Die Sahara-Hitze hält an. Am Freitag lässt sie nur einige Teile Deutschlands kurz durchatmen. Am Wochenende könnte der Hitzerekord fallen. In Essen ist das Gleisbett einer Straßenbahnlinie geschmolzen. Wo es am heißesten ist, wo es Unwetterwarnungen gibt - alle News im Ticker.

+++ Erste Gewitterzellen im Schwarzwald +++

+++ Asphaltschäden: Fast 20 Kilometer Stau auf A7 +++

+++ Waldbrandgefahr nimmt zu +++

+++ Hitzerekord von 40,2 Grad könnte fallen +++

+++ Gleisbett der Straßenbahn in Essen schmilzt +++

+++ Hitzefrei an ersten Schulen +++

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16:27 Uhr: Wie der Deutsche Wetterdienst berichtet, gibt es heute in Nordhessen über Niedersachsen bis nach Schleswig Holstein sowie in östlichen Baden Württemberg und westlichen Bayern teils kräftige Gewitter, die örtlich eng begrenzt auch unwetterartig ausfallen können und von Hagel und heftigem Starkregen begleitet sein können. Die Unwetter können sich zeitweise abschwächen und im Laufe des Nachmittags und am Abend neu formieren und erneut kräftig und örtlich unwetterartig ausfallen, mit Hagel und heftigem Starkregen, nur vereinzelt mit Sturmböen.

15:40 Uhr: Ein 77-jähriger Mann ist beim Baden im Nymphensee bei Brieselang in Brandenburg ertrunken. Der Mann sei am Freitagmittag mit seiner Lebensgefährtin schwimmen gegangen und aus ungeklärter Ursache plötzlich untergegangen, berichtet die Polizei. Eine 30-jährige Frau hatte dies beobachtet und sprang sofort hinterher. Sie konnte den Mann aus drei Metern Tiefe wieder an die Oberfläche ziehen. Trotz Reanimationsmaßnahmen konnte der alarmierte Notarzt jedoch nur noch den Tod des 77-Jährigen feststellen. Die mutige Helferin litt nach dem langen Tauchgang unter Atemproblemen. Sie wurde zur Behandlung in eine Spezialklinik nach Berlin gebracht.

14:59 Uhr: Tempo drosseln wegen der Hitze: Das baden-württembergische Verkehrsministerium hat ein Tempolimit von 80 Stundenkilometern auf allen Autobahnen mit Betonbelag angeordnet. Dies teilt ein Sprecher in Stuttgart mit. Hintergrund sei die Gefahr von Straßenschäden. Von den 1.054 Kilometern Autobahn in dem Bundesland bestehen 40 Prozent aus einer Betondecke. Die Hitze sorgte am Donnerstag etwa auf der A5 bei Heidelberg, einer zentralen Verkehrsader, für Straßenschäden. Dort hatten sich Betonplatten ausgedehnt und aufgeschoben. Bereits am Donnerstag war wegen der sommerlichen Hitze zum Beispiel in Sachsen-Anhalt auf Teilen der A14 oder A9 der Verkehr teils auf 80 Stundenkilometer gedrosselt worden.

14:55 Uhr: Zwei Kleinkinder sind auf einem Parkplatz in Köngen (Baden-Württemberg) aus einem völlig überhitzten Auto gerettet worden. Wie die Polizei mitteilt, hatte die Mutter die schlafenden Kinder mit einem nur etwa fünf Zentimeter geöffneten Fenster zurückgelassen, um einkaufen zu gehen. Das Auto war der Sonne - bei 33 Grad - am Donnerstag vollkommen ausgesetzt.

Eine Frau bemerkte die schreienden Kinder, deren Köpfe von der enormen Hitze rot angelaufen waren und setzte sofort einen Notruf ab. Ein Kunde des Einkaufszentrums drückte die Scheibe des Autos nach unten, so dass die Elektronik des Wagens reagierte und er die Tür öffnen konnte.

14:42 Uhr: Bei der Bahn fielen Klimaanlagen aus. Die Deutsche Bahn will für die besonders betroffene Linie Berlin-Amsterdam zwei Ersatzzüge bereitstellen. Sie sollen eingesetzt werden, wenn die Luftkühlung in anderen IC auf der Strecke versagt, teilte ein Bahnsprecher mit. Bei etwa einem Dutzend Intercitys auf der Linie Berlin-Amsterdam hatten die Klimaanlagen am Donnerstag ihre Arbeit eingestellt. Insgesamt mehrere Hundert Fahrgäste mussten deshalb in Osnabrück umsteigen und mit anderen Zügen weiterfahren. Manche Intercity-Waggons auf der Strecke sind mehr als 30 Jahre alt.

13:29 Uhr: Aus der eher kuriosen Ecke: Die hohen Temperaturen machen auch den Tauben zu schaffen: Deshalb rät der Verband Deutscher Brieftaubenzüchter seinen Mitgliedern, an diesem Wochenende auf Tauben-Langstreckenflüge zu verzichten.

"Die meisten Regionalverbände haben die Flüge bereits abgesagt oder schicken die Tauben höchstens auf kurze Entfernungen", sagte ein Verbandssprecher in Essen. Eigentlich seien für dieses Wochenende Preisflüge über Strecken bis zu 500 Kilometer geplant gewesen. Diese sollten dann nach Möglichkeit in den nächsten Wochen nachgeholt werden. Auch der Deutsche Tierschutzbund warnte: Distanzflüge bei über 30 Grad könnten für viele Tauben tödlich enden.

13:26 Uhr: Der heißeste Ort ist am Mittag: Saarbrücken-Burbach:

12:55 Uhr: Immer noch ist Hoch "Annelie" verantwortlich, das heiße Saharaluft ins Land leitet. Bis mindestens Dienstag werde sich die Hitze halten, sagt Meteorologe Adrian Leyser vom Deutschen Wetterdienst. Spürbar kühler werde es wohl erst am kommenden Donnerstag. Dann sagten die Computermodelle für den Norden Werte von unter 25 Grad voraus, für den Süden Temperaturen um 25 Grad.

Die Aussichten für die nächsten Tage laut Wetter.net:

Freitag 30 bis 38 Grad

Samstag 31 bis 40 Grad

Sonntag 29 bis 39 Grad

Montag 27 bis 37 Grad

Dienstag 29 bis 39 Grad

Mittwoch 24 bis 34 Grad

Donnerstag 19 bis 25 Grad

12:47 Uhr: Nach einem Stromausfall vermutlich durch einen Blitzschlag wurde auf der A38 der Heidkopftunnel vorübergehend gesperrt. Die Fahrzeuge mussten nach Angaben der Polizei sowohl in Richtung Göttingen als auch in Richtung Halle für mehr als eine Stunde umgeleitet werden. Nach Angaben der Zeitung "Thüringer Allgemeine" ist der Tunnel nun wieder freigegeben.

Der Heidkopftunnel verbindet bei Reiffenhausen die Bundesländer Niedersachsen und Thüringen. Beide Tunnelröhren seien nicht befahrbar gewesen, sagte ein Polizeisprecher in Göttingen. Die Ursache des Stromausfalls blieb zunächst unklar. Es spreche aber vieles für einen Blitzschlag. Am Freitagvormittag hatte es in der Region ein heftiges Gewitter gegeben.

12:41 Uhr: Wegen der großen Hitze ruft das Bundesamt für Naturschutz (BfN) die Bürger dazu auf, Straßenbäume zu wässern. "Wenn es möglich ist, gießen Sie bitte jeden Tag zwei bis drei Eimer Wasser an den Stammfuß der Straßenbäume", sagt BfN-Präsidentin Beate Jessel laut Mitteilung in Bonn.

Die Versiegelung verhindere eine ausreichende Wasserversorgung vieler Straßenbäume. "Ihre Lebensbedingungen sind teilweise wüstenähnlich." Besonders betroffen seien junge Bäume ohne ausgeprägtes Wurzelwerk. Auch die Vögel leiden laut BfN unter der Trockenheit. Deshalb sollten Gartenbesitzer Vogeltränken aufstellen. Dafür reiche eine größere Schale mit flachem Rand, die am besten leicht eingegraben werden solle.

12:19 Uhr: Asphaltschäden auf der Autobahn 7 haben in Hamburg zu Verkehrsbehinderungen geführt. Die Hitze habe im Belag auf der Langenfelder Brücke Risse verursacht, sagt eine Sprecherin der Verkehrsbehörde. Zur Reparatur sei eine Spur, die derzeit wegen Bauarbeiten über den Standstreifen verlaufe, gesperrt worden. "Da die Autofahrer leider so unvernünftig waren und um die Hütchen herumfuhren und dadurch die Bauarbeiter gefährdeten, sahen wir uns gezwungen, eine weitere Spur zu sperren", sagte die Sprecherin. Die Autos stauten sich am Morgen 19 Kilometer bis zur Anschlussstelle Hamburg-Marmstorf zurück. Nach Freigabe der zweiten Spur entspannte sich die Lage am Vormittag.

12:13 Uhr: Wegen der Hitze und Trockenheit nimmt die Gefahr von Waldbränden rasant zu. Für den Norden Sachsens besteht bereits die zweithöchste Warnstufe Rot. Der Staatsbetrieb Sachsenforst hat eine entsprechende Prognose veröffentlicht. "Da reicht ein kleiner Funken, um ein Feuer auszulösen", sagt Sprecher Sebastian Förster. In Thüringen galt am Donnerstag nach Angaben der Landesanstalt Thüringenforst fast überall mittlere Waldbrandgefahr, rund um Erfurt, Martinroda und Eschwege war sie sogar hoch. Das entspricht den Stufen 3 und 4 auf der 5-stufigen Skala. Im Extremfall können die Förster gefährdete Wälder absperren.

12:11 Uhr: In Deutschland häufen sich Hitzeperioden nach Erkenntnissen von Meteorologen seit den 1990er Jahren, und die Spitzentemperaturen steigen. Das teilt der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach einer Auswertung in fünf deutschen Großstädten mit.

Untersucht wurden 14-tägige Hitzeperioden mit mindestens 30 Grad zwischen 1950 und 2014 in Hamburg, Dresden, Mannheim, Frankfurt und München.

In Hamburg seien solche Extremereignisse vor 1994 noch gar nicht aufgetreten, und danach seltener als weiter südlich, teilt der DWD mit. Das Temperaturniveau blieb im Norden wie auch in Dresden unter 33 Grad.

In Mannheim, Frankfurt oder München habe es wesentlich häufiger Hitzeperioden gegeben, und dort seien auch höhere Temperaturen von über 33 Grad aufgetreten. Ob dies eine Folge des Klimawandels ist, lasse sich aber nicht abschließend beurteilen.

11:57 Uhr: Wegen der anhaltenden Hitze im Trainingslager in Neuruppin hat Werder-Trainer Viktor Skripnik das Nachmittagstraining um 90 Minuten nach hinten verlegt. Statt wie geplant um 16:00 Uhr wird die dritte Einheit am Freitag erst um 17:30 Uhr absolviert. Bereits um 08:00 Uhr starteten die Bremer mit einem Morgen-Lauf in den Tag, um 10:00 Uhr wurde auf dem Platz des Volksparkstadions in Neuruppin trainiert.

"Wir wollen nicht nur Spaß haben", sagt Skripnik. "Es tut mir leid, wenn ich sehe, wie sich hier einige quälen. Aber das ist die Vorbereitung und so muss es sein." Bis Dienstag bereiten sich die Hanseaten auf die neue Bundesliga-Saison in Brandenburg vor. 24 Profis hat der Ukrainer mitgenommen. Am Samstag steht das erste Testspiel beim MSV Neuruppin auf dem Programm.

11:39 Uhr: Die enorme Hitze über Deutschland bringt erneut schwere Gewitter mit sich. Ab heute Mittag sollen sie sich vor allem in Hessen und Niedersachsen mit Starkregen und Hagel entladen, wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mitteilt. Die Meteorologen warnen in beiden Bundesländern vor überfluteten Straßen und Kellern, Schäden an Autos und Gebäuden und vor Blitzeinschlag.

Thermometer knackt mehrfach die 35 Grad - so zerfließen Sie nicht.

11:21 Uhr: Hoch "Annelie" beschert den ersten Schülern hitzefrei. In der Grundschule "An den Eichen" in Boizenburg (Mecklenburg-Vorpommern), wo es am Donnerstag mit über 30 Grad landesweit am heißesten werden sollte, wurde der Unterricht nach der vierten Stunde gestrichen. Die Lehrer mussten trotzdem arbeiten. Sie wurden zur Betreuung von Kindern eingeteilt, die nicht eher nach Hause konnten, oder sie sortierten Schulbücher und bereiteten schon das neue Schuljahr vor, wie die stellvertretende Schulleiterin Susanne Knakowski sagte. Auch an einigen Schulen in Rheinland-Pfalz gab es hitzefrei. Ob und ab wann es in Schulen hitzefrei gibt, entscheiden die Bundesländer. In Nordrhein-Westfalen zum Beispiel gilt als Anhaltspunkt eine Raumtemperatur von mehr als 27 Grad.

11:13 Uhr: Wegen der Hitze lässt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) verstärkt Autobahnen überwachen. Er habe einen Aktionsplan gegen Hitzeschäden auf den Autobahnen aufgelegt, sagt er der "Passauer Neuen Presse" vom Freitag. Spezielle Messfahrzeuge würden untersuchen, wo die Gefahr für Blow-ups - aufgeplatzte Straßenabschnitte - am höchsten sei. "Alle Schäden werden umgehend repariert." An besonders gefährdeten Abschnitten wie der A3 bei Regensburg oder Teile der A92 und A93 seien bereits Tempolimits verhängt worden.

10:47 Uhr: Ein Mopedfahrer hat sich in der Sommerhitze in Unterfranken die Fußsohlen verbrannt. Der 31-Jährige war nach Polizeiangaben vom Freitag auf seinem Zweirad mit Flip-Flops unterwegs, als er bergab mit der Bremsleistung seiner Maschine unzufrieden war. Er half nach, indem er sich mit den Füßen gegen den Asphalt stemmte. Dabei verlor er am Donnerstag in Erlabrunn seine Sommerschuhe. Die Verbrennungen zog er sich dann nicht beim Bremsen zu, sondern beim Einsammeln seiner Flip-Flops auf dem heißen Asphalt. Der Rettungsdienst brachte ihn in ein Krankenhaus.

10:16 Uhr: Am Donnerstag ist in Essen ein Gleisbett geschmolzen. Wie die EVAG mitteilt, hatte sich der Asphalt auf der Linie U11 in Altenessen zwischen den Gleisen verflüssigt.

10:11 Uhr: Für Samstag erwartet der Deutsche Wetterdienst einen neuen Schwall warmer Luft in NRW, die Temperaturen gingen wieder nach oben. Wahrscheinlich seien nach dem Datenstand von Donnerstagabend für den Samstag Höchstwerte von bis zu knapp 40 Grad.

09:00 Uhr: Nordrhein-Westfalen als heißeste Ecke Deutschlands kann am Freitag ein wenig aufatmen: Einzelne aber heftige Gewitter in der Nacht ließen dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge kühle Luft einfließen.

08:15 Uhr: In Duisburg und Geilenkirchen wurden am Donnerstag 38,7 Grad gemessen, in Kleve 38,6 Grad.

08:02 Uhr: In Harsewinkel brannte ein Dachgeschoss nach einem Blitzeinschlag. Die zehn Bewohner konnten das Haus aber rechtzeitig verlassen.

07:33 Uhr: Bei Badeunfällen kamen allein in NRW am Donnerstag drei Menschen ums Leben. In einem See in Hennef ertrank ein 18-Jähriger. In einem Schwimmbad in Nettetal starb ein ebenfalls 18-Jähriger. In Emmerich wurde ein 29-Jähriger aus einem Baggersee tot geborgen.