• Max Verstappen ist neuer Formel-1-Weltmeister. Der Erfolg des 24-Jährigen hat viele Faktoren, auch abseits der Rennstrecke.
  • Denn hinter dem Niederländer stehen wichtige Menschen wie Freundin Kelly Piquet und Vater Jos.
  • Was viele nicht wissen: Das herausragende Talent hat Verstappen nicht nur vom Papa, sondern auch von der Mama.

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Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau. Bei Max Verstappen sind es sogar zwei. Zum einen Freundin Kelly Piquet, die selbst Benzin im Blut hat, sie ist die Tochter des dreimaligen Weltmeisters Nelson Piquet. Mit ihr ist Verstappen seit Anfang des Jahres offiziell zusammen. Red Bull Racing hat die 33-Jährige sogar extra für das Saisonfinale der Formel 1 in Abu Dhabi einfliegen lassen.

Als Glücksbringer, als Wohlfühlfaktor. Eine weise Entscheidung, denn ein Titelfaktor war die Brasilianerin für den neuen Weltmeister fraglos auch. Auch wenn sie das anders sieht. "Ich habe nichts mit dem Titel zu tun. Das ist das Ergebnis all der Arbeit, die er seit seiner Karting-Zeit investiert hat. Ich habe probiert, ihn in diesem Jahr zu unterstützen, wo ich nur konnte, damit er sich wohlfühlt", sagte Piquet der "Bild".

Sie zitterte trotzdem mit, litt mit dem Niederländer, der in dem irren Finale in der letzten Runde gegen seinen Rivalen Lewis Hamilton den Titel einfuhr und eine denkwürdige Saison krönte. "Das Rennen war für mich vielleicht noch intensiver als für ihn. Man sieht in der Garage, was zum Beispiel die Konkurrenz macht. Davon kriegt er gar nichts mit, weil er sich auf sein Rennen konzentriert. In solchen Momenten wollte ich ihm am liebsten beim Fahren helfen", sagte sie. Die Bilder der weinenden Piquet, die Verstappen unmittelbar nach dem Triumph um den Hals fällt, gingen am Sonntag um die Welt.

Piquet: Unglaubliche Reise mit Verstappen

Piquet hat bereits ein Kind von Ex-Formel-1-Fahrer Daniil Kvyat. Von dem Russen hatte Verstappen 2016 das Cockpit bei Red Bull Racing übernommen. "Die Reise, die wir seit Januar zusammen erlebt haben, ist unglaublich und lässt sich nicht in Worte fassen", schwärmte Piquet von ihrer Beziehung zum neuen Weltmeister.

Sind ein Team: Max Verstappen und seine Partnerin Kelly Piquet.

Emotional war der Titel auch für Verstappens Vater Jos, der dem Sohn das unglaubliche Talent in die Wiege legte – und den Junior durch eine harte Schule gehen ließ. Dass Max auf der Strecke so tickt, wie er tickt, mit all seinem Selbstvertrauen, dem Ehrgeiz und der angriffslustigen Fahrweise, hat er zu einem Großteil von seinem Vater, denn der schliff das Juwel jahrelang persönlich.

"Die Gefühle waren intensiv, all die Jahre, die wir zusammen erlebt haben, seit er ein kleiner Junge war, und all die Emotionen, die wir dabei erlebt haben, kamen hoch", sagte Jos, 107-maliger Grand-Prix-Teilnehmer und früher Teamkollege von Michael Schumacher bei Benetton, bei Sky.

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Harte Schule bei Papa Jos

Zu diesen Erlebnissen gehören nicht nur die 80.000 bis 100.000 Kilometer, die beide pro Jahr mit dem Bus abgespult haben, um zu Kartrennen in Europa zu fahren. Oder die Trainingsstunden, die Gespräche, die Erfolge. Sondern auch die generellen Erfahrungen, denn der Vater war streng. Für Verstappen Senior zählten nur Siege. "Ich wollte immer nur gewinnen, gewinnen, gewinnen. Das habe ich von ihm auch verlangt", sagte Jos Verstappen, der nicht nur Zeit und Geld, sondern viel Herzblut in die Karriere des Sohnes steckte.

Einmal war er so wütend auf seinen Sohn, dass er diesen an einer Autobahnraststätte stehen ließ. "Ich wollte ihn spüren lassen, dass das nicht gut ist, wenn er so weiterfährt", erklärte Verstappen bei Sport1. Ein Rabenvater sei er dennoch nicht gewesen: "Ich wusste, dass meine Frau hinter mir fährt und ihn mitnimmt."

Die Mutter ist die zweite starke Frau hinter dem neuen Weltmeister. Denn das Talent hat Verstappen nicht nur vom Papa, sondern auch von Mama Sophie Kumpen. Sie gehörte in den 1990er Jahren zu den Top-Kartfahrern, fuhr unter anderem gegen spätere Formel-1-Fahrer wie Jenson Button, Nick Heidfeld, Jarno Trulli und Giancarlo Fisichella. Und auch gegen den heutigen Red-Bull-Teamchef Christian Horner, 1989 war das. "Seine Mutter gehörte damals zu den Top 10 der Welt", sagte Horner im Podcast "F1: Chequered Flag".

Von der Mama hat er die Rennintelligenz

Sein Urteil, wer Max was in die Wiege legte: "Sie war nicht ganz so aggressiv. Ich glaube, das hat er von seinem Vater", sagte Horner, doch Verstappens Mutter sei eine kluge Rennfahrerin gewesen, "und ich denke, er hat die Aggressivität seines Vaters und die Rennintelligenz seiner Mutter. Sie war zu ihrer Zeit eine beeindruckende Rennfahrerin."

Zu einem erfolgreichen Rennfahrer gehören aber nicht nur Ehrgeiz und Talent, sondern auch Förderer. Bei Max Verstappen ist das Red Bull. 2014 wurde der Niederländer in das Juniorprogramm aufgenommen – der endgültige Startschuss für die Karriere. 2015 wurde Verstappen mit gerade einmal 17 Jahren beim damaligen Toro-Rosso-Team zum jüngsten Formel-1-Fahrer der Geschichte. 2016 folgte der Aufstieg zu Red Bull Racing. Zu den direkten Förderern gehören Teamchef Christian Horner und Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko. Verstappen: "Helmut ist wie ein Vater für mich. Er sagt, was er denkt, ist immer geradeaus, das mag ich. Mit ihm gibt's keine Bullshit-Storys." Sondern eine beeindruckende Erfolgsgeschichte.

Verwendete Quellen

  • TV-Übertragung Sky
  • Podcast F1: Chequered Flag".
  • bild.de: Die Frau hinter Formel-1-Champ Verstappen
  • AvD Motor & Sport Magazin (Sport1)
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