Mahnende Worte von Jürgen Klopp: Der Liverpool-Trainer sieht die Entwicklung des Profi-Fußballs auf einem bedenklichen Weg. In einem Interview kritisiert er die Belastung der Spieler - auch durch die Medien.

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Jürgen Klopp ist unzufrieden mit der Entwicklung des Profi-Fußballs. In einem Interview mit dem Internet-Portal "Goal" klagte der Trainer des FC Liverpool über die zu hohe Belastung seiner Spieler.

"Die Orange wird ausgepresst, bis irgendwann nichts mehr da ist, und all das passiert auf dem Rücken der Spieler. Das ist einfach Realität", kritisierte Klopp.

Seine Kritik richtet sich dabei nicht nur an die FIFA. Auch die Medien sind Teil seines Ärgers. "Einerseits bringen die Medien den Fußballklubs Geld, weil sie über uns berichten und alle Welt sich dafür interessiert. Andererseits ist nicht alles so, wie es sein sollte" sagte Klopp.

Klopp: "Muss man 17 Interviews geben?"

Als Beispiel führte er die WM an. "Es gab einen Tag, an dem mal kein Spiel stattfand und wahrscheinlich fragte sich die ganze Welt: 'Hm, was machen wir dann eigentlich heute Abend?'", erklärte Klopp. Die Leute seien es gewohnt, bei einer WM drei Spiele an einem Tag zu schauen.

"Verstehen Sie mich nicht falsch, ich liebe das Spiel. Das Medien-Ding stört mich nicht wirklich. Aber muss man nach einem verlorenen Spiel wirklich 17 Interviews geben? Das ist nicht das, was man tun will", führte der Liverpool-Coach weiter aus.

Er selbst lese kaum etwas über englischen Fußball. Auch TV-Analysen interessierten den Ex-BVB-Coach nicht. "Wenn wir schlecht spielen, weiß ich es, bevor sie es wissen. Und wenn wir gut sind, weiß ich es auch vorher. Es bringt nichts, mir das anzuhören", erklärte er.

Klopp beklagt fehlende Winterpause in England

Auch die Terminflut im englischen und internationalen Fußball ist Klopp schon länger ein Dorn im Auge. Die fehlende Winterpause in England kritisierte er schon vor einigen Jahren. "Fragt mal nach, welche anderen Länder so etwas zu dieser Zeit machen. Die legen die Füße auf der Couch hoch und gucken englischen Fußball."

Gerade in England ist die Belastung besonders hoch. In der Premier League treten 20 Mannschaften an, zwei mehr als in der Bundesliga. Dazu gibt es zwei Pokalwettbewerbe. Mit den Spielen in der Champions League muss ein Spieler im Idealfall über 65 Pflichtspiele absolvieren - nur auf Vereinsebene. Dazu kommen dann noch die Länderspiele.

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