Das WM-Qualifikationsspiel zwischen Fußballzwerg San Marino und der deutschen Nationalmannschaft hatte für Thomas Müller einen faden Beigeschmack. Der Nationalspieler sorgte mit seinen Aussagen in einem Interview nach dem souveränen Sieg für Gesprächsbedarf beim ehemaligen NOK-Sprecher San Marinos. Dieser meldete sich nun wieder zu Wort.

Für Thomas Müller und die deutsche Nationalmannschaft hatte sich die Länderspielreise gelohnt. Die Pflichtaufgabe gegen San Marino erledigte die DFB-Elf souverän mit 8:0, im Testspiel gegen Italien spielte sie 0:0 und blieb damit auch im dritten Aufeinandertreffen im Jahr 2016 ohne Niederlage gegen die "Squadra Azzurra". Nebenbei gab es auch noch eine Privataudienz beim Papst. Und doch wird Thomas Müller die Reise nach seinen Aussagen über den Fußballzwerg San Marino noch ein wenig beschäftigen.

Der ehemalige NOK-Sprecher San Marinos, Alan Gasperoni, hatte den Nationalspieler in einem Brief kritisiert. In einem Interview mit der "tz" erklärte Gasperoni nun die Gründe für das Schreiben und was ihn an Müllers Aussagen gestört hatte.

Aussagen von Müller gar nicht das Problem

Demnach waren es nicht die Worte Müllers, die Gasperoni nicht passten, sondern die allgemeine Einstellung gegenüber dem Fußball in San Marino. Müller hatte in dem Interview erklärt, das Spiel gegen San Marino habe nichts mit einem professionellen Spiel zu tun gehabt. Aus Sicht von Gasperoni gehöre der Fußball aber allen - auch den San Marinesen.

In seiner Heimat gab es für Gasperoni viel Lob für den Brief. "Es haben mich viele Leute angerufen und mich dafür gelobt, unser Land verteidigt, und in gewisser Weise dafür geworben zu haben", so Gasperoni in der "tz".

Gleichzeitig entschuldigte er sich auch für seine Anspielungen auf die deutsche Geschichte. Er habe lediglich ein paar Klischees gebraucht, um Aufmerksamkeit zu erregen, so der Ex-Sprecher des NOK. Er hatte unter anderem geschrieben, dass Deutschland nichts von seiner Geschichte gelernt hat.

"Wir könnten ja gleich ein Bier trinken gehen"

Einer Aussprache mit dem Nationalspieler steht von seiner Seite aus nichts im Weg. Er glaube, dass schon beim Rückspiel in Deutschland ein Handschlag genügt, um die Sache aus der Welt zu schaffen. "Und wo wir schon in Deutschland sind, könnten wir ja gleich ein Bier zusammen trinken gehen."