• Sebastian Vettel absolviert noch neun Formel-1-Rennen, dann hört er auf.
  • Aston Martin fokussiert sich aber bereits sehr auf das Auto für 2023.
  • Heißt: Es könnte eine desaströse Abschiedstour für Vettel werden.

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Neun Rennen noch, dann geht die erfolgreiche Formel-1-Karriere von Sebastian Vettel endgültig zu Ende. Noch neun Auftritte, neun Chancen, noch einmal für ein Highlight zu sorgen. Ein Podium vielleicht, möglicherweise sogar ein Sieg? Das letzte Mal, dass Vettel ganz oben auf dem Podium stand, ist fast drei Jahre her.

Doch aus eigener Kraft ist das leider unmöglich. Und das gilt auch weiterhin für ein Podium. Schlimmer noch: Vettel droht ein sportlicher Abgang durch die Hintertür. Ein desaströses Ende möglicherweise, mindestens aber ein unschönes. Denn Aston Martin konzentriert sich im Grunde nur noch auf das Auto für 2023, also auf die Zukunft ohne den Deutschen. Das Geld wird zum Großteil in den Boliden für Lance Stroll und Vettels Nachfolger Fernando Alonso gesteckt.

"Das kostet eine Menge Geld"

"Wir haben uns noch ein Entwicklungsbudget gelassen. Aber wir haben bereits eine Menge entwickelt und das Auto stark verändert", sagte Performance-Direktor Tom McCullough, der bestätigte: "Die Entwicklung des Autos für 2023 läuft bei uns jetzt." Es sei zwar theoretisch möglich, "größere Teile wie zum Beispiel einen Flügel" an den Start zu bringen, "aber das kostet eine Menge Geld. Da kann man auch bis 2023 warten".

Mit dem weiterentwickelten und seit Saisonbeginn bereits stark veränderten aktuellen Auto war für Vettel bis zur Sommerpause nicht viel zu holen. Er ist WM-14. mit 16 Punkten, so schlecht war er bislang noch nie. Sogar McLarens Sorgenkind Daniel Ricciardo hat mehr Punkte (19) geholt, Mick Schumacher (12) liegt knapp hinter Vettel.

Quali ist der Schwachpunkt

Daher geht es jetzt vor allem darum, das Beste aus den vorhandenen Möglichkeiten zu machen. Die größte Baustelle ist dabei das Qualifying: "Uns fällt immer wieder auf den Kopf, dass unsere Fahrer von zu weit hinten in den Grand Prix gehen mussten", sagte Teamchef Mike Krack: "Wenn du dich zuerst durchs Feld kämpfen musst und am Ende ein oder zwei Punkte zusammenklaubst, dann ist das zu wenig, um im Mittelfeld vorzurücken."

Und wenn zuvor im Qualifying nicht alles auf den Punkt zusammenpasst, verlieren Vettel und Stroll schnell ein halbes Dutzend Positionen. Auch im Rennen bleiben Probleme, die ausgemerzt werden müssen. "Wir haben auch gemerkt: Auf Strecken mit vielen schnellen Kurven sind wir nicht gut genug. Also müssen wir in Sachen Aerodynamik zulegen", so Krack.

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Man mache Fortschritte, aber nicht schnell genug, mahnte der Luxemburger an. "Das ist auch etwas, das wir analysieren und verbessern müssen – wie wir in Sachen Entwicklung schneller zulegen können", so der 50-Jährige. Was dann aber vor allem für 2023 gilt – und daher nicht mehr für Vettel.

Frage des Kosten-Nutzen-Verhältnisses

Das Vorgehen des Rennstalls ist nachvollziehbar, denn Aston Martin liegt in der WM-Wertung der Formel 1 auf dem vorletzten Platz, nur Williams ist schlechter. Außerdem zwingt die eingeführte Budgetobergrenze die Teams dazu, klug abzuwägen, wie das Geld eingesetzt wird. "Das ist eine einfache Frage des Kosten-Nutzen-Verhältnisses", sagte McCullough. Und leider nicht, ob Vettel sportlich einen halbwegs angemessenen Abschied erhält.

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