• Die Super League steht kurz nach der Bekanntgabe bereits wieder vor dem Aus.
  • Nach massiven Fanprotesten haben einige Klubs bereits einen Rückzug von dem Projekt erklärt.
  • UPDATE vom 21. April, 07:18 Uhr: Nach Manchester City und dem FC Chelsea wenden sich auch die anderen vier englischen Clubs von den Plänen ab. Die Super-League-Macher wollen das Vorhaben nun "überdenken".

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Nach Manchester City haben sich weitere englische Topklubs von den Plänen für eine europäische Fußball-Super-League abgewendet. Auch Meister FC Liverpool, Manchester United, Tottenham Hotspur und der FC Arsenal kündigten in der Nacht zum Mittwoch an, sich von der Gründung der exklusiven Liga zu verabschieden. Berichten zufolge hatte auch der FC Chelsea entsprechende Schritte eingeleitet.

Manchester City hatte als erster der zwölf Mitgründer nur einen Tag nach Bekanntgabe der Pläne seine Teilnahme an der europäischen Super League wieder abgesagt. Das hatte der Tabellenführer der englischen Premier League am Dienstagabend mitgeilt.

Neben den englischen Klubs sollen auch der FC Barcelona und Atlético Madrid aus Spanien vor dem Rückzug stehen, berichteten Medien. Damit dürfte das höchst umstrittene Projekt, das den europäischen Klub-Fußball zu spalten drohte, schon wieder vom Tisch sein.

Nach Rückzug der Engländer: Super League will Pläne "überdenken"

Die Macher der Super League wollen nun ihre Pläne "überdenken". Das geht aus einer Mitteilung hervor, über die unter anderem die US-Nachrichtenagentur AP in der Nacht zum Mittwoch berichtete.

"Angesichts der aktuellen Umstände werden wir die am besten geeigneten Schritte zur Neugestaltung des Projekts überdenken und dabei stets unser Ziel im Sinn haben, den Fans die bestmögliche Erfahrung zu ermöglichen und dabei die Solidaritätszahlungen für die gesamte Fußballgemeinschaft zu erhöhen", hieß es demnach.

Zwölf europäische Spitzenklubs hatten in der Nacht zum Montag die Gründung einer milliardenschweren Super League angekündigt. Diese stünde in direkter Konkurrenz zur Champions League der Europäischen Fußball-Union UEFA. Aus der Bundesliga hatte sich kein Klub der Super League angeschlossen. Finanziert werden sollte das Milliarden-Projekt durch eine US-Großbank.

Johnson will "Big Six" die Rote Karte zeigen

In England, der Heimat der Hälfte der zwölf Gründerklubs, drohte Premierminister Boris Johnson mit scharfen Sanktionen. Er kündigte in der "Sun" an, dem "lächerlichen" Milliardenprojekt die Rote Karte zu zeigen. Sein Sportminister Oliver Dowden stellte im Parlament drastische Ideen vor, um die "Big Six", die englischen Spitzenvereine, von einer Teilnahme abzuhalten. Sogar Prinz William - Präsident des nationalen Verbandes FA - mischte sich ein.

Auch nationale Verbände und viele andere Klubs kritisierten die Pläne massiv. Die UEFA um ihren Präsidenten Aleksander Ceferin hatte die Initiatoren der Super League scharf attackiert und mit harten Sanktionen gedroht. Die Clubs sollten aus der Champions League ausgeschlossen werden, ihren Nationalspielern drohte eine Sperre für die Europameisterschaft im Sommer. Dem europäischen Klub-Fußball drohte eine Schlammschlacht vor Gericht, möglicherweise schon vor dem Halbfinale der aktuellen Champions-League-Saison Anfang Mai. Diese Gefahr scheint nun gebannt. (mss/mf/dpa)

Der Artikel wurde zuerst am 20. April 2021, um 21:41 Uhr veröffentlicht.

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