Bis zum 2:3 gegen Belgien war die deutsche U21-Nationalmannschaft zehn Jahre lang in Qualifikationsspielen daheim ungeschlagen. Stetig wuchsen in dieser Zeit Spieler nach, die der A-Mannschaft sofort halfen. Jetzt warnt U21-Coach Stefan Kuntz vor einer Durststrecke.

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Es gab schon leichtere Zeiten für U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz. Das 2:3 zum Jahresabschluss gegen Belgien offenbarte Defizite in der neuen Generation. Der deutschen U21 gehen nach einem tollen zweiten Platz bei der EM im vergangenen Sommer nun die Talente aus.

Der Engpass im deutschen Fußball-Nachwuchs bringt Kuntz um angeregte Gespräche mit dem Bundestrainer. Zwischen beiden ging es bisher immer um die Verwendung dieses oder jenes Talents in der U21 oder eben der A-Mannschaft.

"Es ist eine andere Situation als vor zwei Jahren. Leider fallen meine Diskussionsrunden mit Jogi Löw vor den Nominierungen komplett weg", sagte Kuntz nach dem 2:3 in Freiburg gegen Belgien. "Ich will nicht sagen, da war es manchmal wie auf dem Handel: Du nimmst den und ich den. Aber wir hatten was zu besprechen."

Kuntz: "Es wird ein bisschen enger"

Im Qualifikationszeitraum für die EM 2019, die die Kuntz-Auswahl als Zweiter abschloss, gab es reihenweise Spieler, die für beide Teams in Frage kamen. "Jetzt ist der einzige Spieler Kai Havertz, und da kann man relativ objektiv sein, ohne dass hier einer rumheult", sagte Kuntz. "Auch daran kann man erkennen, dass es jetzt ein bisschen enger wird."

Aber nicht nur die A-Team-Chancen der Kuntz-Kicker sind geringer, viele haben in den Klubs einfach nicht genug Einsatzzeit.

Das führt zu Defiziten bei der neuen U21, wie die knappe Heim-Niederlage gegen Belgien, die erste in der Qualifikation seit 2009, offenlegte. "Es sind zwei Sachen, die man durch Spielniveau unersetzbar bekommt: Das ist Passspiel unter hohem Druck und Zweikämpfe auf ganz hohem Niveau zu führen. Da brauchen die Jungs 15, 20 oder 30 Spiele auf ganz hohem Niveau", erklärte Kuntz.

"Das sind nur Erklärungen, ohne Anklagen. Sowohl die DFL als auch der DFB haben alle erkannt, dass wir schauen müssen, dass unser Nachwuchs ein bisschen schneller und ein bisschen besser in die Spielpraxis kommt", setzte der frühere Bundesliga-Torschützenkönig Kuntz nach.

Nicht nur die Quantität der Einsätze reicht oft nicht, es hapert auch an der Qualität. Denn nur acht Akteure der U21 zählen zu Bundesliga-Kadern.

In der U19 sind 20 Akteure bei Bundesligisten unter Vertrag, in der U17 sind es 17 Spieler. Zwar müssen sie den Schritt in die Bundesliga erst noch meistern, aber Wege sind geebnet.

"Ich wünsche mir eigentlich nichts vom Christkind und nichts fürs neue Jahr, sondern möglichst viele Spiele für die Spieler, die uns zur Verfügung stehen", erklärte Kuntz.

Spielpraxis gibt es in den Niederlanden und in Österreich

Bezeichnenderweise konnten gerade die im benachbarten Ausland regelmäßig eingesetzten Orestis Kiomourtzoglou (Heracles Almelo) und Mergim Berisha (SC Altach) nach der Pause Impulse für eine Leistungssteigerung setzen. Ragnar Ache, Stammspieler bei Sparta Rotterdam, erzielte im ersten U21-Einsatz gleich sein erstes Tor.

Zwei Niederlagen, im EM-Finale gegen Spanien und am Sonntag vor der ungewöhnlich großen U21-Kulisse von 16.504 Zuschauern gegen Belgien, stehen in der deutschen Jahresbilanz. Weiter geht es für die neu formierte Auswahl im Test gegen Österreich am 26.3. und fünf Tage später auf dem Weg zur EM 2021 gegen Wales.

Bei Olympia spielt eine deutsche U23

"Das Fazit ist insgesamt positiv. Wir haben uns als Mannschaft besser gefunden in den drei Lehrgängen", sagte Kapitän Johannes Eggestein. Der Bremer hat neben der Qualifikation, in der Deutschland (6 Punkte/3 Spiele) hinter Belgien (7/4) Zweiter ist, ein Highlight im Hinterkopf: die Olympischen Spiele. Gut für Kuntz: Dort ist eine U23 am Start, die Auswahl wird mehr Spielpraxis mitbringen. (hau/dpa)

Und plötzlich steht Neuer da!

Eine Werbeaktion soll zeigen, wie nahbar die Stars der "Mannschaft" sind. In ganz alltäglichen Situationen begegneten die Spieler der DFB-Elf Menschen auf der Straße, im Bus oder im Café und verteilen Trikots. Das sorgte natürlich für einige Überraschungen und kuriose Momente.
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