Viel mehr als der Militäreinsatz in Syrien selbst polarisiert die Art und Weise, wie Donald Trump diesen auf Twitter ankündigte. Bei "Hart aber fair" erklärt eine USA-Kennerin, dass Syrien erst der Anfang gewesen sein könnte und verweist auf zwei neue Hardliner an der Seite des US-Präsidenten.

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Die Zügellosigkeit von Donald Trump auf Twitter kennt offenbar keine Grenzen - auch keine militärischen. Darüber will Frank Plasberg am Montagabend bei "Hart aber fair" diskutieren. Zu Gast sind

  • ARD-Journalist Thomas Roth,
  • CDU-Politiker Jürgen Hardt,
  • US-Journalistin Melinda Crane,
  • Ex-Nato-General Hans-Lothar Domröse und
  • Historiker und Publizist Michael Wolffsohn.

Donald Trump twitterte zu Syrien-Militärschlag

Ein prominentes Beispiel in diesen Tagen war, wie der US-Präsident via Tweet den folgenden Militäreinsatz mit den Verbündeten Großbritannien und Frankreich in Syrien ankündigte.

"Mach dich bereit, Russland, denn die Raketen werden kommen, hübsch, neu und smart", hatte Trump getwittert, ehe Russlands Verbündeter Syrien tatsächlich wegen des mutmaßlichen Einsatzes von Chemiewaffen bombardiert wurde.

Wie weit geht Donald Trump?

Wie weit geht die Unberechenbarkeit des Präsidenten also? Bis hin zu unbedachter militärischer Aggression? Bis hin zu mehr militärischer Provokation?

Der ehemalige deutsche NATO-General Hans-Lothar Domröse lobt bei "Hart aber fair" den Militärschlag gegen das Regime in Damaskus als "präzise" und "notwendig".

Und der Publizist Michael Wolffsohn relativiert: "Er hat die Boxhandschuhe angezogen und liefert mit minimalem Aufwand."

Laut Wolffsohn habe Trump US-amerikanische Interessen sehr wohl vertreten, sich außenpolitisch als stark erwiesen.

Doch die Aussagen einer USA-Kennerin machen bei Plasberg vielmehr Sorgen.

Journalistin warnt vor Bolton und Pompeo

"Er reagiert mit dieser heftigen Sprache, wenn er sich eingepfercht fühlt. Dann greift er zu seinem Handy. Er enttäuscht alle Erwartungen der Deutschen", meint Melinda Crane, politische Chef-Korrespondentin im englischen Programm von Deutsche Welle-TV. "Die einstige Schutzmacht ist nicht mehr berechenbar."

Mehr noch: Trump unterwandere mit seinen Alleingängen die eigene Regierung, ja, das gesamte politische System der USA. Er gieße "Benzin ins Feuer", sagt sie weiter.

Besonders Sorgen machen der Journalistin jedoch zwei neue Hardliner an der Seite Trumps.

Zum einen John Bolton, der neue Nationale Sicherheitsberater des US-Präsidenten. Bolton gilt als sogenannter Falke - also einer, der militärische Konfrontation der Diplomatie vorzieht. Und zum anderen der wohl designierte neue Außenminister Mike Pompeo.

"Mir macht Sorgen, ob ein John Bolten bei der nächsten Diskussion gewinnt und nicht ein James Mattis", sagt Crane und hofft weiter auf den Einfluss des gemäßigten Verteidigungsministers Mattis.

"Schnellschießer" an der Seite von Donald Trump?

Sie warnt insbesondere vor Bolton: "John Bolton ist so rechts - und ein Falke. Am 12. Mai werden die USA darüber entscheiden, was sie mit dem Iran-Abkommen machen. Bolton und Pompeo haben beide gesagt, dass sie einen Krieg gegen den Iran nicht ausschließen würden. Dass beide solche Schnellschießer sind, beunruhigt mich."

Bleibt zu hoffen, dass Trump nicht auch noch die militärische Konfrontation mit dem Iran sucht. Geht es nach USA-Kennerin Crane, könnte diese Hoffnung vergeblich sein.

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