Zwei sympathische Kandidatinnen und spannende Spielchen: In der jüngsten Ausgabe von "Schlag den Star" spielen Motsi Mabuse und Laura Karasek gegeneinander und sorgen für einen unterhaltsamen Samstagabend. Nur Kommentator Ron Ringguth scheint mit dem Duell der beiden Frauen ein Problem zu haben.

Christian Vock.
Eine Kritik
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Katapultieren wir uns einmal zurück ins Jahr 2006. Da tauchte ein gewisser Stefan Raab mit einer neuen Show auf. "Schlag den Raab" hieß die und die Idee war genauso simpel wie der Name der Show. Kandidaten spielen an einem nicht enden wollenden Abend Spiele gegen Moderator Stefan Raab. Den Reiz bezog die Show vor allem aus zwei Dingen. Zum einen aus den zum Teil wirklich originellen Spielen und zum anderen, weil im Duell großspuriger Moderator gegen Normalo die Sympathien zumeist recht eindeutig verteilt waren.

Das war vor 16 Jahren. Die Show gibt es immer noch, geblieben sind aber lediglich die nicht enden wollenden Spiele. Denn seit dem Ausstieg von Stefan Raab fehlt der Show nicht nur der Raab im Titel, sondern auch als Anti-Held. Seit die Show sich zu "Schlag den Star" gewandelt hat, kämpfen nun nur noch Promis gegeneinander und die mag man oder nicht oder sie sind einem einfach egal. Aber dieses Raab-gegen-Underdog-Gefühl ist seit Jahren weg.

Da stellt sich natürlich die Frage, ob die Show auch funktioniert, wenn niemand von den Promi-Kandidaten einen ähnlichen Sympathie-Status wie Raab hat. In der Vergangenheit gab es jedenfalls nicht wenige Ausgaben, die ein bisschen zäh waren. Am Samstagabend trat nun bei der jüngsten Ausgabe von "Schlag den Star" "Let’s Dance"-Jurorin Motsi Mabuse gegen Schriftstellerin Laura Karasek an und beide sind nicht dafür bekannt, dass ihnen eine übermäßige Antipathie entgegenschlägt.

"Schlag den Star": Ron Ringguth mit sonderbarer Bemerkung

Zwei Sympathieträgerinnen also und so geht es auch gleich ziemlich handzahm los. Wo sich bei den Vorstellfilmchen normalerweise die Kandidaten auf die Brust trommeln und sich über den Gegner lustig machen, gehen Mabuse und Karasek eher freundschaftlich miteinander um. Das mag auch daran liegen, dass beide so ziemlich jede Tanz-Anspielung verwenden wollen und so sind ein "Heute tanz ich aus der Reihe" von Mabuse und ein "Ich lass dich gleich nach meiner Pfeife tanzen – und zwar den sterbenden Schwan" schon der Gipfel an Aggressivität.

Kleiner Spoiler: Er wird es auch bleiben. Vor allem, weil die beiden Frauen wissen, was man sagen kann und was nicht. Eine Fähigkeit, die sich Kommentator Ron Ringguth offenbar nicht zutraut. "Es sind diese Frauensendungen, welche immer so besondere Herausforderungen sind. Nicht nur für mich, sondern auch für Elton. Wir müssen wieder vorsichtig sein, welche Fettnäpfchen wir hier umschiffen müssen", erklärt der Kommentator, als ihn Elton vorstellt und diese Sätze wirken doch ein wenig befremdlich.

Zum einen: Warum sollte es für einen langjährigen Kommentator eine Herausforderung sein, einen Wettkampf zwischen zwei Frauen zu kommentieren? Zum anderen: Warum differenziert Ringguth überhaupt nach Geschlechtern? Für Frauen gelten die gleichen Maßstäbe wie für alle anderen Menschen auch: Anstand, Höflichkeit, Respekt, keine Diskriminierungen und so weiter. Klingt doch eigentlich recht einfach – warum traut das Ringguth sich selbst und Elton nicht zu?

Ringguth will also in kein Fettnäpfchen treten und macht mit so einer Aussage genau das. Karasek und Mabuse zeigen da weniger Unsicherheiten und können sich so gänzlich auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren: die Spiele. Die sind natürlich längst nicht mehr so originell wie 2006, denn so langsam kennt man das Prinzip: Quiz, irgendwas mit Fahrzeugen, irgendeine abgewandelte Sportart und das Ganze immer abwechselnd.

Diesmal müssen die Kandidatinnen Tierfelle erkennen, Tischtennisbälle mit einem Kescher fangen, das Veröffentlichungsjahr von Liedern erraten und so weiter.

Das läuft alles in völliger Harmonie ab, mitunter sogar witzig. Beim vierten Spiel etwa sollen Karasek und Mabuse blind Getränke erschmecken. Nachdem bereits Kakao oder Pfefferminztee gereicht wurden, stellt Laura Karasek fest: "Bisher ist noch kein Alkohol dabei – ich bin ein bisschen enttäuscht." Als ihr Elton dann wenig später doch noch Bier zum Probieren hinstellt, hat sie trotzdem etwas zu meckern: "Das ist der einzige Alkohol, den ich nicht mag", lacht Karasek und haut dann noch einen raus: "Das schmeckt so, wie das Oktoberfest riecht."

Kein verbissener Wettkampf, trotzdem funktioniert der Abend

Auch wenn es kein verbissener Wettkampf ist, funktioniert der Abend also auch so, nur bei einem Spiel gibt es für einen kurzen Moment Verwirrung. Mabuse und Karasek müssen nacheinander Gegenstände aus einem Pool fischen, in eine Schale legen und dann die Glocke läuten und zwar in genau dieser Reihenfolge. Wer schneller ist, gewinnt. Mabuse macht das in ihrem ersten Durchgang auch genau so, doch als nach ihr Karasek an der Reihe ist, hat diese zwar eine bessere Zeit, bringt aber die Reihenfolge durcheinander und drückt nach dem Herausfischen zuerst die Glocke.

"Rein, rein, rein, rein!", schreit Elton Karasek an und deutet Richtung Schale. Als die Autorin den Gegenstand platziert hat, hilft ihr Elton weiter: "Und jetzt klingeln!" Elton erklärt noch einmal die Regeln und lässt sich dann die Zeitlupe zeigen, weil die Zeiten von Mabuse und Karasek doch recht nah beieinander liegen.

Elton greift ein – altes Problem bei "Schlag den Star"

Das ist ebenso fair wie merkwürdig, denn einerseits beharren Elton und Ringguth auf die Einhaltung des Regelwerks, haben aber andererseits als eigentlich Neutrale in den Wettbewerb eingegriffen, als Elton Karasek erst auf ihren Fehler aufmerksam macht. Ein altes Problem bei "Schlag den Star", etwas später passiert dasselbe nur diesmal zugunsten von Mabuse.

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Man kann also weder Ron Ringguth noch Elton unterstellen, dass sie diesmal das Spiel für eine der beiden gekippt hätten – das grundsätzliche Problem, dass die beiden durch ihre Kommentare den Wettbewerb beeinflussen können, bleibt aber. Am Ende ist es dann Laura Karasek, die um 1:06 Uhr und nach 14 von 15 möglichen Spielen erst eine Partie Tisch-Shuffleboard und damit dann auch die 100.000 Euro gewinnt. Und ganz nebenbei hat sie zusammen mit Mabuse gezeigt, dass "Schlag den Star" auch mit zwei sympathischen Kandidatinnen unterhaltsam sein kann.

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