• Auch ohne zu glänzen hat Deutschlands bester Tennisspieler bei den French Open zum ersten Mal in seiner Karriere das Halbfinale erreicht.
  • Zverev gewann gegen den Spanier Alejandro Davidovich Fokina trotz durchwachsener Leistung mit 6:4, 6:1, 6:1.

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Das große Ziel ist nur noch zwei Schritte entfernt: Alexander Zverev steht erstmals im Halbfinale der French Open und darf vom so ersehnten Grand-Slam-Titel träumen - muss sich dafür aber noch steigern. Ein gutes Stück entfernt von der Bestform bezwang die deutsche Nummer eins den Spanier Alejandro Davidovich Fokina in einem lange schwachen Match 6:4, 6:1, 6:1 und erreichte zum dritten Mal die Runde der letzten Vier bei einem Major-Turnier.

Aus deutscher Sicht hatten nur Boris Becker (18), Michael Stich (6) und Tommy Haas (4) öfter ein Halbfinale bei einem der vier wichtigsten Tennisturniere gespielt. "Es ist sehr schön im Halbfinale zu sein, aber das macht mich noch nicht zufrieden", sagte der Hamburger Zverev: "Vielleicht kann ich im Halbfinale noch besser spielen und bin gespannt, was dann für mich möglich ist."

Im Kampf um sein zweites Grand-Slam-Endspiel nach den US Open im Vorjahr muss Zverev nun jedoch eine Hürde überspringen, die für ihn bislang stets zu hoch war. Am Freitag wartet der Weltranglistenzweite Daniil Medwedew (Russland) oder Stefanos Tsitsipas (Griechenland/Nr. 5), die am späten Dienstagabend aufeinandertrafen - seine bisherigen neun Duelle mit Top-10-Spielern hat Zverev bei Grand-Slam-Turnieren alle verloren.

Holpriger Start für Zverev

Am Dienstagabend war beim Weltranglistensechsten zunächst Geduld gefragt. Da die Slowenin Tamara Zidansek und Anastasia Pawljutschenkowa aus Russland auf dem Court Philippe Chatrier jeweils in engen Dreisatz-Siegen ihr erstes Grand-Slam-Halbfinale klarmachten, startete sein Match erst mit rund zwei Stunden Verspätung.

Als der 24-Jährige dann endlich auf den Center Court durfte, kam er gar nicht gut aus den Startlöchern. Zverev wirkte unzufrieden mit seiner Schlägerbesaitung, brachte kaum erste Aufschläge ins Feld, agierte zu passiv und haderte dann auch noch mit der Schiedsrichterin. Aber auch Davidovich Fokina begann holprig, es entwickelte sich ein zerfahrenes Match auf schwachem Niveau mit vielen Breaks. Da Zverev etwas weniger Fehler machte, sicherte er sich nach 47 Minuten den ersten Satz.

"Heute Abend wird sich niemand dafür interessieren, wie hoch das Niveau war - sondern nur, wer gewinnt", sagte Eurosport-Experte Becker und sah, wie Zverev sich im zweiten Satz leicht steigerte. Diesmal hielt er ein frühes Break zum 3:1, beim Spanier lief weiter gar nichts zusammen. In den ersten beiden Durchgängen resultierte jeder zweite Punkt Zverevs (30 von 60) aus unerzwungenen Fehlern seines Gegenübers.

Doppel-Spezialist Kevin Krawietz muss seine Koffer packen

Zverev war dennoch mit großem Respekt vor Davidovich Fokina in die Partie gegangen ("Der kann zaubern"), hatte aber auch beste Erinnerungen an den Spanier. Im Achtelfinal-Duell der US Open holte Davidovich Fokina gerade einmal fünf Games, Zverev stürmte anschließend ins Endspiel. Dort will er auch in Paris hin - zumindest sparte er im Viertelfinale Kräfte. Auch im dritten Satz ging er wieder direkt mit Break in Führung, hatte dann alles im Griff und beendete nach 1:36 Stunden das Match.

Seine Koffer packen musste hingegen Doppel-Spezialist Kevin Krawietz, der Traum vom dritten French-Open-Titel in Serie ist geplatzt. An der Seite des Rumänen Horia Tecau scheiterte der Coburger knapp im Viertelfinale. In diesem Jahr hatte Krawietz auf seinen gewohnten Partner Andreas Mies verzichten müssen, der im Februar am Knie operiert worden war. (afp/fra)  © dpa

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