindest ihr normal, liebe Fans. Es reicht doch, dass sich euer Verein in regelmäßigen Abständen blamiert ...

  • 5. Beweis: der Schuh-Streit

Hätten wir fast vergessen, dabei ist der Schuh-Streit doch völlig symptomatisch für den Hamburger SV. Vergangene Woche bestrafte der HSV vier seiner Profis dafür, dass sie nicht in Schuhen von Ausrüster Adidas gespielt hatten. Bis zu 30.000 Euro Strafe sollen Müller, Ostrzolek, Stieber und Jiracek, laut "Bild", an den Verein zahlen - trotz offenbar getroffener mündlicher Absprachen. Nun droht auch noch ein Rechtsstreit. Klar, als hätte der HSV nicht sonst schon genug Probleme. Da kann man sich ruhig noch ein paar selbst machen ...

(ska)