Die DFL nimmt künftig Milliarden durch die Vergabe der nationalen Medien- und TV-Rechte ein. Die Fans werden sich ab der Saison 2017/18 indes auf ein paar Veränderungen in der Fernsehberichterstattung einstellen müssen. Wir klären auf, auf was Sie sich einstellen müssen.

DFL erlöst ab 2017 Rekordsumme von 4,64 Milliarden Euro.

Was für ein Ergebnis: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) durchbricht mit dem Verkauf der nationalen TV-Rechte für den Zyklus von 2017/18 bis 2020/2021 die Milliarden-Schallmauer. Die 36 Profi-Klubs kassieren ab übernächster Saison pro Spielzeit 1,159 Milliarden Euro. Insgesamt macht das 4,64 Milliarden Euro – ein Einnahmeplus von 85 Prozent im Vergleich zu den aktuellen TV-Einnahmen.

In der laufenden Vergabeperiode von 2013/14 bis 2016/17 werden insgesamt 2,51 Milliarden Euro aufgeteilt – und damit im Durchschnitt "nur" 628 Millionen Euro pro Saison.

Durch internationale Vermarktung sollen die Einnahmen der Profivereine nochmal spürbar angehoben werden, doch darüber wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Wer sich welche Rechte sicherte, welche Spiele wann auf welchen Sendern zu sehen sind und was ich als Bundesliga-Fan jetzt wissen muss – Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wann sehe ich was auf welchem Sender?

Neu-Dortmunder beklagt sich über mangelnde Unterstützung.

  • Eurosport, das neu dabei ist, erwarb das sogenannte Paket A mit 30 Freitagsspielen, zehn Spielen am Sonntag respektive Montag, der Relegation der Bundesliga exklusiv und die Relegation der 2. Liga co-exklusiv sowie die Übertragung des Supercups zwischen dem Meister und dem Pokalsieger ebenfalls co-exklusiv.
  • Bei Sky verbleiben indes die Samstagskonferenzen sowie die Konferenzen bei sogenannten Englischen Wochen werktags. Sky wird nach wie vor die Samstagsspiele und Spiele bei Englischen Wochen einzeln und in voller Länge zeigen. Und Sky zeigt ebenfalls exklusiv die Samstagabendspiele sowie die einzelnen Spiele am Sonntagnachmittag um 15.30 Uhr und am Sonntagabend (künftig 18.00 Uhr statt wie bisher 17.30 Uhr). Sky sicherte sich zudem über die Sonntagsspiele der 2. Bundesliga hinaus die Montagsspiele im Unterhaus.
  • Die Saisoneröffnung (bisher ARD), das Freitagsspiel des 17. Spieltages, die Rückrundeneröffnung am 18. Spieltag, der Supercup (bisher ARD) und die Relegation der 2. Liga/3. Liga sind künftig im ZDF zu sehen.
  • Die frei empfangbare Erstverwertung der Bundesliga liegt weiter bei der ARD, sprich es soll auch künftig die "Sportschau" sowie Zusammenfassungen am Samstag in der "Tagesschau" geben.
  • Sport1 hält auch künftig Drittrechte der Bundesliga zur Ausstrahlung am Sonntag zwischen 6 und 15 Uhr. Bisher konnte der Münchner Spartensender sein Format "Bundesliga Pur" auch am späten Sonntagabend senden.
  • Drittrechte hat auch das ZDF für das "Aktuelle Sportstudio" am Samstagabend zwischen 18.30 und 24 Uhr.

Was kostet, was nicht?

Im Free-TV berichtet die ARD in der "Sportschau" auch künftig am Samstag ab 18.30 Uhr. Selbiges gilt für das ZDF mit dem "Aktuellen Sportstudio" am späten Samstagabend. Die Live-Spiele im Free-TV am 1., 17. und 18. Bundesliga-Spieltag sowie die Zweitliga-Relegation und den Supercup zeigt das ZDF wie geschildert frei empfangbar.

Zahlen müssen die Fans ab 2017/18 neben Sky auch für das Paket von Eurosport. Der US-Konzern Discovery, zu dem der Sender gehört, wird zum Beispiel die Freitagsspiele der Bundesliga ausschließlich im Pay-TV-Bereich von Eurosport zeigen.

Auch Anhänger von Zweitligisten werden sich umstellen müssen. Sie können nur noch in der kommenden Saison die Montagsspiele auf Sport 1 im Free-TV sehen.

Wie sieht es mit Radio und Internet aus?

Die Online-Nachberichte der Bundesliga-Spiele (40 Minuten nach Abpfiff) hat sich ab der Saison 2017/18 die Perform-Group gesichert. Derzeit liegen die Rechte noch bei Axel Springer, namentlich "bild.de".

Perform tritt bisher vor allem als Dienstleister für Online-Medien auf und beliefert diese mit Videos aus dem Spitzensport. Perform wird Highlight-Clips der Bundesligaspiele anbieten.

Die Rechteverwertung für Internet-Radio hat derweil überraschend Amazon gewonnen.