Es war ein Paukenschlag noch vor Beginn der neuen Basketball-Saison: Der FC Bayern entlässt Cheftrainer Dirk Bauermann. Die Bayern Baskets sind Brüder im Geiste der Fußballer des Vereins. Es zählt nur der Erfolg. Nun soll sich bei den Bayern einiges ändern, um in der neuen Saison diesen Erfolgshunger endlich zu stillen.

Ganz oben auf der To-do-Liste des Vereins steht, dem Team keinerlei Disziplinlosigkeiten mehr durchgehen zu lassen. Vizepräsident Bernd Rauch hatte kurz nach der Entlassung Bauermanns seinem Ärger über die Vorkommnisse der letzten Saison in aller Deutlichkeit Luft gemacht. "Was soll diese Diskoscheiße? Was machen die in Berlin? Was treiben die sich auf der Wiesn rum? Warum trainieren die nicht um sieben oder acht Uhr morgens? Dann haben die abends keine Zeit zu saufen!", sagte er gegenüber der "Bild"-Zeitung. Bauermann wurde offensichtlich nicht mehr zugetraut, den Spielern diese Flausen auszutreiben.

Der Neue steht schon unter Druck

Das soll nun der neue Cheftrainer und ehemalige Assistent von Bauermann Yannis Christopoulos richten. Dessen erster Auftritt war jedoch nicht von Erfolg gekrönt. Die Bayern verloren im Test gegen Panathinaikos Athen mit 77:83. Christopoulos steht schon vor dem ersten Saisonspiel gehörig unter Druck. Sollte er es nicht innerhalb kürzester Zeit schaffen, dem Team die nötige Disziplin und den absoluten Siegeswillen zu vermitteln, wird er wohl nicht lange Trainer des FC Bayern bleiben. Im Moment haben ihn die Bayern-Bosse mit einem Ein-Jahres-Vertrag ausgestattet.

Teamintern liegt die Hoffnung vor allem auf dem wiedergenesenen Routinier und Kapitän Steffen Hamann. Dieser hatte sich in der Sommerpause einer Knie-Arthroskopie unterziehen müssen. Der 31-jährige Point Guard blickt auf eine lange Nationalmannschaftskarriere zurück, wurde mit den Brose Baskets Bamberg zwei Mal Deutscher Meister. Doch auf ihn dürfte eine harte Zeit zukommen. Ex-Coach Bauermann gilt als großer Freund von Hamanns Spielweise, bei ihm war der Guard gesetzt. Wie gut sich Hamann mit Christopoulos versteht, wird sich erst zeigen müssen. Doch es ist unwahrscheinlich, dass der Grieche derzeit auf Hamanns Erfahrung verzichten kann.

Ein weiterer Hoffnungsträger ist Tyrese Rice. Der Neuzugang vom BC Lietuvos Rytas hatte bereits in der Saison 2010/11 im Trikot der Artland Dragons überzeugt und gehörte in den Testspielen des FC Bayern stets zu den besten Werfern. So traf der Point Guard auch im Test gegen Panathinaikos mit 16 Punkten am häufigsten.

Bamberg weiter das Maß aller Dinge

Die Marschrichtung der Bayern Baskets ist klar vorgegeben. Sie wollen in dieser Saison um den Titel mitspielen. Ob ihnen das gelingen wird, hängt auch von der Form der Ligakonkurrenten ab. Dabei sind vor allem die Brose Baskets Bamberg weiterhin das Maß aller Dinge. Der Deutsche Meister bewies unlängst im Champions Cup gegen Vizemeister ratiopharm Ulm (102:98), dass an ihm auch in der nächsten Saison kein Weg vorbeiführen wird.

Doch auch andere Mannschaften machen sich Hoffnungen auf den Titel. Die Artland Dragons zeigten in den Testspielen gut strukturierten Basketball, vor allem das Defensivspiel der Dragons hat das Potential, Gegner in der neuen Saison zur Verzweiflung zu treiben. Auch das runderneuerte Team von Alba Berlin ist scheinbar in guter Form. Die Hauptstädter besiegten die Bayern bereits in der Saisonvorbereitung mit 65:57.

Es wird nicht leicht für die Bayern, ihre hochgesteckten Saisonziele zu erreichen. Den ersten Härtetest gibt es am Mittwoch. Dann treten sie zum ersten Saisonspiel gegen die EWE Baskets Oldenburg an.