Für viele Schalke-Fans gilt Galatasaray Istanbul als machbares Los im Achtelfinale der Champions League. Denn der größte internationale Erfolg der Türken, der Gewinn des Uefa-Cups, liegt mittlerweile fast 13 Jahre zurück. Doch eine Transferoffensive in der diesjährigen Winterpause flößt den Gegnern gehörigen Respekt ein.

Wenn der FC Schalke 04 am Mittwochabend im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League in der Istanbuler Türk Telekom Arena den Spielern von Galatasaray Istanbul gegenübersteht, dürften die Königsblauen in einige bekannte Gesichter blicken. Allen voran Didier Drogba, den die Rot-Gelben in der Winterpause aus der sportlichen Versenkung in China in die glamouröse europäische Fußballszene zurückgeholt haben.

Aber der bullige ivorische Starstürmer ist nicht der einzige große Name in den Reihen des Istanbuler Traditionsvereins. Von Inter Mailand holten die Verantwortlichen um Trainer Fatih Terim den niederländischen Spielmacher Wesley Sneijder. Während Drogba ablösefrei verpflichtet wurde, musste Galatasaray für Sneijder 7,5 Millionen Euro nach Italien überweisen.

Bayern-Schrecks als Neuzugänge

Vor allem Münchner Fußballfans dürfte bei diesen beiden Namen das Blut in den Adern gefrieren. Während der niederländische Techniker Sneijder Inter Mailand im Jahr 2010 zum Champions-League-Sieg über den FC Bayern führte, besiegte Drogba den süddeutschen Großklub im "Finale dahoam" im vergangenen Jahr mit dem FC Chelsea praktisch im Alleingang.

Internationale Erfahrung pur regiert also neuerdings im rot-gelben Trikot der Istanbuler. Denn seit Saisonbeginn spielt auch der gebürtige Schalker Hamit Altintop, der von Real Madrid kam, im Galatasaray-Mittelfeld. Dazu verfügt das Team neben Drogba mit Johan Elmander, Umut Bulut und vor allem dem von Trabzonspor gekommen Burak Yilmaz über eine Offensive der Extraklasse. Zur Einordnung: Yilmaz belegt mit sechs Treffern momentan hinter Cristiano Ronaldo Platz 2 in der Torjägerliste der diesjährigen Champions League.

Ein "Imperator" als Trainer

Trainer Fatih Terim, der im Jahr 2011 zum dritten Mal in seiner Laufbahn das sportliche Ruder bei Galatasaray übernahm, genießt in der Heimat einen nahezu gottähnlichen Status. Sein Spitzname "Imperator" lässt auf seine Vorliebe für diktatorische Teamführung schließen. In der türkischen Liga sowie in der Nationalmannschaft errang Terim mit seinem kompromisslosen Stil große Erfolge. Ein kurzes Gastspiel in Italiens Serie A begann zwar gut, mit dem Rauswurf beim AC Mailand nach nur 100 Tagen im Amt, endete aber im Fiasko. In der Heimat knüpft er an jedoch an alte Erfolge an.

Fraglich ist, ob seine beiden Star-Neuzugänge aus dem Winter in das Mannschaftsgefüge passen. Vor allem Drogba, der geschätzte zehn Millionen Euro im Jahr verdient, wird sich mit seinen 35 Jahren immer wieder Ruhepausen nehmen müssen. Dass er und Sneijder aufgrund ihres Potentials Stammspieler sind, ist selbstverständlich. Ob aber bisherige Leistungsträger ihre Versetzung ins zweite Glied klaglos hinnehmen werden, darf bezweifelt werden.

Bei Königsblau soll der Knoten platzen

Neben den eigenen individuellen Stärken von Huntelaar und Co. liegt hier die große Chance für Schalke 04. Denn mit einer konzentrierten Mannschaftsleistung kann die Keller-Elf auch im Hexenkessel der Türk Telekom Arena bestehen.

Allerdings muss dafür endlich der Knoten platzen, denn die Katastrophenserie aus der Bundesliga mit nur einem Sieg aus den letzten elf Spielen nagt am Selbstbewusstsein der Schalker. Immerhin gibt es frohe Kunde aus der Krankenstation: Klaas-Jan Huntelaar hat seine Augenverletzung überstanden und kann wohl auflaufen.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Galatasaray Istanbul: Muslera - Eboué, Nounkeu, Semih, Riera - Altintop, Selcuc Inan, Kurtulus (Melo), Sneijder - Burak, Drogba

FC Schalke 04: Hildebrand - Höger, Höwedes, Matip, Fuchs - Jones, Neustädter - Farfan, Draxler, Bastos - Huntelaar

Schiedsrichter: Collum (Schottland)