• Von der vermissten Tennisspielerin Peng Shuai ist ein Video aufgetaucht.
  • Der von chinesischen Staatsmedien lancierte Clip soll zeigen, dass es der Sportlerin gut geht.
  • Doch an der Echtheit gibt es Zweifel.

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Nach zunehmendem Druck auf China, Informationen über den Verbleib der Tennisspielerin Peng Shuai zu geben, haben die staatlichen Medien am Samstag neue Videos von der 35-Jährigen veröffentlicht. In einem der von dem Herausgeber der "Global Times" auf Twitter veröffentlichten Videos trägt Peng einen Mantel, Strickmütze und Maske und scheint ein Restaurant zu betreten. In einem weiteren Clip sitzt sie ohne Maske an einem Tisch und unterhält sich mit Leuten.

Unterhaltung in Video wirkt inszeniert

Laut "Global Times"-Herausgeber Hu Xijin zeigt das zweite Video "Peng Shuai beim Abendessen mit ihrem Trainer und Freunden in einem Restaurant". Es sei eindeutig, dass es "am Samstag Pekinger Zeit aufgenommen wurde". Tatsächlich sagt ein Mann während der Unterhaltung, "morgen ist der 20. November" - wird aber von einer Frau sofort korrigiert, dass dann der 21. November sei - und damit Sonntag.

Die Nachrichtenagentur AFP konnte die Echtheit der Videos nicht überprüfen. Die per Smartphone gefilmte Unterhaltung wirkt inszeniert, Peng macht auf den Aufnahmen einen entspannten Eindruck.

Peng Shuai seit Anfang November nicht mehr gesehen

Die 35-jährige Tennisspielerin wurde seit Anfang November nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Zuvor hatte sie im Onlinedienst Weibo Vorwürfe gegen den ranghohen kommunistischen Parteifunktionär Zhang Gaoli erhoben. Dem heute über 70-jährigen Ex-Vize-Ministerpräsidenten warf sie vor, sie in der Vergangenheit zum Sex gezwungen zu haben. Peng und Zhang hatten über Jahre eine Beziehung mit vielen Unterbrechungen geführt.

Von zahlreichen Seiten, darunter auch von den USA, Frankreich und dem UN-Hochkommissariat für Menschenrechte, wurde Peking seitdem aufgefordert, Belege für Pengs Aufenthaltsort zu liefern. Tennisstars wie Naomi Osaka, Serena Williams und zuletzt Roger Federer und Rafael Nadal äußerten sich besorgt. Der Chef der Damentennis-Organisation WTA, Steve Simon, drohte China mit einem Ende von Wettkämpfen seines Verbands in China, sollte das Wohlergehen Pengs nicht sichergestellt werden.

WTA: Video reicht als Beweis nicht aus

Zu den neuen Videos sagte Simon am Samstag, er sei "froh" über die Bilder. Doch sei weiter unklar, ob Peng "frei und in der Lage ist, selbständig und ohne Zwang oder Einmischung von außen Entscheidungen zu treffen und Maßnahmen zu ergreifen". Allein das Video als Beweis dafür reiche nicht aus, erklärte der WTA-Chef, der auch an der Echtheit einer E-Mail Pengs zweifelt, weiter. "Ich habe klar gesagt, was geschehen muss, und unsere Beziehungen zu China stehen an einem Scheideweg."

Simon hatte am Mittwoch erklärt, er habe wiederholt und auf verschiedene Arten versucht, Peng zu erreichen - bisher allerdings vergeblich. Gleichzeitig forderte er "unabhängige und überprüfbare Beweise dafür, dass sie in Sicherheit ist". (mt/afp)

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