Der erste Meistertitel seit 30 Jahren hat in Liverpool dazu geführt, dass trotz Corona-Pandemie viele Fans der "Reds" sich auf den Straßen zu wilden Feiern versammelten. Coach Jürgen Klopp ist "not amused" und redet den Anhängern ins Gewissen.

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Trainer Jürgen Klopp vom englischen Fußballmeister FC Liverpool hat das Verhalten einiger Fans nach dem Gewinn des Titels kritisiert und sie dazu aufgerufen, zu Hause zu bleiben.

"Wir sind es den Schwächsten in unserer Gesellschaft schuldig", schrieb Klopp in einem offenen Brief an die Lokalzeitung "Liverpool Echo" am Montag, "dem Gesundheitspersonal, das so viel gegeben hat und dem wir applaudiert haben, und der Polizei und den örtlichen Behörden, die uns als Verein helfen."

Tausende Menschen hatten am Freitag am berühmten Pier Head in Liverpool die erste Meisterschaft seit 30 Jahren gefeiert. Dabei kippte die Stimmung, es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei.

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Der FC Liverpool ist am ersehnten Ziel: Krönender Abschluss gegen den FC Chelsea

Zwischen 1976 und 1990 holte der FC Liverpool zehn von 15 möglichen Meisterschaften in England - um dann 30 Jahre lang leer auszugehen. Ein deutscher Trainer, Jürgen Klopp, hat diese Durststrecke beendet. Liverpool holte seinen 19. Titel bereits nach 31 von 38 Spielen. Nach dem letzten Heimspiel gab es endlich auch den Pokal.

Die Behörden ermitteln nach unsachgemäßem Einsatz von Feuerwerkskörpern außerdem wegen Brandstiftung. Der entstandene Schaden soll sich auf umgerechnet knapp 11.000 Euro belaufen. Auf Fotos in britischen Medien waren außerdem Berge von Müll zu sehen.

Klopp bittet Fans: "Bleibt vorerst zu Hause"

Der Klub bezeichnete die Geschehnisse als "völlig inakzeptabel". Klopp, der in dem Brief auch seine Liebe zu Liverpool und seinen Dank an die Anhänger für die Unterstützung während der Saison bekundete, appellierte eindringlich an die Vernunft der Fans.

"Eure Leidenschaft ist meine Leidenschaft", schrieb der 53-Jährige, "aber jetzt ist das Wichtigste, dass wir solche Art von Versammlungen unterlassen."

Der Trainer versprach, die Meisterparty werde nachgeholt. "Wenn die Zeit reif ist, werden wir feiern", versicherte er. "Wir werden diesen Moment genießen, und wir werden die Stadt rot anmalen. Aber vorerst bleibt bitte zu Hause, soweit das möglich ist. Das ist weder die Zeit, um sich in großen Gruppen im Stadtzentrum aufzuhalten, noch um sich in der Nähe von Fußballstadien zu versammeln." (hub/dpa)

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