Jürgen Klopp entwickelt sensationelle analytische Fähigkeiten, die Liga freut sich auf einen Bayern-Schreck und bei Werder Bremen sind Rollenspiele wieder in - die etwas andere Vorschau auf den 8. Spieltag der Bundesliga.
Jürgen Klopp weiß Bescheid
Der Trainer von Borussia Dortmund hat die Bundesliga knallhart analysiert und ist zu dem Schluss gekommen: "Der Rest der Saison beginnt jetzt." Mit dieser Erkenntnis hat er sich einen klaren Vorsprung vor der Konkurrenz erarbeitet, die immer noch davon ausgeht, dass der Rest der Saison erst nächste Woche, kurz vor Weihnachten, im Januar oder in den Relegationsspielen (Hallo, HSV!) beginnt. Für den 1. FC Köln, Dortmunds Gegner am Wochenende, beginnt der Rest der Saison ohnehin erst am 11. November, weil der Karnevalsverein dann erst so richtig in die Puschen kommt. Der BVB sollte also einen klaren psychologischen Vorteil und damit leichtes Spiel haben.
Der Bayern-Schreck ist wieder da
Roberto di Matteo feiert beim FC Schalke 04 im Spiel gegen Hertha BSC Berlin sein Debüt als Bundesligatrainer. Hierzulande kennt man ihn in erster Linie als Maurermeister, der dem FC Bayern München das "Finale dahoam" verhagelt hat, als sich Chelsea unter seiner Regie mit Anti-Fußball den Champions-League-Titel 2012 holte. Auf Schalke erhofft man sich von ihm, dass er die Riege verwöhnter und eigensinniger Stars in den Griff bekommt. Ein Sieg gegen Berlin wäre da zum Auftakt bitter nötig, sonst beginnt das Rumoren im Umfeld schneller als es ihm und Sportdirektor Horst Heldt lieb sein kann. Denn auch beim FC Chelsea feierte er nicht nur Erfolge, sondern schaffte das Kunststück, als Champions-League-Sieger in der darauffolgenden Saison gefeuert zu werden.
Noch ein Debüt: das Freistoßspray
Di Matteo ist nicht der einzige Debütant am achten Spieltag: Auch das Freistoßspray feiert seine Premiere.
Robin Duttkowski macht Rollenspiele
"Werder will für Bayern Polen sein", überschrieb der TV-Sender Sky seinen Vorbericht auf das Gastspiel des SV Werder Bremen bei Bayern München. Dummerweise wird der einzige Pole auf dem Platz Robert Lewandowski sein und der scheint sich bei den Bayern so langsam an das Toreschießen zu gewöhnen. Vielleicht sollte Dutts Mannschaft ohnehin besser versuchen Chelsea zu sein - dann könnte er sich beim Kollegen Di Matteo ein paar Tipps holen, wie man ohne Torchancen zu einem 1:1 kommt. Am allerbesten wäre es für Werder aber, wenn das Werder von heute für Bayern das Werder von 2004 wäre. Da holte Bremen mit einem 3:1 in München das letzte Mal den Meistertitel an die Weser. Aber statt Ismael, Micoud und Ailton stehen für Bremen jetzt Lukimya, Bartels und di Santo auf dem Platz - da zerplatzen ganz schnell alle Rollenspiel-Träume.
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