• CSU-Chef Markus Söder hat eine eindringliche Warnung an die Union ausgesprochen.
  • Die Gefahr sei noch nie so groß gewesen, dass ein Linksbündnis die Macht übernehmen könne.
  • Aktuelle Umfragen unterstreichen seine Befürchtungen.

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CSU-Chef Markus Söder hat die Union eindringlich vor einem Machtverlust nach der Bundestagswahl gewarnt. "Wir müssen alles tun, um einen historischen Linksrutsch in Deutschland zu verhindern", sagte Söder der "Bild am Sonntag". "Noch nie war die Gefahr so groß, dass ein Linksbündnis die Macht übernimmt." Es komme darauf an, dass die Union überhaupt noch vor SPD und Grünen liege.

Ein Wahlergebnis von 30 Prozent plus X für CDU/CSU hält Söder mittlerweile für unrealistisch. "In der aktuellen Situation müssen wir wohl etwas kleinere Brötchen backen." SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz warf er vor, mit unlauteren Methoden an die Macht kommen zu wollen.

"Die SPD hat sich leise angeschlichen und profitiert von der Schwäche der Grünen und dem unlauteren Versuch von Olaf Scholz, eine Art Erbschleicher von Angela Merkel zu werden", so Söder. "Die Raute zu machen, reicht aber nicht."

Wenn Scholz Kanzler werde, würden Steuern erhöht und Schulden gemacht, sagte Söder. Der SPD-Kanzlerkandidat wolle Euro-Bonds und eine europäische Haftungsunion, bei der Millionen von deutschen Sparkonten für andere europäische Banken haften könnten. "Deshalb geht es bei der Bundestagswahl auch darum, die künftige Entwertung deutscher Sparguthaben zu verhindern."

"Sonntagstrend": Mit 24 Prozent liegt die SPD deutlich vor der Union

Eine weitere Umfrage sieht die SPD mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz derzeit als stärkste Kraft. Die Sozialdemokraten gewinnen im "Sonntagstrend" für die "Bild am Sonntag" im Vergleich zur Vorwoche zwei Prozentpunkte - mit 24 Prozent liegen sie nun deutlich vor der Union, die auf 21 Prozent kommt (-1). Es ist laut der Zeitung der niedrigste Wert, den das Meinungsforschungsinstitut Insa jemals für die Union gemessen hat. Die Grünen bleiben bei 17, die FDP bei 13 Prozent. AfD (11 Prozent) und Linke (6 Prozent) verlieren jeweils einen Punkt.

Auch bei den Umfragewerten der Kanzlerkandidaten sieht es für die Union zunehmend düster aus: Für Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) würden bei einer Direktwahl diese Woche laut "Sonntagstrend" nur noch 10 Prozent stimmen (-2). Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock gewinnt einen Punkt und käme auf 14 Prozent. An der Spitze wäre weiter Scholz mit 31 Prozent - trotz Minus von 3 Prozentpunkten für den SPD-Kandidaten.

SPD legt auch in Umfragen anderer Meinungsforschungsinstitute zu

Auch in mehreren Umfragen anderer Meinungsforschungsinstitute hatte die SPD jüngst zugelegt. Eine Erhebung von YouGov und das für RTL und n-tv erstellte "Trendbarometer" des Instituts Forsa sahen die Sozialdemokraten zuletzt ebenfalls vorn. Im ZDF-"Politbarometer" vom Freitag lagen SPD und Union mit jeweils 22 Prozent gleichauf.

Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. (ff/dpa)

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