Der erste Finalist der Australian Open in Melbourne steht fest. Und zur Verblüffung vieler Fans und Experten heißt er nicht Novak Djokovic. Der Serbe reagiert geschockt auf das Ende seiner Siegesserie.

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Der Italiener Jannik Sinner hat Titelverteidiger Novak Djokovic im Halbfinale der Australian Open entzaubert und erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier das Endspiel erreicht.

Sinner setzte sich in Melbourne gegen den serbischen Weltranglisten-Ersten etwas überraschend mit 6:1, 6:2, 6:7 (6:8), 6:3 durch. Für Djokovic, der die Australian Open zehnmal gewonnen hat, war es die erste Halbfinal-Niederlage bei seinem Lieblingsturnier überhaupt. Sinner verwandelte nach 3:22 Stunden seinen zweiten Matchball.

Jannik Sinner und Novak Djokovic
Jannik Sinner (l.) wird von Novak Djokovic zu seinem Sieg im Halbfinale der Australian Open am 26. Januar 2024 beglückwünscht. © dpa / Asanka Brendon Ratnayake / AP

Für Djokovic reißt beeindruckende Siegesserie

Für Djokovic, der die Australian Open zehnmal gewonnen hat, war es die erste Halbfinal-Niederlage bei seinem Lieblingsturnier überhaupt. Es war seine erste Niederlage am Yarra River nach 2.195 Tagen. Letztmals hatte er sich 2018 im Achtelfinale dem Südkoreaner Chung Hyeon geschlagen geben müssen. Danach hatte er in Melbourne 33 Spiele in Serie gewonnen.

"Das war eines meiner schlechtesten Grand-Slam-Matches, die ich je gespielt habe. Ich war schockiert von meinem Level, das ich gespielt habe", sagte Djokovic nach der Partie frustriert. "Um ehrlich zu sein, habe ich das ganze Turnier nicht gut gespielt. Jannik hat mich heute komplett dominiert und völlig verdient gewonnen."

Alexander Zverev kämpft gegen Daniil Medwedew um den Einzug ins Endspiel

Im Finale am 28. Januar bekommt es Sinner entweder mit Alexander Zverev oder dem Russen Daniil Medwedew zu tun. Die beiden Erzrivalen stehen sich seit 9:30 Uhr (MEZ/Eurosport) im zweiten Halbfinale gegenüber.

"Es war ein sehr schweres Spiel. Ich habe richtig gut angefangen und hatte den Eindruck, dass er sich nicht richtig gut fühlt", sagte Sinner nach seiner eindrucksvollen Vorstellung. "Ich habe letztes Jahr im Halbfinale von Wimbledon gegen ihn verloren, daraus habe ich viel gelernt", sagte der Italiener. "Im Finale zu stehen, ist großartig. Ich werde mit einem Lächeln auf den Platz gehen."

Jannik Sinner startet furios

Sinner startete in der Rod Laver Arena furios und nahm Djokovic sofort den Aufschlag ab. Der Weltranglisten-Erste wirkte seltsam gehemmt und leistete sich viele vermeidbare Fehler. Sinner, der bereits Ende des vergangenen Jahres zwei von drei Duellen mit Djokovic gewonnen hatte, brauchte so nicht einmal sein bestes Tennis zu spielen, um sich nach nur 35 Minuten den ersten Satz mit 6:1 zu holen.

Auch im zweiten Durchgang bestimmte der Italiener in seinem erst zweiten Halbfinale auf Grand-Slam-Niveau das Geschehen nach Belieben. Djokovic trat auf seinem absoluten Lieblingsplatz ungewohnt emotionslos auf und ließ das Geschehen ohne große Regung über sich ergehen.

Novak Djokovic verabschiedet sich nach dem Halbfinal-Aus bei den Australian open vom Publikum
In vier Sätzen scheitert Titelverteidiger Novak Djokovic am 26. Januar 2024 im Halbfinale der Australian Open in Melbourne am Italiener Jannik Sinner und winkt anschließend ins Publikum. © AFP/David Gray

Erst als er beim Stand von 2:4 einen Breakball abwehrte, pushte sich der Serbe. Sofort war das Publikum da und versuchte, Djokovic nach vorn zu treiben. Doch Sinner blieb cool und holte sich nach nur 73 Minuten auch den zweiten Satz. 29 leichte Fehler standen zu diesem Zeitpunkt für Djokovic zu Buche - so schlecht hatte der 36-Jährige in Melbourne gefühlt noch nie gespielt.

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Erst im dritten Durchgang steigerte sich Djokovic und entdeckte sein Kämpferherz. Doch Sinner schlug weiter unglaublich gut auf und gestattete dem Serben im gesamten Match keinen einzigen Breakball. Dennoch rettete sich Djokovic in den vierten Satz, auch weil er im Tiebreak einen Matchball abwehren konnte. Doch Sinner blieb konzentriert, schaffte im vierten Satz das Break zum 3:1 und war danach nicht mehr zu stoppen. (dpa/hau)

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