(abi/ae) - Nach dem Foul von HSV-Stürmer Paolo Guerrero am Stuttgarter Torwart Sven Ulreich wurde der Angreifer für sieben Wochen gesperrt. Das sind insgesamt acht Bundesligapartien Pause für den Peruaner, da in diesen Zeitraum eine englische Woche fällt. Diese Sperre ist eine der härtesten Strafen in der deutschen Fußballgeschichte. Wir stellen Ihnen die sechs längsten Spielsperren der Bundesliga-Historie vor.

Ob Tritte, Grätschen oder Meckerei: Die folgenden Profis haben sich ganz schön unprofessionell verhalten. Hier sind die sechs längsten Bundesliga-Sperren.

Platz sechs geht an den Schalker Jermaine Jones. Kurz vor Weihnachten 2011 trat dieser Marco Reus von Borussia Mönchengladbach mit voller Absicht auf den Fuß. Das hört sich zunächst nicht besonders brutal an. Doch wenn man weiß, dass der Gladbacher Offensivspieler bereits mit einem gebrochenen Zeh in das Spiel ging, kann man nur von hinterhältig sprechen. Jones zeigte sich einige Tage später einsichtig und sagte: "Ich habe einen Fehler gemacht, den ich sehr bedaure." Trotzdem gab es eine sechswöchige Sperre.

Rang fünf der Liste geht an Michael Schulz. Nach dem Abpfiff gegen den 1.FC Kaiserslautern im Jahre 1989 hatte Schulz - damals noch Dortmund-Verteidiger - den Linienrichter vor lauter Frust stark beleidigt: "Man sollte dir auf die Fresse hauen, du blinde Nuss!" Was er dafür bekommen hat? Acht Spiele Sperre.

Platz vier belegt nun Paolo Guerrero. Der Hamburger Star sprang dem Stuttgarter Torwart Sven Ulreich, der versuchte den Ball an der Eckfahne abzuschirmen, brutal mit dem Fuß in die Wade. Ein deutliche Rote Karte, die dem Stürmer der Hanseaten nun eine sieben Wochen lange Sperre beschert hat.

Stuttgarts Axel Kruse rangiert auf Platz 3 der längsten Bundesliga-Sperren. Nachdem Kruse im Jahre 1993 das 1:2 gegen Kaiserslautern erzielte, wurde der Ball von Miroslav Kadlec per Hand gestoppt - direkt im FCK-Strafraum. Nachdem dies nicht zum Elfmeter führte, rannte Kruse den Unparteiischen um und brüllte: "Osmers, was pfeifen Sie für eine Scheiße?!" Daraufhin folgt eine Rote Karte, die Axel Kruse nur mit einem Stinkefinger kommentierte. Dafür gab es eine zehn Wochen lange Sperre.

Platz zwei gibt es für die Pöbeleien des Schalkers Erwin Kremers. Nachdem im letzten Saisonspiel 1974 ein Foul an ihm gegen ihn ausgelegt wurde, drehte er durch: Er beschimpfte den Schiedsrichter Max Klauser als "blöde Sau!" Dieser fragt daraufhin, ob er sich verhört habe. Kremers Antwort: "Also jetzt noch mal für Doofe: Sie sind eine blöde Sau!" Diese Dreistigkeit wurde mit 14 Wochen Sperre belohnt, die zwar größtenteils in die Sommerpause fielen, jedoch Kremers auch einen Platz im WM-Kader kostete. Besondere Tragik: Kremers wurde somit kein Weltmeister!

Und der erste Platz der längsten Bundesliga-Sperren geht an: Timo Konietzka. Die Aktion, die zu seiner sechs Monate langen Sperre führte, war im Jahr 1966. Bei einem Spiel von 1860 München gegen Borussia Dortmund pfiff der Schiedsrichter ein eindeutiges - sogar vom Linienrichter erkanntes - Handspiel nicht, was zu einem Tor für Dortmund führte. Daraufhin flogen Gegenstände auf den Platz, weshalb das Spiel vier Minuten unterbrochen wurde.

Angeblich soll Konietzka dabei gegenüber Schiedsrichter Spinnler handgreiflich geworden sein. Das "Sport Magazin" beschrieb später die Vorwürfe: "Stoß vor die Brust, Tritt gegen das Schienbein, Wegschlagen der Trillerpfeife." Obwohl Timo Konietzka leugnete, wurde er für ganze sechs Monate gesperrt und hält damit den Rekord der längsten Bundesliga-Sperren aller Zeiten. Achja: Konietzkas Mannschaftskamerad Manfred Wagner, der den Unparteiischen brutal am Arm gezogen haben soll, musste drei Monate auf der Tribüne sitzen.