Acht Minuten und 46 Sekunden schwiegen Amira und Oliver Pocher in ihrer Live-Sendung - exakt so lange, wie George Floyd um sein Leben kämpfte. Zu den weiteren deutschen Stars, die auf den Tod des Afroamerikaners reagierten, zählen Motsi Mabuse und Carolin Kebekus.

Mehr Star-News finden Sie hier

Am Donnerstagabend blieben sie ungewohnt still: Amira und Oliver Pocher schwiegen in ihrer RTL-Sendung "Pocher - gefährlich ehrlich!" exakt so lange, wie der Afroamerikaner George Floyd in Minneapolis um sein Leben kämpfte, als ein Polizist auf seinem Hals kniete. Neben dem Komiker-Ehepaar reagierten noch weitere deutsche Prominente auf die rassistische Gewalttat in den USA.

"Rassismus ist nicht nur ein amerikanisches Problem"

Bekleidet in schwarzen "nicht egal!"-T-Shirts und in einem abgedunkelten TV-Studio setzten die Pochers ein starkes Zeichen gegen Rassismus. Im Vorfeld der Aktion hatte Amira Pocher gegenüber RTL erklärt: "Rassismus tötet und Rassismus ist nicht nur ein amerikanisches Problem." Ihr Mann pflichtete ihr bei: "Hier auf dieser Welt ist kein Platz für Rassismus."

Während der Schweigeminuten wurden am unteren Bildschirmrand die Namen von Unterstützern der Aktion eingeblendet - über 400 kamen zusammen. Das Ehepaar Pocher hatte die Menschen zuvor dazu aufgefordert, ihre Namen via Social Media einzusenden.

Bei Motsi Mabuse reißen alte Wunden auf

Nicht länger schweigen will "Let's Dance"-Star Motsi Mabuse. Die 39-Jährige wandte sich via Instagram an die Öffentlichkeit und erklärte, "zu sehen, wie unsere Brüder und Schwestern im Jahr 2020 gegen Rassismus und für Gerechtigkeit kämpfen", stimme sie traurig.

Die Vorkommnisse in den USA reißen bei der gebürtigen Südafrikanerin zudem alte Wunden auf. "Wir sind die Kinder der Apartheid-Ära. Uns wurde sehr früh im Leben beigebracht, dass wir in einer Zeit des Konflikts geboren wurden", schrieb Mabuse auf der Social-Media-Plattform.

Die Auseinandersetzung mit Rassismus sei schon immer ein Teil ihres Lebens gewesen. Doch Mabuse und ihre Brüder und Schwestern, wie sie die People of Color nennt, hätten gelernt, stärker daraus hervorzugehen. "Manchmal fühlen wir uns stärker und wir spüren, dass die Wunden verheilt sind. (...) Aber die vergangenen Wochen brachten so viele schmerzhafte Kindheitserinnerungen zurück. Wunden, von denen wir dachten, dass sie verheilt wären", so die 39-Jährige.

"Wie viele Jahre braucht die Menschheit noch, um zu verstehen, dass wir alle Menschen sind?", fragte sie zudem öffentlich. In Mabuses Augen sei es 2020 höchste Zeit, um endlich umzudenken. Das Universum habe "eine eindeutige Botschaft gesendet: Hass wird niemals siegen".

Carolin Kebekus sendet eigenen "Brennpunkt"

Komikerin Carolin Kebekus widmete sich - ähnlich wie Amira und Oliver Pocher - am Donnerstagabend in ihrer Sendung ebenfalls den Vorkommnissen in den Vereinigten Staaten, wie auf YouTube und in Social Media zu sehen ist.

Da die ARD keinen "Brennpunkt" nach der "Tagesschau" sendete, räumte die 40-Jährige ihren Platz vor der Kamera und ließ stattdessen Menschen zu Wort kommen, die zuvor Erfahrungen mit Alltagsrassismus gemacht haben.

Moderatorin und Autorin Shary Reeves stellte in ihrer Ansprache klar, dass Rassismus "auch in Deutschland" töte. Alle Menschen hierzulande seien "Teil eines strukturell rassistischen Systems", erklärte die 51-Jährige. Es sei zudem schwer für hellhäutige Menschen nachzuvollziehen, was farbige Mitbürger teils erlebten.

Zu den weiteren Opfern von Rassismus, die in Kebekus' Show zu Wort kamen, zählten Rapper Denyo von den Beginnern, Ex-Nationalspieler Patrick Owomoyela, die Politiker Aminata Touré und Karamba Diaby und die Moderatoren Mo Asumang und Aurel Mertz. Alle Schilderungen erfolgten ebenfalls über eine Zeitspanne von exakt 8 Minuten und 46 Sekunden.

Jérôme Boateng: "Kann nicht glauben, dass es wieder passiert ist"

"Ich kann nicht glauben, dass es wieder passiert ist, sogar bei Tageslicht und während es gefilmt wurde." Mit diesen Worten meldete sich FC-Bayern-München-Star Jérôme Boateng auf Twitter zu Wort. Der 31-Jährige fügte seinem Post außerdem die Hashtags #BlackLivesMatter und #JusticeForGeorgeFloyd hinzu.

In einer Serie drei weiterer Tweets erklärte der Profi-Kicker, zu wissen, wie es sich anfühlt, beleidigt zu werden. Eltern hätten ihre Kinder in der Vergangenheit dazu aufgefordert, ihn auf dem Rasen zu treten. "Kein Kind sollte sich so fühlen - egal welche Farbe seine Haut hat oder welcher Religion es angehört", schrieb Boateng. Alles fange damit an, wie man seine Kinder erziehe, denn "kein Kind wird als Rassist geboren".

Aufforderung zum Handeln von Stefanie Giesinger

Mit einem eindringlichen Appell rief Model und Influencerin Stefanie Giesinger ihre Follower dazu auf, es nicht hinzunehmen, wenn "unschuldige Leben" beendet werden. Auf Instagram schrieb sie neben ein Selfie von sich: "Glaubt nicht, dass dies euch nicht betrifft. Lehnt euch nicht zurück und seid still." Alle Menschen könnten Teil der Veränderung sein, so Giesinger.

Die 23-jährige Gewinnerin von "Germany's next Topmodel" aus dem Jahr 2014 postete außerdem im Rahmen der Aktion "Blackout Tuesday" ein schwarzes Bild auf der Social-Media-Plattform - wie viele andere deutsche Promis. Darunter unter anderem ihr Namensvetter Max Giesinger, dessen Musikkollegin Lena Meyer-Landrut, Model Heidi Klum und Moderator Joko Winterscheidt.

Joko Winterscheidt: Müssen "den Arsch hochkriegen"

Letzterer wies in einem weiteren Instagram-Eintrag noch einmal darauf hin, dass auch in Deutschland Rassismus existiert. "Amerika ist vielleicht ein paar Tausend Kilometer entfernt, aber Rassimus ist kein amerikanisches Thema", schrieb der 41-Jährige, der kürzlich erst gemeinsam mit Klaas Heufer-Umlauf auf das Problem sexueller Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam machte.

"Es liegt an uns, die die sagen 'Ich bin kein Rassist', endlich auch aktiv zu werden und nicht nur zu reden", appellierte Winterscheidt an seine Follower. Alle Menschen sollten "mal den Arsch hochkriegen und uns auch mal selber hinterfragen". Nur dann gebe es "die Möglichkeit, wirklich etwas zu verändern", so der Star von "Circus HalliGalli". (cos/wag)  © 1&1 Mail & Media/spot on news

Tiktok-Challenge zeigt weiße Privilegien auf

Auf der Plattform geht eine Challenge um, die "White Privileges" sichtbar macht. Das Ergebnis zeigt, wie weit wir von Gleichberechtigung entfernt sind.