Bundesliga-Neuling Union Berlin hat seine Transferoffensive rasant fortgesetzt. Die Köpenicker gaben mit Christian Gentner einen weiteren Transfer-Knaller bekannt. Es ist der zweite namhafte Zugang nach Ex-BVB-Star Neven Subotic.

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Mit Jürgen Klopp feierte er zwei Meistertitel, stand im Londoner Wembleystadion beim Champions-League-Finale auf dem Rasen. Nun wagt Neven Subotic noch einmal das "Abenteuer" Bundesliga. Mit einem kurzen Video vom Berliner Ostbahnhof stellte sich der 30 Jahre alte Innenverteidiger als Überraschungswechsel den Fans vom Liga-Neuling 1. FC Union vor.

Und auch nach der Verpflichtung des erfolgreichsten Neuzugangs setzte Union seine Transferoffensive rasant fort - und machte am Freitagabend das Dutzend voll. Die Köpenicker schlossen die angestrebte Rückholaktion von Innenverteidiger Marvin Friedrich ab und holten zudem unerwartet Routinier Christian Gentner als zwölften Neuen.

Der Vertrag von Mittelfeldspieler Gentner beim VfB Stuttgart war nach dem Abstieg im Relegationsduell mit Union ausgelaufen, nun erhält er einen Kontrakt bis 30. Juni 2020. "Union hat sich in den letzten Jahren fantastisch entwickelt, schon aus der Aufstiegssaison mit dem VfB habe ich die Stimmung im Stadion An der Alten Försterei in bester Erinnerung", sagte Gentner.

Subotic wagt Abenteuer Bundesliga

Und auch Subotic hat die "überragenden Bilder vom Aufstieg im Mai" noch vor Augen. "Jetzt freue ich mich darauf, in dieser historischen Spielzeit selbst Teil dieses Clubs zu sein und zu einer erfolgreichen Bundesliga-Saison beizutragen."

Mit seiner Verpflichtung als zuletzt vertragsfreiem Abwehrspieler hatte der Aufsteiger aufhorchen lassen. An der Seite von Mats Hummels dirigierte Subotic einst die Abwehr von Borussia Dortmund, gewann mit dem Revierclub neben der Meisterschaft 2011 und 2012 auch einmal DFB-Pokal, scheiterte aber im Königsklassen-Showdown 2013 am FC Bayern. Vergangene Saison erreichte der frühere serbische Nationalspieler mit dem AS Saint-Étienne in der französischen Ligue 1 als Vierter die Champions-League-Qualifikation.

"Ein außergewöhnlich guter Junge"

Union verspricht sich vom Routinier nicht nur Impulse auf dem Rasen. "Wer ihn nicht nur auf dem Platz erlebt, sondern auch als Typ außen rum, der weiß, dass er einer der besten Leute ist, die man mitbringen konnte", erinnerte sich Ex-BVB-Coach Klopp einmal an die Zeit, als Subotic im Alter von 19 Jahren vom FSV Mainz 05 nach Dortmund wechselte. "Ein außergewöhnlich guter Junge, reflektiert. Er gibt mehr als wir alle anderen. Das macht ihn zu einem außergewöhnlichen Menschen."

Subotic floh mit seiner Familie 1990 aus dem damaligen Jugoslawien nach Deutschland, wanderte zwischenzeitlich in die USA aus und schaffte nach der Rückkehr über den FSV Mainz 05 den Sprung in den Profifußball. Mit seiner Stiftung ist er auch selbst vor Ort in Afrika aktiv. "Soziales Engagement heißt nicht, dass man einmal im Jahr ins Krankenhaus geht und einen Teddybären verschenkt", sagte Subotic einmal im Interview des Magazins "Socrates".

"Ich bin sicher, dass er das Team auf und neben dem Platz anführen und weiterbringen kann", begründete Unions Geschäftsführer Profifußball, Oliver Ruhnert, die Verpflichtung. Subotic sei "ein außergewöhnlicher Spieler".

Umkämpfte Plätze in der Innenverteidigung

Spannend wird, welche sportliche Rolle der Routinier dauerhaft einnehmen kann. Rückkehrer Friedrich, der einen Vertrag bis Juni 2022 erhielt, hatte vergangene Saison als Anführer der Innenverteidigung jede mögliche Pflichtspielminute absolviert. Florian Hübner dürfte den Stammplatz aus der vorigen Spielzeit auch nicht kampflos abgeben. Zudem haben die Berliner auch den talentierten Youngster Keven Schlotterbeck vom SC Freiburg für die zentrale Defensive ausgeliehen.

Vor Gedanken an die Startformation für den Ligastart gegen RB Leipzig in sechs Wochen darf sich Subotic aber erstmal auf einen stimmungsvollen Empfang durch die Union-Anhänger bei der Saisoneröffnung am Samstag einstellen. (sg/dpa)

Teaserbild: © imago images / Matthias Koch