Werder Bremens Euphorie nach dem überstandenen Orkan "Xaver" wird nach dem Spiel gegen den FC Bayern München wieder verfliegen. Sowohl der Hamburger SV als auch Bayer Leverkusen sind auf Meisterschafts-Kurs. Und am Sonntag lassen Sie lieber den Fernseher aus. Die etwas andere Vorschau zum 15. Spieltag der Fußball-Bundesliga.

Stürmische Zeiten an der Weser

Wir geben zu: Den Namen "Xaver" haben wir bislang nur in der klangvollen Namenskombination des Ex-Schiedsrichters Franz-Xaver Wack gehört. Oder er musste herhalten, wenn wir bei "Stadt, Land, Fluss" nicht Xenia (oder neuerdings Xherdan) in der Rubrik "Name" benutzen wollten.

In diesen Tagen ist von einem Orkan die Rede, wenn von "Xaver" gesprochen wird. Und beinahe hätte dieser die Partie der Bremer gegen die Bayern im Weser-Stadion im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fallen lassen.

Doch das Hochwasser blieb unterhalb der Deich-Krone. "#Werder und das Weser-Stadion bleiben verschont! Bayern-Spiel findet statt", twitterte der Bundesligist euphorisch. Nach dem Spiel werden sich die Bremer wahrscheinlich wünschen, dass der Orkan ihr komplettes Stadion überflutet hätte.

HSV auf Meisterschafts-Kurs

Leicht verspätet verteilen wir ein dickes Lob an die Spieler des FC Augsburg. Bravo, das war aller Ehren wert, was Ihr im Pokal gegen die Bayern abgeliefert habt. Einzig die Torgefahr lässt zu wünschen übrig.

Das sagen wir vor Augsburgs Gastspiel in Hamburg nicht ohne Grund. Besonders auswärts hat der FCA mit dem Torabschluss seine Probleme. In den vergangenen 246 Bundesliga-Minuten gaben sie keinen Torschuss in der Fremde ab. Das macht über fünf Auswärts-Halbzeiten ohne einen einzigen Versuch auf den gegnerischen Kasten. So kann das selbst beim HSV nichts werden. Obwohl, was heißt hier eigentlich "selbst beim HSV"?

Die Hamburger sind klar auf Meisterschafts-Kurs. Sie haben richtig gelesen: Meisterschafts-Kurs! Das belegen wir nicht mit Pseudo-Statistiken wie der Bundesliga-Tabelle, sondern mit empirischen Werten, die wir in verstaubten Fußball-Geschichtsbüchern gefunden haben: Und aus diesen lesen wir ab, dass die Hamburger zuletzt 1982/83 nach 14 Spieltagen 30 oder mehr Tore auf dem Konto hatten (32 waren es, um genau zu sein). In dieser Saison wurde die Marke mit exakt 30 Treffern nach 14 Spieltagen erstmals seit eben jenen 31 Jahren wieder geknackt. Nur zur Info: 1983 wurde der HSV Deutscher Meister. Träumen ist also erlaubt, liebe HSV-Fans.

Leverkusen auf Meisterschafts-Kurs

Apropos Meisterschafts-Kurs: auf diesem befände sich auch Bayer Leverkusen. Wenn da nicht diese nervigen Bayern wären. Mit 34 Punkten nach 14 Spielen ist Leverkusen der beste Zweite der Bundesliga-Geschichte - aber was nützt das, wenn da diese nervigen Bayern sind?

In der Partie gegen Borussia Dortmund trifft Leverkusens Mittelfeldspieler Lars Bender auf seinen Bruder Sven. Gewinnt Bayer, wäre es im sechsten Versuch der erste Erfolg für Lars im internen Brüder-Duell. Und viel wichtiger: Leverkusen hätte den Vorsprung auf Dortmund auf sechs Punkte ausgebaut. Aber mal ehrlich: Was nützt das? An der Tabellenspitze thronen ja immer noch diese nervigen Bayern.

Lasst am Sonntag die Kiste aus!

Es wird mal wieder Zeit, über die Spiel-Ansetzungen zu meckern: Ganz ehrlich DFL, was habt Ihr Euch denn bei diesem Bundesliga-Sonntag gedacht? Erst Freiburg gegen Wolfsburg und danach Braunschweig gegen Berlin? Ist das Euer Ernst? Wir wollen doch sonntags gemütlich auf der Couch liegen und schönen Fußball sehen.

Die Duelle können selbst wir nicht schönreden. Wollen wir auch gar nicht. Im Gegenteil, wir machen es mit folgenden Statistiken noch schlimmer: In Braunschweigs Bundesliga-Partien fallen die wenigsten Treffer in dieser Saison (34). Danach folgt Wolfsburg (36). Dann die Hertha (37.) Und Freiburgs 39 sind jetzt auch nicht das Gelbe vom Ei.

Unser Rat an Sie, liebe Leser: Fernseher auslassen, Hausputz erledigen oder mal wieder die Oma besuchen gehen. Die freut sich.